SC Freiburg werden Grenzen aufgezeigt

Freiburg (mi) – Die Spitzenteams Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen besiegte der SC Freiburg. Gegen den Bayern-Verfolger RB Leipzig war man beim 0:3 chancenlos.

Stürmer Yussuf Poulsen (links), hier im Duell mit  SC-Mittelfeldspieler Nicolas Höfler, behielt mit Leipzig klar die Obrhand. Foto: Tom Weller/dpa

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Stürmer Yussuf Poulsen (links), hier im Duell mit SC-Mittelfeldspieler Nicolas Höfler, behielt mit Leipzig klar die Obrhand. Foto: Tom Weller/dpa

Die Grußbotschaft kam bei Jonathan Schmid tatsächlich an. Franck Ribéry erinnerte sich an seinen Landsmann, der im Trikot des Sport-Club Freiburg seinem Beruf nachgeht. Am Samstag stellte der Elsässer mit seinem 273. Einsatz Ribérys französischen Rekord in der Bundesliga ein. Die nette Geste des früheren Bayern-Stars blieb das Einzige, was Schmids Stimmung aufheiterte. Auf dem Rasen gab es für den 30-Jährigen und seine Mitspieler beim 0:3 gegen RB Leipzig nichts zu lachen.

Während die Südbadener in diesem Jahr die Spitzenteams Dortmund und Leverkusen besiegten und auch in München nur knapp ein Remis verpassten, waren sie gegen die hoch konzentrierten, spielerisch dominanten und effektiven Sachsen schlicht chancenlos. „Leipzigs Qualität war groß, aber wenn wir in der ersten Halbzeit diese Fehler nicht machen, wäre die zweite Halbzeit vielleicht anders gelaufen“, resümierte Schmid. Letzteres war eher Wunschdenken, denn die Multi-Kulti-Truppe mit der deutschen Randfigur Lukas Klostermann war in allen Belangen überlegen. Ballbesitz (58 Prozent), Passquote (81), selbst in der Laufleistung, in der Freiburg stets Topwerte aufweist, lagen die Ostdeutschen vorne. „Die haben brutale Qualität“, sah sich SC-Trainer Christian Streich in seiner Erwartung bestätigt. „Es kommt mir gerade so vor, als hätten wir keine Chance gehabt“, lag SC-Rackerer Christian Günter bei seinem ersten Fazit nach Spielschluss richtig.

Überstanden die tief stehenden Gastgeber dank defensiver Disziplin die erste halbe Stunde noch schadlos, wurde der SC-Riegel mit dem minütlich gesteigerten Druck dann vor der Pause doch noch geknackt. Bezeichnenderweise legte ein Freiburger den anrennenden Gästen die Führung auf. Florian Müller baute überhaupt seinen ersten dicken Patzer im von ihm seit Saisonbeginn bestens gehüteten Tor, indem sein riskanter Spielaufbaupass missriet, der überragende Kevin Kampl den verdutzten Baptiste Santamaria hart bedrängte, per Pressschlag der Ball bei Yussuf Poulsen landete, der frei vor Müller Nkunku bediente und Letzterer danke sagte (41.).

Höfler patztt vor 0:2

Es war der Anfang vom Ende für den überforderten SC. In Halbzeit zwei wurden die Südbadener mutiger, fingen gefällig an, schaufelten sicher aber erneut selbst das Grab. Nicolas Höfler, der sich schon zwei Böcke geleistet hatte, wurde für seinen dritten Aussetzer bestraft. Kampl, der überall zu finden war, luchste ihm zentral den Ball ab, zog davon, spielte einen Klassepass in die Schnittstelle der SC-Abwehr auf den flinken Nkunku, der wiederum Wikinger Sörloth den Abschluss überließ (64.).

Die „Geduldsfrage“, so RB-Coach Julian Nagelsmann, war geklärt. der SC danach nur noch ein Spielball der „brutal pressenden“ (Höfler) und vor Energie strotzenden Roten Bullen, die ihrem Gegner die Hörner aufsetzten und durch den eingewechselten Emil Forsberg noch erhöhten (79.).

Kampl war „beeindruckt, dass diese Mannschaft von Anfang bis Ende gierig und hungrig ist, gerade auch in Freiburg, wo wir wissen, dass es immer sehr schwierig ist. Es zeigt, dass unheimlich viel Herz und Leidenschaft im Team steckt“. Red Bull, das die letzten drei Duelle in Freiburg verloren hatte, spielte wie ein reifer, ausgefuchster Champion. Nur ein Wunsch blieb Julian Nagelsmann, der die „schöne Gegend“ beim letzten RB-Auftritt im idyllischen Schwarzwaldstadion in guter Erinnerung behalten wird, dann doch unerfüllt. „Ob wir am Sonntag noch Tabellenführer sind, ist nicht ganz so entscheidend. Trotzdem wäre der Sonntag noch schöner, wenn es so wäre.“

Drei Stunden nach dieser Aussage verdarben die RekordBayern dem dynamischen Jung-Bayern dann doch noch ein wenig den Sonntag. In vier Wochen steigt der ultimative Showdown, Die wilden Bullen, bei denen nicht nur Yussuf Poulsen „dafür brennt, den Pokal zu holen“, wollen nur fünf Jahre nach ihrem Aufstieg nun alles. Bayern-Urgestein Franck Ribéry würde auf eine Grußbotschaft nach Sachsen im Mai sicher gerne verzichten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Michael Ihringer

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Erstellt:
7. März 2021, 16:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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