SV Bühlertal gegen den Offenburger FV gefordert

Bühlertal (rap) – Vor dem SV Bühlertal liegt eine Mammutaufgabe: Am Sonntag steht das Match gegen das Spitzenteam des Offenburger FV an. Dort kann der SVB Punkte und verlorenes Ansehen zurückgewinnen.

Wieder zurück nach dem Urlaub: SVB-Routinier Nico Westermann (Mitte).  Foto: Frank Seiter

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Wieder zurück nach dem Urlaub: SVB-Routinier Nico Westermann (Mitte). Foto: Frank Seiter

Thorsten Werner muss nicht lange überlegen. Exakt vor zwei Jahren sei es gewesen, als der SV Bühlertal eine ähnlich erschreckend schwache Leistung darbot wie am vergangenen Samstag beim 1:1 in Teningen. Der 14. September 2019 war, fünfter Spieltag, Derby beim bis dato punktlosen Schlusslicht 1. SV Mörsch. Völlig saft- und kraftlos präsentierte sich die Mittelberg-Meute in der Sandgrube damals, verlor verdient mit 0:1.

„Ganz so schlimm war es in zwar Teningen nicht, aber in der zweiten Halbzeit waren wir schon ziemlich schwach“, sagt der Vorstand Sport. Gerade nach den beiden Roten Karten – je eine für den FCT und SVB – kam jedweder Spielfluss zum Erliegen. „Wie eine Ziehharmonika sind wir auf dem gesamten Platz rumgerannt, ohne jede Ordnung, ohne jede Ruhe“, sagt Werner rückblickend. Der späte Teninger Ausgleich in Minute 92 sei dann nur das i-Tüpfelchen auf den gebrauchten Samstagmittag im Breisgau gewesen. Trotz zweier verlorener Punkte rangiert der SVB mit acht Zählern und Tabellenplatz neun im gesicherten Mittelfeld.

Es geht auch um Wiedergutmachung

„Die Jungs müssen die Partie so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen, deswegen hat das Trainerteam auch bewusst darauf verzichtet, die 90 Minuten nach- und aufzuarbeiten. Die Jungs haben Einsicht gezeigt. So eine Begegnung kommt in der Saison immer vor – es muss aber bei der einen bleiben“, berichtet Werner.

Der Blick geht also in die Zukunft – und die hat es am Sonntagnachmittag (17 Uhr) ganz schön in sich. Denn auf dem Mittelberg gibt sich – abgesehen vom Tabellenführer SV 08 Kuppenheim – mit dem Offenburger FV die Mannschaft der Stunde die Ehre. Der OFV hat als einziges Verbandsligateam schließlich noch eine blütenweiße Weste vorzuweisen: vier Spiele, vier Siege, Platz zwei. „Da kommt ein ganz schönes Brett auf uns zu“, ist sich der SVB-Verantwortliche sicher. Jedoch zur rechten Zeit. „Wir haben gegen den OFV überhaupt nix zu verlieren. Ganz im Gegenteil: Wir können nur gewinnen. Punkte, aber auch wieder das Ansehen unserer Fans“, sagt Werner. Denn 50 Bühlertäler Fans waren im Breisgau bei dem Gruselkick dabei, die gilt es nun mit einem engagierten Auftritt gegen das Ortenauer Topteam zu verwöhnen. „Wir müssen eine Reaktion zeigen, alles in die Waagschale werfen, was wir haben, eine Reaktion zeigen, Wiedergutmachung betreiben, damit die Fans nach dem Spiel sagen können – egal wie es ausgeht: ,Das ist mein SV Bühlertal‘“, fordert der Sportvorstand.

Kadertechnisch zum Improvisieren gezwungen

Dabei ist das Trainerteam rund um Coach Johannes Hurle und seinem Co Jürgen Schnurr kadertechnisch zum Improvisieren gezwungen. Neben den Langzeitverletzten (unter anderem Flügelflitzer Jonas Knobelspies) müssen am Sonntag auch Marcel Heller und Maximilian Weiß ersetzt werden. „Marcel ist einer unserer Schlüsselspieler, Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Und Maxi verpasst durch die Rote Karte das Spiel gegen seinen Ex-Verein. Der wäre richtig heiß gewesen“, sagt Werner. Nur gut, dass der spielende Co-Trainer Nico Westermann seinen Urlaub beendet hat und wieder zum Aufgebot gehört. Denn gerade die gestandenen Spieler hätten in Teningen „enttäuscht“, so der SVB-Vorstand. Da schadet ein Schuss Extra-Erfahrung durch Westermann nicht – gerade gegen einen Gegner wie der OFV.

„Das Team von Benjamin Pfahler besitzt eine unfassbare Breite im Kader, er kann durchrotieren ohne jeden Qualitätsverlust“, findet Werner. Vor allem die Mischung zwischen eigenen Talenten mit Stallgeruch und erfahrenen Akteuren stimmt beim Rangzweiten. Mit Fabio Kinast führt ein Eigengewächs die Torschützenliste an (fünf Treffer), Routinier Marco Petereit (drei Tore) liefert verlässlich zu. Gegen den SC Lahr brachte Pfahler so feine Kicker wie Marco Junker und Dimitrios Tsolakis nur von der Bank. Ganz zu schweigen von Louis Beiser-Biegert, der sich noch mit kleinen Verletzungen rumplagen muss. „Der OFV macht vieles richtig und steht nicht ohne Grund da oben“, sagt Werner.

Um zu punkten, brauche der SVB einen „absoluten Sahnetag“. Ohnehin sei jedoch viel wichtiger, „wieder unseren Fußball auf den Platz zu bringen, der uns auszeichnet“, fordert Werner. Der Rest kommt dann eh von ganz alleine.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
10. September 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
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