SV 08 Kuppenheim: In Waldkirch punkten

Kuppenheim (rap) – Ordentliche Leistung gegen das Topteam SC Lahr abgeliefert, für Punkte hat es aber nicht gereicht: Diese möchte der Fußball-Verbandsligist SV 08 Kuppenheim in Waldkirch einfahren.

Findet sich in der Kuppenheimer Fünferkette immer besser zurecht: Benjamin Radke (rechts). Foto: Frank Seiter

© toto

Findet sich in der Kuppenheimer Fünferkette immer besser zurecht: Benjamin Radke (rechts). Foto: Frank Seiter

Lucca Strolz hat das große Ganze im Blick. Natürlich wurmte den Trainer des Fußball-Verbandsligisten SV 08 Kuppenheim die 1:3-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den SC Lahr, immerhin so etwas wie der Topfavorit auf die Meisterschaft. Zumal sie „unnötig“ und „bitter“ war, wie der 27-Jährige bereits direkt im Anschluss an die Partie erklärt hatte. Gegen eben jenes Team aus der Ortenau präsentierten sich die Wörtelkicker lange Zeit ebenbürtig, waren von Minute 25 bis 60 gar das bessere Team. Zumindest ein Teilerfolg lag in der kühlen Kuppenheimer Luft an diesem Samstag, ganz abgesehen von dem Auftritt, der durchaus Mut macht für die nächsten Aufgaben und Wochen.

„Wir haben sie in dieser Phase des Spiels richtig gut bespielt, waren mutig und tonangebend“, blickt Strolz nochmal zurück. Dass die Knöpflestädter dennoch nach intensiven 90 Minuten mit leeren Händen und hängenden Köpfen im Wörtel standen, lag zum einen am stümperhaften Einsteigen von 08-Verteidiger Frederik Weißer, der in der Schlussphase einen Elfmeter verschuldete, der schließlich zum 1:2 führte. Zuvorderst hatte die Niederlage aber mit dem Personal zu tun, und zwar mit jenem, das von der Bank kam. Während SCL-Trainer Oliver Dewes mit solch namhaften Spielern wie Hakan Ilhan, Lucca Grösser und Janosch Bologna neuen Schwung ins bis dato teils statische Lahrer Spiel brachte, warf 08-Coach Strolz mit Erdem Gündüz und Ozan Inal zwei blutjunge Talente ins kalte (Verbandsliga-)Wasser, das für das Duo noch zu stürmisch ist.

Engel kehrt in den Kader zurück

„Aktuell fehlen uns die Impulse von der Bank, die unser Spiel auch in der Schlussphase beleben und uns pushen“, sagt Strolz. Auch die Einwechslung von Edeljoker Marek Balzer verpuffte diesmal. Auch wenn ergebnistechnisch gegen den großen Favoriten nichts heraussprang, zeigt die Formkurve der Schwarz-Blauen nach dem Stotterstart weiter nach oben.

Die Defensive um die jungen Marco Oremek, Benjamin Radke und Yannis Otto verinnerlicht die Fünferkette von Minute zu Minute mehr, auch in der Spieleröffnung – flaches Passspiel nach vorne – zeigten sich die Knöpflestädter mutig. Allein im letzten Angriffsdrittel, dem Königsdrittel im Fußball, fehlte noch etwas die Durchschlagskraft. „Wir haben in den vergangenen Trainingseinheiten viel daran gearbeitet. Im Spiel mit dem Ball haben wir gegen Lahr den nächsten Step gemacht. Unsere Spielanlage war zum Beispiel besser als gegen Radolfzell. Ich will, dass die Jungs mutig sind, sie dürfen Fehler machen“, sagt Strolz.

Der nächste Step, sowohl fußballerisch als auch punktetechnisch, soll am Sonntag im Breisgau gelingen, beim Rangzehnten FC Waldkirch (neun Punkte). „Der FCW ist von der Qualität her in etwa mit dem SV Endingen zu vergleichen. Wir rechnen uns auf jeden Fall Chancen aus, dort drei Punkte zu holen“, hofft der 08-Trainer, der wohl mit der Rückkehr von Michael-Patrick Engel in den Kader rechnen kann. „Wir müssen unsere Sinne schärfen. Es ist natürlich gut, schönen Fußball zu zeigen. Wichtig ist aber auch, die Leistung auf den Platz zu bringen und diese in drei Punkte umzumünzen.“

Gelingt dies, würde der SV 08 die Breisgauer in der Tabelle überholen und hätte den Anschluss ans Mittelfeld geschafft. Für Lucca Strolz wäre das aber nur eine Randnotiz, schließlich hat er das große Ganze im Blick: Den SV 08 in ruhiges Fahrwasser bringen und dem Team Schritt für Schritt die neue Spielidee einimpfen.

Zum Artikel

Erstellt:
17. Oktober 2020, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.