SV 08 Kuppenheim: Unnötige Niederlage

Von BT-Redakteur Christian Rapp

Kuppenheim (rap) – Tapfer gekämpft, aber trotzdem keine Punkte geholt: Fußball-Verbandsligist SV 08 Kuppenheim hat am Samstag eine 1:2-Heimniederlage gegen den SC Pfullendorf kassiert.

SV 08 Kuppenheim: Unnötige Niederlage

Weiterhin glücklos: Kuppenheims Stürmer Lucas Grünbacher scheitert gleich zweimal aus aussichtsreicher Position an SCP-Keeper Sebastian Willibald. Foto: Frank Vetter

So ein klein wenig glich das Wörtelstadion am Samstagmittag der Eisarena am Baden-Badener Augustaplatz. Trotz Winter-Bestollung rutschten die 22 Spieler bei bestem Fritz-Walter-Wetter mehr über den tiefen und ramponierten Platz als dass sie sprinteten. Sie drehten unfreiwillige Pirouetten und landeten mehrfach auf dem Hosenboden. Ausgerutscht – und zwar völlig unnötig – ist auch der SV 08 Kuppenheim nach den 90 Minuten gegen den SC Pfullendorf – zumindest ergebnistechnisch. Trotz einer kämpferisch starken Leistung mussten sich die Schwarz-Blauen unglücklich mit 1:2 geschlagen geben.

„Das ist ein Spiel, das wir nie verlieren dürfen. Wir erspielen uns drei, vier allerbeste Gelegenheiten, machen die Dinger aber einfach nicht rein. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, sagte ein sichtlich geknickter 08-Trainer Lucca Strolz. „Die Niederlage ist schon bitter.“

Früher Rückstand nach 40 Sekunden

Äußerst bitter war bereits der Auftakt in die Partie. Der SV 08 war gedanklich noch in der warmen Kabine, als ein Klärungsversuch von 08-Innenverteidiger Marco Lumpp bei Felix Waldraff landete und dieser aus zwölf Metern nach gerade mal 40 Sekunden per Schlenzer ins lange Eck die frühe SCP-Führung erzielte. In der Folge entwickelte sich trotz des extrem tiefen Geläufs ein ansehnliches Spiel. Beide Teams versuchten, sich gar spielerisch nach vorne zu kombinieren. Von Minute zu Minute erarbeitete sich die Strolz-Elf ein optisches Übergewicht, für den Ausgleich musste aber ein Standard herhalten: Eine scharfe Otto-Freistoßflanke köpfte Lumpp an den Pfosten, 08-Kapitän Benjamin Radke reagierte gedankenschnell und schob den Abpraller zum 1:1 ins Tor (19.). Davon beflügelt blieben die Hausherren am Drücker, sorgten mit Steckpässen hinter die SCP-Abwehrkette immer wieder für Gefahr – wie in Minute 23, als Gästekeeper Sebastian Willibald Kopf und Kragen riskieren musste, um gerade noch rechtzeitig vor dem recht blass agierenden Emanuele Giardini am Ball zu sein. Ein Millisekunde später, und Giardini wäre frei aufs leere SCP-Tor gestürmt.

Erst nach einer halben Stunde meldete sich die Sijaric-Elf offensiv zurück, bis dato stand die 08-Defensive trotz einiger Schludrigkeiten von Luka Maier im Spielaufbau recht sicher. Ein Waldraff-Schuss landete knapp neben dem von Louis Manz gehüteten 08-Kasten (28.), der in den Folgeminuten gegen Luca Gruler (31.) und Bartosz Broniszewski (32.) glänzend parierte. Machtlos war Manz dann aber im Anschluss an eine Ecke, als ein Kuppenheimer Klärungsversuch bei Amadou Marena landete, dieser direkt abzog und der Ball, vorbei an Freund und Feind, im kurzen Eck einschlug (33.). Doch der SV 08 zeigte sich wenig geschockt, hätte durch einen Giardini-Heber gar mit einem Unentschieden in die Pause gehen können, doch Willibald entschärfte den Kunstschuss (44.).

Eher Schlammcatchen denn Fußball

In Abschnitt zwei war an ein Fußballspiel dann nicht mehr wirklich zu denken, eher glich die Chose nun Schlammcatchen, bei dem die Gäste bereits früh auf Zeit spielten und in den meist ziemlich harmlosen Zweikämpfen mit einer ordentlichen Portion Theatralik zu überzeugen wussten. Auch brachte Schiedsrichter Martin Wilke mit seiner leicht überheblichen Körpersprache weitere Schärfe in die Partie, in der die Knöpflestädter leidenschaftlich auf den Ausgleich drängten, doch der seit Wochen glücklose Lucas Grünbacher scheiterte zweimal frei am bärenstarken Willibald (70., 90.+2) und Giardini verzog (80.) denkbar knapp.

In den hektischen Schlussminuten stand 08-Verteidiger Lumpp im Mittelpunkt. Nach einem leichten Kontakt gegen Broniszewski – mit einem Körper der Kategorie Niklas Süle, aber auch mit neymareskem Schauspieltalent gesegnet – pfiff Referee Wilke Foul. Lumpp ließ darüber seinen Frust derart freien Lauf, dass er einen SCP-Spieler mit beiden Händen zu Boden warf (90.). Die Folge: Rote Karte, Platzverweis. Völlig unnötig – genau wie die Heimniederlage.