SC Freiburg will DFB-Pokal gewinnen

Berlin (mi) – Die Favoritenrolle gehört RB Leipzig, dennoch will der Sport-Club am Samstagabend den Sachsen Paroli bieten und den ersten Titel der Vereinsgeschichte einheimsen.

Christian Streich, Christian Günter, Peter Gulacsi und Domenico Tedesco (von links) bei der Pressekonferenz am Freitagmittag. Foto: Sören Stache/dpa

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Christian Streich, Christian Günter, Peter Gulacsi und Domenico Tedesco (von links) bei der Pressekonferenz am Freitagmittag. Foto: Sören Stache/dpa

Hoch spannende Tage im Berliner Olympiastadion. Kaum steht der krisengeplagte Hausherr Hertha BSC nach der Heimpleite gegen den HSV vor dem peinlichen Bundesliga-Abstieg, gibt es neue Vermieter im weiten Rund. Prominentere, erfolgreichere, auch wenn sie sich nicht „Big City Club“ nennen. Am Samstag (20 Uhr/ARD und Sky) bestreiten RB Leipzig und der Sport-Club Freiburg das DFB-Pokalfinale an traditionsreicher Stätte.

Am Freitag gaben sich die so unterschiedlichen Vereine zuversichtlich, erstmals in ihrer Vereinshistorie einen Titel zu gewinnen. Vor allem beim Favoriten aus Sachsen, der bereits zweimal im Finale den Bayern und Dortmundern bei der Ehrenrunde zusehen musste, ist der „Hunger extrem groß. Wir waren schon oft dran, Großes zu erreichen. Deshalb werden wir alles daran setzen, dass es diesmal klappt. Wir wollen unsere erfolgreiche Saison krönen“, sagte RB-Torwart Peter Gulacsi.

Sein Freiburger Kapitänskollege Christian Günter, der als A-Junior schon zweimal in Berlin erfolgreich war, gab sich nicht minder heiß: „Wir haben jahrelang dafür gearbeitet, mal etwas mit den Händen hochzureißen. Wir fiebern dem Finale entgegen und sind mit guten Gedanken hierhergeflogen. Wir haben uns akribisch vorbereitet.“

Tedesco bewundert Freiburger Entwicklung

RB-Trainer Domenico Tedesco outete sich als Bewunderer der grandiosen Freiburger Entwicklung von einem chronischen Abstiegskandidaten zu einem „Topverein. Das ist kein kleiner Verein mehr, Vieles zeichnet den SC aus, was dort passiert, ist außergewöhnlich. Selbst bei meinem früheren Verein Spartak Moskau kannten die Spieler den Verein“.

Schwedens Routinier Emil Forsberg bewundert wiederum Trainer Christian Streich. Sie kennen sich schon lange, sogar noch aus verstaubten Zweitliga-Zeiten. „Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber wir hatten schon heiße Spiele. Ich hoffe, dass wir ihnen auch am Samstag die Stirn bieten können“, so der Erfolgstrainer.

Da Freiburg auf dem Weg nach Berlin bereits fünf Mal auswärts gewonnen hat, empfindet er auch die Saison-Abschlussreise als „wunderschön. Wir freuen uns sehr, noch so ein Highlight zu haben. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass uns rund 40.000 Freiburger begleitet haben“. In allen Ecken der Stadt machen sich die Südbadener laut- und drinkstark, aber frohgemut und friedlich bemerkbar.

Leipzig setzt auf Dreierkette

In die Karten ließen sich die beiden Übungsleiter spieltaktisch nicht blicken. Während die Sachsen ausschließlich auf ihre gewohnte Dreierkette (Orban, Simakan und wohl Klostermann) setzen, wechselt Streich je nach des Gegners Stärken und Bedarf zwischen Dreier- und Viererkette. Da er in beiden Bundesliga-Duellen gegen RB auf eine Dreierformation setzte, ist davon auszugehen, dass neben dem kongenialen Duo Nico Schlotterbeck und Philipp Lienhart auch Manuel Gulde auflaufen wird, der durch seine Ruhe, Übersicht und Kopfballstärke besticht.

Tedescos größter Hoffnungsträger ist die französische Rakete Christopher Nkunku. „Seitdem ich hier bin, ist er explodiert. Er kann aber auch nur treffen, wenn die Mannschaft funktioniert.“

Letzteres gilt umso mehr für den Sport-Club. Christian Streich nahm bewusst den Druck vom Kessel für seine Schützlinge: „Wenn wir nicht gewinnen, geht die Welt auch nicht unter.“ Denn es bliebe ein Trostpflaster, das sein Vorzeige-Kapitän Christian Günter fast poetisch so postete: „Wir fahren über die Alpen. Nach Baku ans kaspische Meer. Nach London über den Kanal. Freiburg spielt international.“

Unser Mann in Berlin

Der Sport-Club Freiburg hat mit dem erstmaligen Einzug ins DFB-Pokalfinale den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erreicht. Seit Jahrzehnten berichtet Michael Ihringer für das BT über den Sport-Club. Selbstredend ließ er es sich nicht nehmen, die Streich-Elf auch nach Berlin zu begleiten. Der ausführlichen Vorberichterstattung (Abschluss-Pressekonferenz, Pro-und-Contra, Begleitgeschichte) wird in unserer Montagsausgabe eine Analyse des Endspiels, der dazugehörige Kommentar sowie alles weitere Wissenswerte zum DFB-Pokalfinale folgen.

Michael Ihringer. Foto: Privat

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Michael Ihringer. Foto: Privat

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BT-Redakteur Michael Ihringer

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Erstellt:
21. Mai 2022, 08:00 Uhr
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