SPD in Gaggenau bei Wahl stärkste Partei

Gaggenau (uj) – Ein Verlierer bei der Bundestagswahl im Murgtal ist Kai Whittaker. Der CDU-Bundestagsabgeordnete verzeichnet deutlich weniger Erststimmen, verteidigt aber sein Direktmandat.

Ein Wahllokal bei der Bundestagswahl: Turnhalle der Hans-Thoma-Schule Gaggenau. Foto: Thomas Senger

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Ein Wahllokal bei der Bundestagswahl: Turnhalle der Hans-Thoma-Schule Gaggenau. Foto: Thomas Senger

Auch bei einer Bundestagswahl spielen die Wahlkreiskandidaten eine wesentliche Rolle. Und da sah es für Whittaker nicht so gut aus: Verluste in allen Murgtalkommunen. Aber er hatte am Sonntag im Vergleich zu den Direktkandidaten der anderen Parteien immer noch die Nase vorn. Unter dem Strich verteidigte er sein Direktmandat.

Zwischen etwa zwölf und 13 Prozentpunkte lagen die Verluste für Whittaker. Im Einzelnen sieht das im Murgtal wie folgt aus: Gaggenau Minus 12,5, Gernsbach Minus 12,6, Loffenau Minus 13,2, Weisenbach Minus 13,4 und Forbach – vergleichsweise gering – Minus 8,8 Prozentpunkte. Allerdings gibt es in Forbach auch die deutlichsten Verluste: In Hundsbach sackte der CDU-Bundestagsabgeordnete von 54,7 auf 32,0 Prozent ab. Trösten kann er sich damit, dass in diesem Forbacher Ortsteil der Kandidat der Linken, Tudor Costin, keine einzige Stimme bekam. Die Partei ging in Hundsbach auch bei den Zweitstimmen leer aus. Erdrutschartig für Whitaker ebenfalls das Ergebnis im Gernsbacher Stadtteil Reichental. Von 63,5 Prozent sackte er am Sonntag auf 41,5 Prozent ab.

Katzmarek legt im Murgtal zu

Größte Nutznießerin der Verluste auf CDU-Seite ist die Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek (SPD), die in allen Murgtalkommunen besser abschnitt als vor vier Jahren. Auch Thomas Gönner (Grüne) und Sven Gehrke (FDP) profitierten von den CDU-Verlusten. Verena Bäuerle (AfD) konnte lediglich in Loffenau für ihre Partei um 0,3 Prozentpunkte zulegen. Ansonsten gab es für die AfD im Vergleich zu 2017 nur Verluste.

Bei den Zweitstimmen gab es zum Beispiel in Gaggenau deutliche Veränderungen. Stärkste Partei ist dort jetzt die SPD mit 26,5 Prozent (letzte Bundestagswahl 19,4 Prozent). Nur noch auf Platz zwei liegt die CDU mit 25,7 Prozent, die vor vier Jahren noch 37,8 Prozent erreichte. Zu den Gewinnern zählen auch die Grünen (Plus 2,4 Prozentpunkte) und die FDP mit Plus drei Prozentpunkten. Die AfD sackt um 1,5 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent ab, Die Linke halbiert nahezu ihr Wahlergebnis und kommt nur noch auf 2,4 Prozent (4,7 Prozent).

Dagegen ist die CDU in Gernsbach bei den Zweitstimmen noch knapp stärkste Partei mit 27,1 Prozent (2017: 37,7 Prozent). Dicht dahinter folgt die SPD mit 26,6 Prozent (18,8 Prozent). Zweistellige Ergebnisse erreichen auch die Grünen mit 13,7 Prozent, die FDP mit 12,1 Prozent und die AfD mit 10,1 Prozent. Letztgenannte Partei hat in Obertsrot (17,8 Prozent) und Hilpertsau (16,7 Prozent) ihre Hochburgen in Gernsbach. Ein ähnliches Ergebnis schafft die AfD im Forbacher Ortsteil Bermersbach mit 17,2 Prozent. Die Linke überwindet in keiner der Murgtalkommunen die Fünf-Prozent-Hürde, ebenso wenig in einem Stimmbezirk.

Deutlich gestiegen ist im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 die Zahl der Briefwähler. Dem Bundestrend folgend, gaben im Murgtal etwa zwischen 37 und 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen auf diese Art und Weise ab.

Ihr Autor

BT-Redakteur Ulrich Jahn

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Erstellt:
27. September 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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