SV 08 Kuppenheim will gegen SC Lahr bestehen

Elzach (rap) – Mit Selbstvertrauen zum Coup: Verbandsligist SV 08 Kuppenheim sieht Chancen für eine Überraschung und will gegen den Rangzweiten SC Lahr bestehen.

Schwung holen für die Überraschung? Kuppenheims Yannis Otto. Foto: Frank Seiter

© Frank Seiter

Schwung holen für die Überraschung? Kuppenheims Yannis Otto. Foto: Frank Seiter

Wirklich glücklich war Lucca Strolz mit der Absage der Nachholpartie am Mittwoch bei den SF Elzach-Yach nicht. Schließlich hat sich der SV 08 Kuppenheim seit seinem Amtsantritt vor zwei Wochen stabilisiert, in zwei Spielen vier Punkte gesammelt – und sich vom letzten Tabellenplatz bereits auf Rang 13 vorgearbeitet. Diesen Rückenwind hätten Strolz und die Wörtelkicker gerne mitgenommen, um beim Aufsteiger weitere drei Zähler auf das Punktekonto zu packen – und im Tableau weiter zu klettern.

Allein: Corona hatte (mal) wieder etwas dagegen. Aufgrund eines weiteren Verdachtsfalls in den SF-Reihen musste die Partie vorsorglich abgesetzt werden. „Wir hätten sehr gerne gespielt, wollten den Schwung aus den zwei vergangenen Spielen mitnehmen und auch in Elzach-Yach den nächsten Schritt machen“, sagt Strolz, vor allem hätte der 08-Coach den gesamten Kader beisammen gehabt, für ein Spiel unter Woche nicht gerade selbstverständlich.

Wobei eine Stütze der Mannschaft nicht mitgewirkt hätte beim Nachholspiel: Faruk Karadogan. Der Co-Trainer verletzte sich beim 2:1-Sieg gegen den FC Radolfzell früh am Knie, am vergangenen Freitag hatte der 35-Jährige dann einen MRT-Termin. Die Diagnose: Innenbandanriss. Glück im Unglück für den Routinier und die Schwarz-Blauen, befürchtete man doch eine weitaus schlimmere Verletzung. „Dennoch wird uns Faruk mindestens vier bis fünf Wochen fehlen. Wir werden ihm alle Zeit der Welt geben, die Saison ist noch lang“, sagt Strolz.

Bombensichere Defensive

Dass es auch ohne den 35-jährigen Haudegen geht, zeigten die Wörtelkicker am vergangenen Wochenende beim SV Endingen. Die Defensive – erneut eine Fünferkette – stand bombensicher, nach vorne erspielten sich die Knöpflestädter „zwei, drei richtig, richtig gute Torchancen“, wie der 27-Jährige erklärt. „Ich war mit der Leistung der Jungs absolut zufrieden. Ein Sieg wäre definitiv möglich gewesen“.

Wichtiger als die volle Punkteausbeute war für den Übungsleiter jedoch die Tatsache, dass die ersten Trainingsinhalte bereits auch im Spiel fruchten. „Gegen Endingen haben wir im Spiel mit dem Ball den ersten Step gemacht. Wir haben uns getraut, auch spielerisch Chancen zu kreieren“, findet Strolz, der aber einräumt, „dass wir uns im letzten Drittel schwer getan haben“.

„Wie kann man SC Lahr stoppen?“

Das letzte Drittel, so etwas wie die Königsdisziplin im Fußball, wird in den nächsten Monaten noch vermehrt in den Strolzschen Trainingsplänen eine Rolle spielen, für das Wochenende aber steht beim 08-Coach eine andere Frage hoch im Kurs: Wie kann man das Topteam SC Lahr stoppen und vielleicht für eine Überraschung im Wörtel sorgen? Dass der SCL, der sich vor der Runde überaus prominent mit Gabriel Gallus und den Ilhan-Brüdern Yasin und Hakan verstärkt hat, die Favoritenrolle innehat, versteht sich von selbst. Zumal die Dewes-Elf immer besser ins Rollen kommt, am vergangenen Wochenende wurde der bis dato noch ungeschlagene Ligaprimus SC Pfullendorf mit 2:0 besiegt. Im Mittelfeld zieht Gallus gekonnt die Fäden, über den pfeilschnellen Ousman Bojang geht die Post ab, und die Ilhan-Brüder sorgen für reichlich Kreativität. „Ich habe mir bereits ein Lahr-Spiel angeschaut, im Vergleich zu Radolfzell hat der SCL nochmal eine ganz andere Qualität. Das wird ein richtig hartes Ding für uns“, sagt Strolz, der aber eine uralte Fußball-Weisheit bemüht: „Jedes Spiel fängt bei 0:0 an. Wir werden alles reinhauen, was wir haben.“ Neben Karadogan muss der 08-Trainer auch auf F Michael-Patrick Engel verzichten. Hinter dem Einsatz von Bastian Barnick steht noch ein Fragezeichen.

Unmöglich ist ein weiterer Coup nicht, zeigt sich der SV 08 unter Strolz defensiv wieder gefestigt. Zwei Spiele ungeschlagen und reichlich Selbstvertrauen getankt. Die Vorzeichen für eine Überraschung könnten wahrlich schlechter sein.

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Erstellt:
9. Oktober 2020, 20:00 Uhr
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