SV Bühlertal reist zum Kellerkind

Donaueschingen (rap) – Nach dem überraschenden Remis gegen den FC Denzlingen steht für Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal nun eine Pflichtaufgabe an: Der SVB gastiert bei der DJK Donaueschingen.

Voller Einsatz: Bühlertals Stürmer Gregor Dörflinger (links) im Duell mit FCD-Keeper Dominik Bergdorf. Foto: Frank Seiter

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Voller Einsatz: Bühlertals Stürmer Gregor Dörflinger (links) im Duell mit FCD-Keeper Dominik Bergdorf. Foto: Frank Seiter

Als am vergangenen Samstag der Schlusspfiff auf dem Bühlertäler Mittelberg ertönte, verspürte Johannes Hurle ein Gefühl, mit dem er vor den 90 Minuten gegen das Topteam FC Denzlingen beileibe nicht gerechnet hätte. Wahrscheinlich hätte er es nicht mal ansatzweise in Erwägung gezogen. „Direkt nach Spielende war ich ein bissel enttäuscht. Eigentlich völlig verrückt, so zu fühlen, schließlich haben wir gegen einen ganz starken Gegner 1:1 gespielt. Es wäre aber mehr drin gewesen, da wir über weite Strecken besser waren“, sagt der SVB-Trainer in der Rückschau.

Johannes Hurle ist trotz seiner erst 30 Lenze aber bereits lang genug im Fußballgeschäft tätig, um zu wissen, dass man „so ein Spiel normalerweise noch verliert“. Dass dies freilich nicht eingetreten ist, hatte der SVB seinem Keeper Niklas Cholewa zu verdanken, der in der Nachspielzeit noch einen gefährlichen Freistoß parierte. Bereits in Auggen, beim ersten Saisonsieg, war der junge Mann, der für den verletzten Christian Gudera zwischen die Pfosten gerückt ist, ein fehlerloser Rückhalt, dirigierte seine Vorderleute und zeigte starke Paraden. Ein Reifeprozess in Windeseile.

„Stimmung ist richtig gut“

Nach drei Spielen belegt die Mittelberg-Truppe mit vier Punkten den elften Platz, hat das spielfreie Wochenende aber bereits hinter sich. „Der Punktgewinn wird uns weiteren Auftrieb geben, die Stimmung ist richtig gut in der Mannschaft. Ich bin mit dem Saisonstart mega zufrieden“, erklärt Hurle, wenngleich punktemäßig es auch „fünf oder gar sieben“ Zähler hätten sein können. Doch 40 schwache von insgesamt 270 Verbandsligaminuten kosteten wertvolle Punkte. „Das zeigt die Qualität der Verbandsliga. Schwächephasen werden meist sofort bestraft. Das mussten wir zum Beispiel zum Saisonstart gegen Teningen erfahren, als 30 schwache Minuten uns letztlich den Sieg gekostet haben“, sagt Hurle.

Solch eine temporäre Leistungsdelle sollte die Hurle-Elf am Sonntag tunlichst vermeiden, ist der SVB doch beim Kellerkind DJK Donaueschingen (Platz 15) zu Gast. „Das Spiel kommt brutal ungünstig. Nach so einem Goliathspiel wieder den Kopf umzustellen, sich richtig darauf zu fokussieren, ist nicht einfach. Am liebsten hätte ich direkt gegen den Kehler FV gespielt“, erklärt Hurle seine Sicht der Dinge. Auf die (teilweise erfolgreiche) Kür folgt nun die (meist unangenehme) Pflichtaufgabe. „Wir wissen, was uns dort erwartet. Bei der DJK herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Die Mannschaft verfügt über eine richtig starke Mentalität, gibt sich nie auf. Darauf müssen wir uns einstellen und vom Kopf voll da sein“, gibt der 30-Jährige die Marschroute vor. Während neben den Langzeitverletzten Christian Schmidt und Torhüter Christian Gudera auch Routinier Sebastian Keller (Muskelverletzung) sowie Jörn Zimmer (Urlaub) ausfallen werden, kehrt Steffen Kaiser wieder in den Kader zurück, der weiterhin breit aufgestellt ist – gerade in der Offensive. Gegen Denzlingen musste gar Neuzugang Gregor Dörflinger zunächst auf der Bank Platz nehmen, Isuf Avdimetaj stürmte an vorderster Front. „Die Jungs unterstützen sich gegenseitig, feuern die Teamkollegen von draußen an und brennen, wenn sie reinkommen. Das Kollektiv stimmt bei uns“, sagt Hurle.

Gute Voraussetzungen also für Sonntag, ja wenn die Umstellung im Kopf von Goliathspiel auf Pflichtaufgabe gelingt.

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Erstellt:
19. September 2020, 07:30 Uhr
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