SPD-Ortsvereine für Erhalt der HLA

Forbach (BT) – Bei der digitalen Auftaktveranstaltung der „SPD Murgtal-Connection“ am Sonntag haben sich die Sozialdemokraten für den Erhalt der Handelslehranstalt (HLA) in Gernsbach stark gemacht.

Die Zukunft der Handelslehranstalt steht auf dem Spiel und beschäftigt die SPD im Murgtal. Foto: BT-Archiv

© red

Die Zukunft der Handelslehranstalt steht auf dem Spiel und beschäftigt die SPD im Murgtal. Foto: BT-Archiv

Laut der Pressemitteilung des SPD-Ortsvereins Forbach, der das Online-Forum „SPD Murgtal-Connection“ organisierte, forderten die Genossen die anderen politischen Akteure im Landkreis Rastatt auf, diesem Beispiel zu folgen. An der Veranstaltung nahmen die SPD-Ortsvereine aus Gaggenau, Gernsbach, Loffenau und Forbach teil. Wie von den Letzteren angekündigt, soll sich die „SPD Murgtal-Connection“ als Austauschplattform und gemeinsames Sprachrohr der SPD-Ortsvereine im Murgtal etablieren. Neben aktuellen kommunalpolitischen Themen in den einzelnen Murgtal-Gemeinden wurde auch die Idee zum Aufbau eines parteiübergreifenden „Murgtal-Netzwerks“ intensiv diskutiert.

Der langfristige Erfolg und die Zukunft des Murgtals sei nur durch gemeinsame Kooperation über die Partei- und Gemeindegrenzen hinweg gesichert, waren sich die Teilnehmenden einig. Das „Murgtal-Netzwerk“ soll dieser Überzeugung folgend, ähnlich wie die „SPD Murgtal-Connection“, zum gemeinsamen Austausch der Murgtäler dienen. Unabhängig von Parteizugehörigkeiten solle zukünftig über ausgewählte Themen des mittleren Murgtals diskutiert und gemeinsame Positionen gefunden werden, betont Markus Maul als Schriftführer der SPD Forbach. Dem mittleren Murgtal als Gesamtheit eine starke Stimme zu geben, sei das gemeinsam erklärte Ziel und laut SPD-Kreisrat Horst Fritz von zentraler Bedeutung für die Zukunft.

Ziel: Starke Stimme für mittleres Murgtal

Als wichtigstes Einzelthema diskutierten die SPD-Ortsvereine über die Zukunft der Handelslehranstalt (HLA) Gernsbach. Sie sprachen sich einstimmig für den Erhalt des Standorts aus. Johanna Wilhelm-Lang (SPD-Ortsverein Gernsbach) unterstrich aus pädagogischer Sicht die Wichtigkeit eines wohnortnahen Schulstandorts. Gerade für Schüler mit erschwerten Startbedingungen seitens des Elternhauses würde ein weiter Schulweg, beispielsweise nach Rastatt, eine große Hürde darstellen. Darüber hinaus biete die HLA Gernsbach für Schüler verschiedenster Leistungsspektren wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten, ohne das gewohnte soziale Umfeld aufgeben zu müssen. Das Angebot des Berufskollegs, außergewöhnliche Projekte sowie die kleinen Klassenverbände können hierfür als Beispiele genannt werden, wird in der Mitteilung aufgezählt.

Die besondere Bedeutung der HLA Gernsbach für die Ausbildungsbetriebe im Murgtal hob der Vorsitzende der SPD Gaggenau, David Pfrommer, hervor. Die Möglichkeit in der Nähe des Ausbildungsplatzes eine Berufsschule besuchen zu können, trage essenziell zur Attraktivität von Ausbildungsplätzen bei. Kritische Töne in Richtung der „Gesellschaft für kommunale Zusammenarbeit Murgtal“ richtete Gerlinde Stolle. Die SPD-Stadträtin aus Gaggenau vermisst eine klare Positionierung gerade der Bürgermeister des Murgtals in dieser wichtigen Angelegenheit. Angesichts der kurz bevorstehenden Abstimmung im Schulausschuss des Landkreises Rastatt über den Fortbestand der HLA Gernsbach kommende Woche, fordert die „SPD Murgtal-Connection“ alle anderen politischen Akteure des mittleren Murgtals dazu auf, sich öffentlich zu positionieren. Die anderen Parteien, besonders aber die Bürgermeister oder Unternehmen müssten ihre Stimme erheben, wenn sie die Abwicklung der HLA Gernsbach verhindern wollten. Als positives Beispiel nennen die Genossen die Initiative des Gernsbacher Bürgermeisters Julian Christ (SPD) und fast aller Fraktionen des Gernsbacher Gemeinderats. 2020 sprachen sie sich, abgesehen von der CDU-Fraktion, in einem „offenen Brief“ an das Landratsamt Rastatt sowie an das Regierungspräsidium Karlsruhe für den Erhalt des Schulstandorts aus.

Vertagung ein „Taschenspielertrick“

Die Rückmeldung des Regierungspräsidiums sprach allerdings eine deutliche Sprache, meint die SPD. Dass eine für das mittlere Murgtal so wichtige und langfristige Entscheidung sang und klanglos getroffen wird, dürfe allerdings nicht hingenommen werden.

Die Vertagung der Entscheidung ins Jahr 2021 sei ein „Taschenspielertrick“ gewesen, lautet die Einschätzung des Vorsitzenden der SPD Loffenau, Gert Bühringer. Eine Schließung der HLA Gernsbach dürfte nicht nur die Bürgermeisterin der Gemeinde Forbach, die Bürgermeister der Gemeinden Weisenbach, Gernsbach sowie Loffenau interessieren, sondern sollte ebenso den Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau aufhorchen lassen. Sie würde nämlich eindrücklich zeigen, dass ein sehr gutes pädagogisches Konzept noch kein Garant für den Erhalt einer kleinen Schule im Landkreis Rastatt darstelle. Im nächsten Schritt wäre eine Diskussion über den Fortbestand der Carl-Benz-Schule in Gaggenau sehr wahrscheinlich, mutmaßen die Genossen. Sie besitze im Vergleich eine geringere Schülerzahl als die HLA Gernsbach und weise darüber hinaus einen gebäudetechnischen Sanierungsbedarf auf.

Wenn am Ende der Entscheidung über die Zukunft der HLA lediglich ein neues Gebäude für die Stadtverwaltung Gernsbach übrig bliebe, wäre dies „nur ein schwacher Trost für unser gesamtes Tal“, ist sich die „SPD Murgtal-Connection“ einig, betonen die Sozialdemokraten abschließend.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.