SV Bühlertal: Topteam Kehler FV zu Gast

Bühlertal (rap) – Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal hat derzeit einen Lauf: Drei Spiele, sieben Punkte. Nun soll auch gegen das Topteam Kehler FV Zählbares herausspringen.

Auf Marcel Heller (links) und den SV Bühlertal kommt mit dem KFV Schwerstarbeit zu. Foto: Frank Seiter

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Auf Marcel Heller (links) und den SV Bühlertal kommt mit dem KFV Schwerstarbeit zu. Foto: Frank Seiter

„Gefühl ist alles, Name ist Schall und Rauch“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe im „Faust“ zu berichten. 212 Jahre später hat Johannes Hurle, seines Zeichens nicht Dichter, aber dafür Denker und Lenker an der Seitenlinie des Fußball-Verbandsligisten SV Bühlertal, seine ganz eigene Abwandlung des Dichter-Fürsten. „Die Namen schüchtern uns nicht ein“, sagt der 30-Jährige, angesprochen etwa auf Felix Armbruster, Pierre Venturini, David Assenmacher, Dennis Kopf, Tim Keck und Fadi Ammar Kheloufi. Sie gehören ohne Frage zur Crème de la Crème des regionalen Fußballs, spielen alle für den Kehler FV – und sind am Sonntag um 16.45 Uhr der nächste Gegner des SV Bühlertal.

Vielmehr seien solche Gegenspieler eine „Extra-Motivation für meine Spieler“, findet Hurle, „sich mit ihnen messen zu dürfen.“ Und was das Gefühl betrifft, ist sich der SVB-Trainer sowieso sicher: „Wir haben einen kleinen Lauf, sind seit drei Spielen ungeschlagen, haben sieben Punkte gesammelt. Die Stimmung im Team ist super. Ich freue mich auf Sonntag und habe ein gutes Gefühl.“

Hurle sieht „Reifeprozess“ bei seinem Team

Dass die Mittelberg-Meute derzeit nur so vor Selbstbewusstsein strotzt, hat seine Gründe: Der SVB hat die überraschende 1:2-Auftaktniederlage gegen den FC Teningen, der zuletzt auch dem KFV die erste Pleite beigebracht hat, schnell abgehakt, hat zwei souveräne Auswärtssiege eingefahren und war im Heimspiel gegen Topteam FC Denzlingen dicht vor einer Überraschung, musste sich am Ende aber mit einem 1:1 zufriedengeben. Macht alles in allem sieben Punkte, Tabellenplatz acht – mit noch einem Spiel in der Hinterhand. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Start, auch wenn wir gegen Teningen Punkte liegengelassen haben. Gegen die DJK Donaueschingen ist jetzt auch im Angriff der Knoten geplatzt“, sagt Hurle. Einen 4:2-Auswärtssieg durfte die Keller-Bande bejubeln. Doch dem Übungsleiter gefiel neben der Offensivwucht vor allem eins: „Wir haben das Ding richtig cool runtergezockt. Trotz frühen Rückstands und zwischenzeitlichem Ausgleich haben wir ruhig weitergespielt. Das hat mir imponiert“, findet der Realschullehrer, der einen „Reifeprozess“ in seinem Team ausgemacht hat. „In der vergangenen Saison hätten wir das Ding nicht so abgezockt zu Ende gespielt.“

Nun, am Sonntag, kommt auf die „reifen“ Bühlertäler mit dem Rangzweiten Kehler FV aber Schwerstarbeit zu. Hinten halten Kapitän Rico Maier, Kopf und Armbruster den Laden dicht, vorne geht mit Venturini, Keck, Assenmacher und Ammar Kheloufi mächtig die Post ab. „Ich habe Hochachtung vor dem KFV, es ist eine geile Mannschaft mit feinen Kickern. Ich traue ihnen diese Saison viel zu“, sagt Hurle, der erst vergangene Woche mit KFV-Trainer Frank Berger telefoniert hat. Die beiden verbindet seit Jahren eine Freundschaft, Punkte zu verschenken hat Hurle aber freilich nicht. „Der KFV ist sicherlich Favorit, wir können aber sehr selbstbewusst ins Spiel gehen. Wir wissen, dass wir für jeden Gegner unangenehm sein können“, erklärt der SVB-Coach, der neben den Langzeitverletzten Christian Schmidt und Christian Gudera auch auf Maximilian Keller (Urlaub) verzichten muss. Dafür kehren dessen Bruder Sebastian und Jörn Zimmer in den Kader zurück.

„Es wird ein schöner Heimspieltag werden. Wir werden uns von der Stimmung tragen lassen“, sagt Hurle. Und von dem guten Gefühl. Wie wichtig ein Gefühl ist, wusste ja schon Goethe.


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