SV Bühlertal überzeugt gegen Denzlingen

Bühlertal (rap) – Fußball-Verbndsligst SV Bühlertal ist erfolgreich in die Rückrunde gestartet: Gegen den Rangzweiten Denzlingen spielte die Hurle-Elf 2:2 – und war dem Sieg näher als die Breisgauer.

In die Zange genommen: Bühlertals Nico Westermann (Mitte) reagiert schneller als Yannick Lawson (rechts) und wird elfmeterreif gefoult. Foto: Frank Seiter

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In die Zange genommen: Bühlertals Nico Westermann (Mitte) reagiert schneller als Yannick Lawson (rechts) und wird elfmeterreif gefoult. Foto: Frank Seiter

Manchmal kann im Fußball eine Punkteteilung mehr wert sein als ein Sieg. Dann nämlich, wenn eine Mannschaft sich Widrigkeiten entschlossen entgegenstellt, leidenschaftlich gegen diese ankämpft, Charakter beweist. Zwar fehlen beim ersten Blick aufs Tableau dann zwei Zähler, doch für den weiteren Saisonverlauf können solche 90 Minuten, wie sie sich am Samstagnachmittag auf dem Bühlertäler Mittelberg abspielten, ungemein wertvoll sein und den Reifeprozess eines Teams beschleunigen.

Denn der SVB erlebte gegen das Spitzenteam FC Denzlingen, immerhin Tabellenzweiter und Aufstiegsanwärter, eine wilde Achterbahnfahrt. Zunächst brillierten die Jungs von Trainer Johannes Hurle in den ersten 45 Minuten, gingen mit einer völlig verdienten 1:0-Führung in die Pause. Nur um diese binnen vier Minuten und zwei ganz bitteren Tiefschlägen aus der Hand zu geben. Doch der SVB ergab sich keineswegs seinem Schicksal, vielmehr behielten die Hausherren die Nerven – und schlugen eiskalt zurück: Philip Keller veredelte eine Traumvorlage von Jonas Knobelspies zum völlig verdienten 2:2-Endstand (67.).

Moritz Keller behält die Nerven

„Wenn das Spiel einen Sieger verdient gehabt hätte, wären wir das gewesen. Das Schönste ist, wie wir uns nach dem 1:2 zurückgeboxt haben – und zwar auf fußballerische Art und Weise. Aus diesem Spiel, aus dieser zweiten Halbzeit kann meine Mannschaft ungemein viel lernen und mitnehmen“, analysierte Hurle, der nur einer Sache etwas nachtrauerte: „Du musst eigentlich 2:0 führen in der Halbzeit.“

Denn in den ersten 45 Minuten beherrschten die Hausherren den phlegmatisch und überheblich wirkenden FCD auf dem kleinen Kunstrasenplatz. Während die Gäste viel zu umständlich agierten und in der 42. Minute durch Kristian Disch ihre einzige Torchance hatten, spielte Bühlertal einen schnörkellosen, temporeichen Ball. Hinten war die Abwehr um Moritz Keller hellwach, vorne diente Stürmer Lucas Scharer als Wandspieler, im Mittelfeld wirbelten der enorm spielfreudige Knobelspies, Philip Keller und Nico Westermann beinahe nach Belieben.

Während Jonas Schneider per Kopf noch die Führung verpasst hatte (9.), war Moritz Keller vom Elfmeterpunkt zehn Zeigerumdrehungen später erfolgreich. Vorausgegangen war ein Schuss von Philip Keller, den FCD-Schlussmann Gabriel Topka noch parieren konnte. Beim Abpraller reagierte Westermann blitzschnell – und wurde von Lawson von den Füßen geholt. Auch danach diktierte der SVB das Geschehen, doch Philip Keller (23., 31.) und Westermann (39.) verpassten das 2:0.

Zwei Gegentore binnen vier Minuten

Was sich nach der Pause rächen sollte. FCD-Trainer Milorad Pilipovic war derart verärgert über den leblosen Auftritt, dass er einen Dreifach-Wechsel vornahm und mit Dees und Musu Jaiteh noch mehr Körperlichkeit ins Spiel brachte. Mit Erfolg: Erst traf der hünenhafte Lawson nach einer Ecke per Kopf in die Maschen (56.), dann verschuldete Moritz Keller, nachdem er zunächst als letzter Mann ausgerutscht war, einen Handelfmeter, den Garcia Stein in die Maschen schweißte (60.). Manch SVB-Fan befürchtete nun Schlimmstes, doch das Gegenteil war der Fall: Die Hurle-Elf schüttelte die zwei Tiefschläge ab, blieb unbeirrt bei ihrer Spielweise – und schlug nur sieben Minuten später zurück: Knobelspies hebelte mit einem gefühlvollen Chipball in den Lauf von Philip Keller die komplette FCD-Defensive aus. Der nahm diesen Geniestreich dankend auf – und lupfte den Ball gekonnt über Topka ins verwaiste Gästetor.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
27. Februar 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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