SV Bühlertal empfängt nächstes Kellerkind

Bühlertal (rap) – Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal will zum Auftakt der Rückrunde die beeindruckende Heimserie ausbauen und auch gegen den SV Weil am Samstag drei Zähler verbuchen.

Lieferte gegen die DJK Donaueschingen eine tadellose Leistung ab: Moritz Keller (rechts). Foto: Frank Seiter

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Lieferte gegen die DJK Donaueschingen eine tadellose Leistung ab: Moritz Keller (rechts). Foto: Frank Seiter

Johannes Hurle machte sich am Samstagabend ziemlich schnell vom Acker. Genauer gesagt vom Mittelberg. An der Leistung seiner Jungs lag es freilich mitnichten, hatten sie doch kurz zuvor nach einer Willensleistung gegen die DJK Donaueschingen einen eminent wichtigen 2:0-Sieg verbucht – und die Hinrunde, nach einigen Aufs und Abs, schließlich über dem ominösen Strich beendet.

„Ich bin relativ früh heim, weil meine Frau lecker für uns beide gekocht hat. Das hatte ich ihr versprochen“, sagt der Trainer des Verbandsligisten SV Bühlertal. „Die Jungs haben aber ordentlich gefeiert, das Clubhaus mit Leben gefüllt und sind später am Abend noch in eine weitere Lokalität gezogen.“

Führungsspieler zeigen ansteigende Form

Während im Hause Hurle beim Dinner für zwei kulinarische Leckereien auf den Tisch kamen, waren die 90 Minuten zuvor gegen das Kellerkind DJK Donaueschingen eher Hausmannskost – Marke Kartoffelsalat mit Wienerle. An einen fußballerischen Festschmaus war in der Lage, in der sich der SVB befand, ohnehin nicht zu denken. So dicht vor den Abstiegsrängen gelegen, kommt es nicht auf „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ an, sondern zählen Tugenden wie grundehrliche Arbeit auf dem Platz, unbändige Leiden- und Laufbereitschaft sowie Zweikampfhärte. All das rief die Mittelberg-Meute – mit 15 Minuten Verspätung – ab. „Ich bin wirklich sehr zufrieden mit der Leistung gewesen. Dass in unserer Lage nicht alles klappt, ist klar. Wir haben uns aber in die Partie reingekämpft, sind von Minute zu Minute mutiger geworden und haben verdient gewonnen“, sagt Hurle. Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Kellerduells war auch, dass die Führungsspieler ansteigende Form zeigten. Moritz Keller rührte in der Innenverteidigung gemeinsam mit Youngster Jonas Schneider, der eine überragende Zweikampfquote aufwies, Beton an. Im Mittelfeld war Kapitän Marcel Heller der benötigte Fixpunkt, Philip Keller biss sich auf der linken Flanke von Minute zu Minute mehr ins Spiel – auch wenn (noch) nicht alles klappen wollte. Und vorne rieb sich Nico Westermann in unzähligen Zweikämpfen auf und spulte Meter um Meter ab. „Das war extrem wichtig, dass die erfahrenen Spieler vorangegangen sind und die jungen Wilden geführt haben. Daran gilt es anzuknüpfen“, erklärt der SVB-Coach.

Hurle: „Keine One-Man-Show“

Am besten schon am Samstag zum Rückrundenauftakt auf dem Mittelberg. Dann erwarten die Rot-Weißen mit dem SV Weil (14.30 Uhr) das nächste Kellerkind. Für den SVW dürfte die Begegnung bereits Finalcharakter haben, sollte die Truppe aus dem Grenzgebiet ohne Sieg die lange Heimfahrt antreten, scheint der Abstieg in die Landesliga bereits besiegelt zu sein. Schließlich beträgt der Abstand zum rettenden Ufer, das derzeit der FC Radolfzell (20 Punkte) belegt, mittlerweile schon acht Zähler. Der SVB liegt auf Rang zehn mit 22 Punkten noch im Dunstkreis der Abstiegszone, kann mit einem Dreier aber den Anschluss ans Mittelfeld erreichen. „Der SV Weil wird extrem motiviert sein, die werden alles in die Waagschale werfen. Es wird eine intensive Partie werden, die uns alles abverlangen wird“, ist sich Hurle sicher.

Schwerstarbeit wird vor allem auf die Defensive rund um die Innenverteidiger Moritz Keller und Schneider zukommen, denn der SVW hat einen ausgewiesenen Experten in seinen Reihen, der ganz genau weiß, wo das gegnerische Tor steht: Ridje Sprich. Bereits 13-mal hat der SVW-Goalgetter vom Dienst eingenetzt – bei insgesamt 21 Weiler Toren eine überragende Quote. „Der Name“, sagt Hurle, „spricht für sich. Ich kenne Ridje gut. Er ist ein überragender Stürmer, sozusagen die Überlebensgarantie des SVW.“ Dennoch sei die Truppe von Trainer Andreas Schepperle mehr als Ridje Sprich. „Es ist definitiv keine One-Man-Show“, findet der SVB-Coach, der eben auch auf die Kicker Buba Ceesay und Marvin Stöhr verweist.

Im Hinspiel traf etwa Ceesay zur frühen Führung, Nicolas Weis, der am Samstag verletzt ausfallen wird, rettete für die Mittelberg-Meute kurz vor Abpfiff zumindest einen Zähler (87.). Es sollte einer von gerade mal zwei Pünktchen in der Fremde sein, die der SVB bislang ergatterte. Dabei war bereits beim Auswärtsauftritt in Weil durchaus mehr drin, in der zweiten Hälfte spielte der SVB auf ein Tor. Dies zog sich in der Folge durch die gesamte Saison – Aufwand und Ertrag standen in der Fremde in überhaupt keinem Verhältnis.

Beeindruckende Heimserie

Nur gut, dass morgen nach dem wichtigen Sieg gegen Donaueschingen wieder ein Heimspiel wartet. Denn zuhause auf dem Mittelberg ist der SVB schier unbesiegbar. Die bis dato letzte Niederlage datiert von Ende August 2020. „Daheim gehen wir mit einem brutalen Selbstbewusstsein ins Spiel, mit dem Selbstverständnis, dass für den Gegner nichts zu holen ist“, sagt Hurle, der jedoch seinen Jungs die Sinne schärft: „Wir sind uns absolut bewusst, dass der SVW eine gefährliche Truppe ist.“

Daher müsse wieder die gleiche Leidenschaft, der gleiche Wille und die gleiche Bereitschaft über die Leistungsgrenzen zu gehen wie gegen die DJK an den Tag gelegt werden. „Dann“, ist sich Hurle sicher, „ist definitiv was Zählbares drin.“ Ein Punkt sollte es nach dem Gusto des Übungsleiters mindestens sein, deren drei „wären natürlich überragend“. Ohnehin sei das Ziel in den letzten Partien bis zur Winterpause (Weil, Auggen, Denzlingen) „irgendwie so viele Punkte rauszuholen wie möglich“, so Hurle.

Seinen Beitrag dazu will auch weiterhin Isuf Avdimetaj leisten, der nach seiner Einwechslung gegen Donaueschingen heiß wie Frittenfett war und mit zwei Toren zweifelsohne der Matchwinner war. Noch ist der Sturmtank nicht bei 100 Prozent, doch auch gegen den SV Weil wird die Schlitzohrigkeit und Ausgebufftheit des 32-Jährigen benötigt. Ob dann der SVW per fußballerischem Leckerbissen oder Hausmannskost verspeist wird, ist egal. Hauptsache der Hunger ist am Samstag gegen 16.20 Uhr gestillt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
25. November 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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