SV Bühlertal: Kader bleibt zusammen

Bühlertal (rap) – Während der Ball wegen der Corona-Pandemie noch ruht, hat der Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal seine Kaderplanungen vorangetrieben – mit Erfolg. Nur ein SVB-Urgestein hört auf.

Hängt seine Fußballschuhe an den Nagel: Bühlertals Urgestein Sebastian Keller. Foto: Frank Seiter

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Hängt seine Fußballschuhe an den Nagel: Bühlertals Urgestein Sebastian Keller. Foto: Frank Seiter

Zumindest den Weg hinauf zum Mittelberg kennt Johannes Hurle noch. Auch wenn er in diesem Jahr noch nicht vor Ort war. „Ich bin gespannt, ob sich was verändert hat, wenn ich mal wieder dort bin“, sagt der Trainer des Fußball-Verbandsligisten SV Bühlertal. Wann dies sein wird, steht noch in den Sternen. Schließlich befindet sich die malerische Sportanlage inmitten des Bühlertäler Waldes weiterhin mitten im Dornröschenschlaf – und wird es auch noch die nächsten Wochen bleiben.

An ein reges Treiben auf dem grünen Rasen, an einen lockeren Plausch nach einer schweißtreibenden Trainingseinheit ist nicht zu denken. Die Corona-Lage lässt es einfach nicht zu. Beim Bund-Länder-Gipfel am vergangenen Montag erlitt der Amateursport einen herben Rückschlag. Die zuvor angedachten Öffnungsschritte für den Sport wurden auf Eis gelegt, der Lockdown bis zum 18. April verlängert. Die Fallzahlen steigen, ein Ende der Leidenszeit für die kickende Zunft ist nicht in Sicht.

Hurle: „Verband sollte nicht mehr allzu lange warten“

Letztmals auf dem Mittelberg war der 31-Jährige zum Ende des vergangenen Jahres. „Wir haben eine Bestandsaufnahme der Trainingsutensilien gemacht“, erinnert sich Hurle, „um neue Sachen rechtzeitig für einen möglichen Restart parat zu haben.“ Das mit dem Restart dürfte sich spätestens mit dem verlängerten Lockdown erledigt haben, auch wenn eine endgültige Entscheidung des Südbadischen Fußballverbands noch aussteht. „Ich finde, der Verband sollte nicht mehr allzu lange warten und die Vereine in der Schwebe halten. Dann hat jeder Gewissheit und man kann die neue Saison ins Visier nehmen“, erklärt Hurle, der zumindest einen positiven Nebeneffekt der langen Zwangspause herausstreicht. „Im Sommer dürfte auf dem Mittelberg der beste Rasenplatz jemals liegen“, sagt der Bühler Realschullehrer und lacht.

Untätig waren Johannes Hurle und die SVB-Verantwortlichen aber keinesfalls in der fußballfreien Zeit. Es galt, die neue Saison, auch wenn die aktuelle nicht mal zur Hälfte gespielt gewesen war, zu planen. Gespräche mit den Spielern zu führen, Ausschau zu halten nach Verstärkungen, Verhandlungen führen. „Ich habe noch im alten Jahr angefangen, mit jedem Spieler per Facetime zu sprechen, die Situation zu analysieren, Perspektiven aufzuzeigen“, erläutert Hurle. Mit Erfolg: Bis auf eine Ausnahme bleibt der komplette Kader auch in der nächsten Runde beisammen. „Wir werden eine gute Truppe haben, die in der Verbandsliga bestehen kann. Es freut mich, dass die Jungs weiter Bock auf das Projekt SVB haben. Auch ein großes Lob an die Jungs, die die Situation so annehmen und dem Verein entgegengekommen sind“, sagt Hurle.

Sebastian Keller beendet Karriere

Doch die eine Ausnahme stimmt den SVB-Coach ziemlich traurig, geht doch eine Ära im mittelbadischen Fußball zu Ende: Sebastian Keller, Routinier und Bühlertäler Urgestein, beendet im Sommer seine Karriere. „Sebastian hat uns mitgeteilt, dass wir nicht mehr mit ihm als vollwertigen Verbandsligaspieler planen können. Egal wer nächstes Jahr das Trikot mit der 10 tragen wird, der wird ein schweres Erbe antreten“, verkündet Hurle, der aber dem ältesten Bruder des Keller-Quartetts eine Hintertür offen hält: „Sebastian ist total heimatverbunden mit dem SVB. Wenn irgendwann mal die Situation eintreten sollte, dass Not am Mann ist, wäre Sebo der Letzte, der einen im Stich lässt und sofort in die Bresche springen würde.“

Dem SV Bühlertal wird damit eine gehörige Portion Erfahrung und Schlitzohrigkeit fehlen. Die Planstelle in der Innenverteidigung, die das Urgestein hinterlässt, hat Hurle aber bereits gefüllt – und zwar mit dem Neuzugang Kevin Weber vom Landesligisten VfB Bühl. „Kevin ist trotz seines noch jungen Alters schon sehr weit, braucht nicht viel Entwicklungszeit. Er wird definitiv Spielzeit kriegen, natürlich würde ich mir wünschen, dass er sofort Stammspieler wird“, sagt der Pädagoge, wohlwissend, dass aber jeder Neuzugang einen „gewissen Gewöhnungsprozess“ braucht.

SVB setzt auf eigene Talente

Weitere externe Neuzugänge seien derzeit nicht eingeplant, erklärt Hurle, man halte „jedoch die Augen offen“. Neben Weber darf sich der SVB-Coach auf zwei eigene Talente freuen. „Joel Schnurr ist ein zentraler Mittelfeldspieler, besitzt einen ungemeinen Willen, ist für sein Alter schon sehr klar im Kopf. Von ihm erhoffen wir uns schon was“, sagt Hurle, verweist aber gerade in der Offensive auf einen großen Konkurrenzkampf. Außerdem rückt Noah Wahl aus der A-Jugend in das Bühlertäler Torwartteam auf. „Unser Kader umfasst damit 20 Feldspieler und drei Keeper. Damit dürften wir gut aufgestellt sein“, ist sich der 31-Jährige sicher. Johannes Hurle wird beim ersten Post-Corona-Training somit viele altbekannte Gesichter sehen – aber vielleicht ja auch den einen oder anderen neuen Trainingsgegenstand.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
23. März 2021, 20:30 Uhr
Lesedauer:
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