SV 08 will kompletten Fehlstart vermeiden

Donaueschingen (rap) – Zwei Spieltage sind in der Fußball-Verbandsliga vorbei, der SV 08 Kuppenheim ist Tabellenletzter. Bei der DJK Donaueschingen will die Frieböse-Elf nun den ersten Sieg einfahren.

Als Taktgeber und Führungsfigur in der derzeitigen Situation besonders gefordert: Kuppenheims Neu-Kapitän Andreas Weisgerber (links). Foto: Frank Vetter

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Als Taktgeber und Führungsfigur in der derzeitigen Situation besonders gefordert: Kuppenheims Neu-Kapitän Andreas Weisgerber (links). Foto: Frank Vetter

Es war ein früher Warnschuss in dieser noch so jungen Saison für die Wörtelkicker. Genau genommen waren es gar deren sieben. Und jeder einzelne schmerzte – und traf den SV 08 Kuppenheim tief ins Mark. Mit 1:7 ging der Fußball-Verbandsligist beim ersten Saison-Heimspiel gegen den FC Denzlingen unter. Ratlosigkeit herrschte an diesem vermaledeiten Samstag im Wörtel. Bei den Spielern, bei Trainer Matthias Frieböse und natürlich auch beim Anhang. „Wir haben Totalschaden erlitten, sind komplett auseinandergefallen“, sagt Frieböse rückblickend – immer noch hörbar angesäuert.

Dabei ist es noch kein Jahr her, dass der SV 08 Geschichte geschrieben hat. Saisonübergreifend blieben die Knöpflestädter in der Festung Wörtel über ein Jahr ungeschlagen, lieferten sich packende Duelle mit den haushohen Favoriten und bejubelten Außenseitersiege. Zwölf Monate später war am Samstag im altehrwürdigen Wörtel aber niemandem mehr zum Jubeln zumute. Die Festung wurde in ihren Grundfesten erschüttert, zerbröckelte regelrecht. „Ich weiß nicht, wann der SV 08 zuletzt sieben Gegentore im Wörtel kassiert hat, oder ob es überhaupt jemals passiert ist“, erklärt der 08-Coach.

Fluch der guten Tat

Es ist auch ein klein wenig der Fluch der guten Tat, der die Schwarz-Blauen derzeit einholt. In den vergangenen zwei Spielzeiten begeisterte der SV 08 mit Umschaltspiel im höchsten Tempo, gepaart mit einer sattelfesten Defensive. Der Lohn der stetigen Entwicklung: jeweils Platz sechs am Saisonende. Doch mit den guten Platzierungen stiegen selbstredend auch die Erwartungen – bei den Spielern, beim Trainerteam und natürlich auch beim traditionell kritischen Umfeld. Weshalb Matthias Frieböse seiner Mannschaft und dem Anhang vor allem eins rät: „Wir müssen die beiden vergangenen Spielzeiten aus unseren Köpfen rausbekommen, wieder unsere Basics, die wir in letzter Zeit vernachlässigt haben, in den Vordergrund stellen“, sagt der 08-Trainer und gibt einen verbalen Warnschuss ab: „Ansonsten könnte es eine eklige Runde für uns werden.“

Doch an welchen Stellschrauben muss gedreht werden, damit die Wörtelkicker am Sonntag bei der DJK Donaueschingen einen kompletten Fehlstart vermeiden? Äußerst ungewöhnlich ist sicherlich die Gegentorflut – gerade unter der bisherigen Ägide von Matthias Frieböse, der ein Verfechter einer kompakten Defensive ist. Vor der Saison musste der SV 08 den Abgang von zwei Innenverteidigern (Denis Smuda, Dennis Schorb) verkraften, am ersten Spieltag riss sich Innenverteidiger Marco Lumpp das Kreuzband. Doch allein der Viererkette die Schuld an der Gegentor-Misere zu geben, greift zu kurz. Noch greifen die Rädchen zwischen Abwehr, Mittelfeld und Sturm nicht wie gewohnt. Auch das Mittelfeld rund um Neu-Kapitän Andreas Weisgerber und der Flügelzange Steven Herbote/Simon Götz ist in der neuen Saison noch nicht wirklich angekommen. Routinier Faruk Karadogan muss sich in der Innenverteidigerrolle erst noch akklimatisieren. „Wir haben gegen Denzlingen viele taktische Fehler gemacht, die der Gegner eiskalt ausgenutzt hat. Die Kompaktheit war nicht da, die Absicherungen bei eigenen Angriffen ganz schlecht. Daran müssen wir arbeiten und in Donaueschingen mehr Struktur ins eigene Spiel bringen“, sagt Frieböse, der zusammen mit dem Team den 1:7-Horrorfilm analysierte: „Die Mannschaft ist jetzt in der Pflicht, und ich bin ein Teil von ihr. Wir müssen schleunigst was ändern, eine andere Mentalität an den Tag legen. Positiv ist, dass erst zwei Spieltage vorbei sind, die Runde noch lang ist.“

Frieböse: „Wir müssen auf uns schauen“

Zumindest wird auch die DJK Donaueschingen am Sonntag nicht gerade mit breiter Brust den Rasen betreten. Schließlich steht auch die DJK nach zwei Niederlagen noch ohne Punkte da, rangiert lediglich zwei Positionen vor dem Tabellenletzten aus Kuppenheim. „Es wird sicherlich kein einfaches Spiel für uns. Im vergangenen Jahr haben wir dort 3:1 geführt und dann noch 3:3 gespielt. Donaueschingen ist heimstark und besitzt ohne Frage die Qualität, in der Verbandsliga erfolgreich zu spielen“, findet Frieböse, der aber gar nicht so sehr den Gegner thematisieren möchte. „Wir müssen auf uns schauen. Schauen, dass unsere Leistung stimmt und die Kompaktheit wieder finden.“

Ob es dann für den ersten Punkt oder gar den ersten Saisonsieg reicht, ist für den 08-Trainer eher zweitrangig. „Wichtig ist für mich, dass die Leistung wieder stimmt und dass eine Reaktion erkennbar ist. Mit dem notwendigen Glück ist dann auch sicherlich etwas Zählbares drin“, hofft Frieböse, der natürlich auf Lumpp verzichten muss. Zudem steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Michael-Patrick Engel.

„Tief gefallen“ seien seine Spieler gegen Denzlingen, sagt Frieböse. Zeit also, um in Donaueschingen wieder aufzustehen.

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Erstellt:
4. September 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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