SV 08: Strolz-Debüt gegen FC Radolfzell

Kuppenheim (rap) – Nach der Corona-Zwangspause nimmt der Fußball-Verbandsligist SV 08 Kuppenheim am Samstag gegen den FC Radolfzell wieder den Spielbetrieb auf – mit Lucca Strolz als 08-Trainer.

Führungsfigur für die jungen Kuppenheimer Talente: 08-Stürmer Lucas Grünbacher (links). Foto: Frank Vetter

© pr

Führungsfigur für die jungen Kuppenheimer Talente: 08-Stürmer Lucas Grünbacher (links). Foto: Frank Vetter

Die neue Zeitrechnung im Wörtel begann am Dienstagabend. Exakt um 19 Uhr. Erst stellte sich Lucca Strolz, der brandneue Coach des Fußball-Verbandsligisten SV 08 Kuppenheim, dem Team vor, dann, nach einer kurzen Ansprache, leitete er bereits das erste Training. „Die Einheit war gleich richtig intensiv, knapp zwei Stunden dauerte sie. Die Jungs waren sofort bereit, an ihre Grenzen zu gehen. Ich habe einen positiven ersten Eindruck von der Mannschaft“, berichtete Strolz.

Gute 90 Stunden nach der ersten Übungseinheit wird es dann ernst für den 27-Jährigen und seine Wörtelkicker. Nach der Zwangspause durch einen Corona-Fall im 08-Kader und der damit verbundenen Spielabsage der Auswärtspartie beim Aufsteiger SF Elzach-Yach feiert Strolz am Samstag im Heimspiel gegen den Rangdritten FC Radolfzell sein Debüt auf der Kuppenheimer Trainerbank. Also genau dort, wo bis vor zwei Wochen Matthias Frieböse Anweisungen gab und in den vergangenen dreieinhalb Jahren ziemlich erfolgreich wirkte. Bis eben der Start in die Saison in die Binsen ging – und der Ur-Kuppenheimer nach der 0:3-Heimniederlage gegen den Kehler FV seinen (überraschenden) Rücktritt verkündete.

Nun folgt also gegen den FC Radolfzell Spiel eins nach Frieböse. Pikanterweise hatte auch die Truppe vom Bodensee am vergangenen Wochenende spielfrei, ebenfalls gezwungenermaßen. Denn auch beim FCR spukte der Corona-Geist kräftig, zehn Spieler des Verbandsligakaders mussten bis vergangenen Dienstag gar in Quarantäne verharren, das Spiel gegen den SC Pfullendorf fiel ins Wasser. Also gleiche Voraussetzungen für beide Teams, jedoch mit dem Überraschungsfaktor Strolz auf Kuppenheimer Seite?

„Bis zum Spiel haben wir genau zwei gemeinsame Einheiten, das ist eine spezielle Situation. Da wäre es total anmaßend zu sagen, dass ich in Sachen Taktik und Spielweise bereits Einfluss nehmen kann. Was ich bis Samstag bewirken kann, ist, den Jungs ein gutes Gefühl zu vermitteln, dass sie richtig Bock haben, zu kicken“, sagt Strolz, der zuletzt bis Ende Oktober 2019 als Co-Trainer von Lukas Kwasniok beim damaligen Drittligisten FC Carl-Zeiss Jena angestellt war.

Erstes Ziel: Abwehrverbund stärken

Auch mit dem Gegner am Samstag, dem FC Radolfzell, will sich Strolz nicht allzu lange beschäftigen. „Ich habe mir bereits ein Spiel von ihnen angeschaut, werde mir sicherlich noch weiteres Filmmaterial bis Samstag reinziehen, aber in der jetzigen Situation sollten wir auf uns schauen und hart arbeiten“, sagt der 08-Coach über die neue Situation. „Überspitzt gesagt, bin ich froh, wenn ich am Samstag alle Namen der Spieler kenne – und zwar die der eigenen“, sagt Strolz schmunzelnd.

Dabei kommt am Samstag ordentlich Offensiv-Power ins Wörtel. Mit der Radolfzeller Sturmreihe Alexander Stricker, Robin Niedhardt und Moritz Hlavacek wartet Schwerstarbeit auf die – zuletzt ziemlich löchrige – 08-Defensive. Daher will Strolz zunächst den Abwehrverbund der Knöpflestädter stärken, 13 Gegentore nach vier Spielen sind für den SV 08 schließlich total untypisch. „Der Fokus wird auf dem Spiel gegen den Ball liegen, am Wochenende und in den nächsten Wochen“, sagt der 08-Coach. Doch auch die FCR-Defensive ist nicht gerade leicht zu knacken, kassierte die Elf von Steffen Kautzmann, der wie sein Kuppenheimer Pendant auch erst 27 Lenze ist, erst zwei Gegentore. Viele Chancen werden also 08-Stoßstürmer Lucas Grünbacher oder die wieselflinken Außenstürmer Steven Herbote und Simon Götz nicht bekommen.

Karadogan wichtiger Ansprechpartner

Rat, wie der FCR zu knacken ist, wird sich Strolz auch bei Faruk Karadogan holen, der auch unter dem Neutrainer weiterhin spielender Assistent bleiben wird. „Ich habe mich bereits mit Faruk zusammengesetzt, wir hatten einen angenehmen Austausch. In der momentanen Situation ist Faruk noch wertvoller für mich. Er kennt die Mannschaft, die Gegner, die Liga. Faruk hat schon etliche Fußballjahre auf dem Buckel, davon profitiere ich“, erklärt Strolz, der wohl auf den kompletten Kader zurückgreifen kann, nur Yannis Otto und Benjamin Radke klagten über kleinere Wehwehchen.

Am Samstag also, um 14.30 Uhr, nimmt die neue Zeitrechnung im Wörtel mit dem ersten Pflichtspiel unter Strolz vollends Fahrt auf. Ein konkretes (Punkte-)Ziel für die 90 Minuten gibt es nicht. „Ich will einfach elf Jungs auf dem Platz sehen, die total auf das Spiel brennen, sich zerreißen“, sagt der 08-Coach. Eins steht fest: Lucca Strolz brennt – und ist bereit für die neue Aufgabe.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.