SV Bühlertal steht vor neuer Herausforderung

Bühlertal (rap) – Sportlich kann man aus Niederlagen und Siegen viel lernen. Das weiß der SV Bühlertal am besten: Für das Spiel gegen den FC Teningen soll vor allem Demut den Lernprozess antreiben.

Fällt aus: Lucas Scharer (Mitte). Foto: Frank Seiter/Archiv

© Frank Seiter

Fällt aus: Lucas Scharer (Mitte). Foto: Frank Seiter/Archiv

Manchmal ist eine Niederlage mehr wert als die drei Punkte, die man verloren hat. Und zwar dann, wenn man daraus lernt. Das war der klare Auftrag von Johannes Hurle an seine Mittelberg-Truppe nach dem 0:3 beim FC Denzlingen für das Prestigeduell gegen den Kehler FV vor einer Woche. Und seine Spieler haben dem Pädagogen bei der Ansprache offenbar ganz genau zugehört. Denn am Wochenende folgte eine 5:2-Gala gegen die Ortenauer, gerade im zweiten Abschnitt war es ein Spektakel. All‘ das, was Hurle forderte – eine bessere Effizienz vor dem gegnerischen Tor, mehr Cleverness, mehr Ruhe –, zeigten Philip Keller und Co. zur vollkommenen Zufriedenheit ihres Trainers.

Vor dem KFV-Gehäuse machte es gleich fünfmal Rumms, auch in schwierigen Momenten, und die gab es durchaus, bewahrte der SVB Ruhe und spielte seinen Stiefel herunter. „Wir haben absolut verdient gewonnen. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Und auch nach dem schnellen Doppelschlag zum Ausgleich die Ruhe bewahrt“, resümiert Hurle und schlussfolgert: „Wir haben den nächsten Step gemacht.“

Man kann aus Sieg und Niederlage gleichermaßen lernen

Nur einen Wermutstropfen mussten die Bühlertäler verkraften. Wieder einmal. Mit Lucas Scharer hat sich bereits der vierte Spieler in dieser noch jungen Saison an der Schulter verletzt und fällt mit einem Schlüsselbeinbruch vorerst aus.

„Das ist Wahnsinn, wie viel Pech wir haben, was das angeht“, sagt der 31-Jährige, der den guten Saisonstart (sieben Punkte, Platz sechs) umso mehr wertschätzt: „Wir sind absolut im Soll. Gerade wenn man sieht, welche Rückschläge wir in der Vorbereitung und zum Start hinnehmen mussten. Dafür sind die sieben Zähler eine irre Ausbeute“, findet Hurle. Und am Samstag soll die Ausbeute weiter gesteigert werden, wenn es zum Kellerkind FC Teningen geht, den noch punktlosen Tabellenvorletzten.

Demut ist wichtig: Hochmut kommt vor dem Fall

Doch nicht nur aus Niederlagen lernt man, sondern auch aus Siegen. „Wir dürfen uns von der Tabelle nicht blenden lassen. Das wäre ein großer Fehler. Wir dürfen den FCT nicht unterschätzen“, fordert der SVB-Coach. Das Zauberwort lautet: Demut. Denn der Gegner sei „ein ganz gefährlicher“, so Hurle, „unangenehm zu bespielen, sehr athletisch, der konsequent die Tiefe und das vertikale Spiel sucht. Die Leistungen waren besser als die Ergebnisse“. Wie schwer es gegen den FCT sein kann, dürfte die Mittelberg-Meute noch ganz gut wissen. Zum Start der vergangenen Saison setzte es eine überraschende 1:2-Heimniederlage. „Wir haben geackert und gemacht, sind aber dem Rückstand erfolglos hinterhergerannt“, erinnert sich Hurle, verbunden mit dem Auftrag an seine Elf: „Das sollten wir am Samstag vermeiden. Vielmehr ist der FCT gefordert, zu gewinnen.“ Daher müsse sein Team, das ohne Routinier Nico Westermann, dafür wieder mit Maximilian Weiß in den Breisgau reist, „clever agieren. Wir nehmen die Aufgabe zu 120 Prozent ernst. Dann bin ich überzeugt, dass wir Punkte mitnehmen werden“, so der Übungsleiter. Es dürfte die nächste Herausforderung im Bühlertäler Lernprozess sein. Wird die mit Bravour absolviert, winken drei Punkte.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
3. September 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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