SV Bühlertal empfängt Spitzenteam

Bühlertal (rap) – Nach dem ersten Saisonsieg in Auggen möchte Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal am Samstag auf dem Mittelberg gegen Topklub FC Denzlingen überraschen.

Umsichtiger Organisator der Bühlertäler Abwehrreihe: Kapitän und Innenverteidiger Moritz Keller (links). Foto: Frank Seiter

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Umsichtiger Organisator der Bühlertäler Abwehrreihe: Kapitän und Innenverteidiger Moritz Keller (links). Foto: Frank Seiter

Eine Kerze hat Johannes Hurle dann doch nicht angezündet. Obwohl der Trainer und auch die Spieler des SV Bühlertal dazu allen Grund gehabt hätten, ist Auggen, genau genommen der Sportplatz der 3.000-Einwohner-Gemeinde, doch so was wie der Wallfahrtsort für die Mittelberg-Truppe. Ein Ort, der positive Energien freisetzt, und an dem eines Grundgesetz ist: Der SV Bühlertal geht nach 90 Minuten im Markgräflerland als Gewinner vom Platz.

So war es vor einem Jahr, als der SVB am siebten Spieltag den ersten Saisonsieg feiern durfte, und so war es (natürlich) auch am vergangenen Sonntag. Nach einem laut Hurle „Abnutzungskampf“ gewannen die Rot-Weißen dank des Tors des Tages von Philip Keller mit 1:0 – der erste Dreier der Runde war eingetütet. „Eine Kerze haben wir nicht angezündet“, sagt der SVB-Coach und lacht. „Aber wir sind wieder einmal mit einem guten Gefühl und einem Augenzwinkern vom Platz gegangen.“

Bis es so weit war, hatte die Hurle-Elf aber Schwerstarbeit zu verrichten. Ein „knappes Ding“ sei es gewesen, lässt der 30-Jährige die Partie nochmals rekapitulieren. „Letztlich haben wir einen Tick mehr investiert, den größeren Willen gezeigt und waren effizienter“, findet Hurle, der von einer „starken Teamleistung“ spricht, aber dann doch ein Sonderlob verteilt – und zwar an Torhüter Niklas Cholewa. Dieser rückte zwischen die Pfosten, nachdem sich Christian Gudera beim Saisonauftakt gegen Teningen die Schulter ausgekugelt hatte und noch längere Zeit fehlen wird. „Es hat mich extrem gefreut, dass Niklas zu Null gespielt hat. Er war ein richtiger Rückhalt und hat der Defensive Sicherheit gegeben“, sagt der SVB-Trainer.

Rückkehr auf den Rasenplatz

Einen Cholewa in Topform braucht der SV Bühlertal freilich auch am Samstag, wenn auf dem Mittelberg die Spitzenmannschaft FC Denzlingen ihre Visitenkarte abgibt. Nach einem Stotterstart mit Pokalaus und 2:5-Auftaktniederlage gegen Pfullendorf, fegten die Breisgauer wie ein Tornado durchs Kuppenheimer Wörtel und walzten alles nieder, was ihnen in den Weg kam – ein beeindruckendes 7:1 war Ausdruck der Denzlinger Schaffensstärke. Am vergangenen Wochenende gab es dann für den Rangvierten einen 3:2-Arbeitssieg gegen Teningen. „Da kommt Goliath auf uns zu“, ist sich Hurle sicher, „ein richtiges Brett, mit richtig guten Spielern. Der FCD ist einer der Topfavoriten auf den Titel und wird am Ende der Saison sicher unter den Top Drei landen“. Kein Wunder, griff der FCD im Transferfenster doch großzügig in die Regional- und Oberligaregale, um seinen Kader zu verstärken – etwa mit Erich Sautner und Michael Respondek.

Was also spricht für eine Bühlertäler Überraschung? „Der Heimvorteil“, antwortet Hurle blitzschnell. Und eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wie der Realschullehrer ausführt: „Endlich können wir wieder auf dem Rasen spielen. Dort, wo wir im vergangenen Jahr auch das eine oder andere Topteam bezwungen haben.“ Gegen die Offensivwucht aus dem Breisgau wird eine tadellose Leistung vonnöten sein, eine stabile Defensive Grundvoraussetzung für einen oder gar drei Bonuspunkte. Dabei wird aber Steffen Kaiser fehlen, zudem droht der Ausfall von Routinier Sebastian Keller, der sich diese Woche im Training gezerrt hat. Dafür kehrt Mittelfeldmotor Nico Westermann in die Mannschaft zurück. „Die Jungs haben brutal Bock auf das Spiel. Natürlich brauchen wir einen Sahnetag, einen enormen Willen und Denzlingen einen eher schwächeren Tag. Wir müssen dem FCD auf den Füßen stehen, aber müssen trotzdem auch Fußball spielen“, erklärt Hurle den Matchplan für eine mögliche Überraschung.

Der SVB-Coach hat schließlich vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Spieler: „Ich weiß, zu was sie fähig sind.“ Da braucht Johannes Hurle keinen Beistand von oben – oder eine Kerze.

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Erstellt:
11. September 2020, 14:00 Uhr
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