SV 08: Heimauftakt gegen Denzlingen

Kuppenheim (rap) – Der Saisonstart in Auggen ging daneben, am Samstag will der Fußball-Verbandsligist dagegen einen erfolgreichen Heimauftakt feiern: Zu Gast im Wörtel ist der FC Denzlingen.

Wird gegen Denzlingen gefordert sein: Mittelfeldabräumer Alwin Tran (Mitte). Foto: Frank Seiter

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Wird gegen Denzlingen gefordert sein: Mittelfeldabräumer Alwin Tran (Mitte). Foto: Frank Seiter

Die Enttäuschung war groß im Kuppenheimer Lager. Bei Fans, Spielern und natürlich auch bei Matthias Frieböse, dem Trainer. Der Saisonstart misslang, mit einer 1:2-Niederlage trat der SV 08 Kuppenheim am vergangenen Sonntag die Heimreise aus Auggen an. „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, waren nicht aggressiv genug. Es war kein gutes Spiel von uns. Der Gegner hat es uns vorgemacht, wie es geht. Es war eine verdiente Niederlage“, sagt Frieböse rückblickend – immer noch mit ziemlich ernster Stimme.

Was den Übungsleiter besonders erzürnte, waren die ersten beiden Gegentreffer, die per Standard, genauer gesagt durch zwei Eckbälle fielen. „Wir wussten, dass sie durch Standards gefährlich sind, umso ärgerlich ist es, dass wir so zwei Treffer kassiert haben“, analysiert Frieböse. Als der 08-Coach dann auf die 63. Minute der Auswärtspartie zu sprechen kommt, wird seine Stimme noch ernster. Es ist nämlich die Minute, in der sich Stamm-Innenverteidiger Marco Lumpp nach einem Zusammenprall das vordere Kreuzband und den Innenmeniskus reißt – bereits zum zweiten Mal in seiner Laufbahn. Erst im März feierte Lumpp, der bereits im Winter ins Wörtel gewechselt war, sein Comeback auf dem Fußballplatz. Nun ist die Saison für den Abwehrspieler bereits beendet, bevor sie überhaupt richtig Fahrt aufgenommen hat. „Es ist total bitter für Marco und für uns. Er hatte sich nach dem ersten Kreuzbandriss erst wieder zurückgekämpft und war ein wichtiger Bestandteil unseres Teams“, erklärt der 08-Coach. Zumal die Innenverteidigerposition nach den Abgängen von Denis Smuda und Dennis Schorb sowieso generalüberholt wurde.

Nun muss Frieböse also seine Defensive erneut umbauen, ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen den offensivstarken FC Denzlingen. „Das ist eine richtig gute Truppe. Ihre Offensive etwa mit Sautner und Vrazalica ist richtig stark. Da müssen wir aufpassen und als Team hellwach sein“, sagt Frieböse, der die Breisgauer auf dem Meisterschaftszettel hat: „Die haben sich vor der Runde mit Spielern aus der Regional- und Oberliga verstärkt, wir dagegen aus der Landesliga oder setzen auf unsere eigene Jugend. Am Samstag treffen sicherlich zwei Welten aufeinander.“

„Usere ID auf den Platz bringen“

Dass Geld aber nicht unbedingt Tore schießt, geschweige denn automatisch Siege einfährt, musste auch der FCD am eigenen Leib erfahren. Erst setzte es eine 0:2-Niederlage im südbadischen Pokal gegen den Ligakonkurrenten FC Auggen, zum Auftakt verlor die Legner-Truppe gegen Mitfavorit SC Pfullendorf mit 2:5. Ein veritabler Stotterstart für den ambitionierten Verein. Mit breiter Brust dürfte der FCD also nicht ins Wörtel reisen, doch Frieböse erwartet einen unangenehmen Gegner. „Der FCD will oben mitspielen, die Spieler haben nach den zwei Partien sicherlich eine klare Ansage von den Verantwortlichen bekommen. Die sind am Samstag heiß und wollen zeigen, was in ihnen steckt“, ist sich der 08-Coach sicher, für den es in erster Linie darauf ankommt, „unsere ID, die in Auggen fehlte, auf den Platz zu bringen, wieder unser Spiel zu zeigen, das uns stark macht und für den Gegner eklig zu sein“ – also eine gewisse Zweikampfhärte an den Tag legen, Kilometer abspulen, mannschaftliche Geschlossenheit zeigen. Also genau die Tugenden, die den SV 08 in den vergangenen beiden Spielzeiten auszeichneten und zum Teil der erweiterten Spitzengruppe in der Verbandsliga werden ließen.

Damals gelang dies mit einem relativ schmalen Kader, der vor der Saison nun in der Breite verstärkt wurde. Eine neue Situation – für die Spieler, aber auch für Frieböse, der neuerdings als Moderator gefragt ist. Schließlich herrscht nun ein größerer Konkurrenzkampf um die Startplätze, doch die Saison mit 34 Saisonspielen ist lang, jeder Akteur wird gebraucht. „Wir sind mitten in einem Lernprozess, die Jungs schauen derzeit vielleicht etwas zu sehr auf ihre eigenen Interessen. Wir brauchen wieder mehr Demut, mehr Teamgeist. Nur als Kollektiv können wir unsere Stärken ausspielen“, fordert Frieböse, der bis auf Lumpp personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Mehr Demut, mehr Teamgeist – hört sich doch nach der perfekten Losung für den ersten Saisonsieg an.

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Erstellt:
29. August 2020, 07:30 Uhr
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