SV Bühlertal verliert Auftakt

Bühlertal (rap) – Die erste halbe Stunde verschlafen, danach Chancenwucher betrieben: Fußball-Verbandsligist SV Bühlertal ist mit einer 1:2-Niederlage in die Saison gestartet.

In der Teninger Zange auf dem kleinen Kunstrasenplatz am Mittelberg: Bühlertals Philip Keller (rotes Trikot) behauptet den Ball. Foto: Frank Seiter

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In der Teninger Zange auf dem kleinen Kunstrasenplatz am Mittelberg: Bühlertals Philip Keller (rotes Trikot) behauptet den Ball. Foto: Frank Seiter

Johannes Hurle litt draußen an der Seitenlinie mit. Nach der nächsten hochkarätigen Chance seiner Jungs blickte der Coach des SV Bühlertal ungläubig gen Himmel, beim nächsten abgeblockten Schuss im Teninger Strafraum schlug er die Hände vors Gesicht. Doch alle Stoßgebete zum Fußballgott waren trotz eines Bühlertäler Sturmlaufs in der zweiten Hälfte vergebens. Der SVB verlor am Sonntag sein Auftaktspiel in der Fußball-Verbandsliga gegen den FC Teningen mit 1:2 – weil die Mittelberg-Truppe die ersten 30 Minuten völlig verschlief und Chancenwucher ohne Ende betriebt.

„Wir haben uns nach der schwachen Anfangsphase reingekämpft, haben zwei, drei gute Torchancen gehabt. Von den Anteilen hätten wir es verdient gehabt, mit einem 1:1 in die Halbzeit zu gehen, stattdessen bekommen wir das 0:2“, analysierte Hurle. Sein Gegenüber Marcel Kobus war dagegen froh, dass „wir in der zweiten Hälfte irgendwie den Vorsprung über die Zeit gerettet, alles reingeworfen und die drei Punkte mitgenommen haben“.

Ungenaues SVB-Passspiel

Bereits nach vier Minuten musste der SVB die erste Schrecksekunde überstehen. Ein Freistoß aus dem linken Halbfeld von Carsten Giedemann wurde länger und länger und wäre in die Maschen getrudelt, doch Christian Gudera rettete zur Ecke. Diese wiederum zirkelte erneut der Teninger Innenverteidiger auf die Latte. Während der FCT weiter Druck machte, die Hausherren früh anlief und schnörkellos nach vorne spielte, wirkte die Hurle-Elf fahrig in ihren Aktionen, gedanklich waren die Rot-Weißen noch in der Kabine: Das Passspiel war äußerst ungenau und fehleranfällig, die Raumaufteilung vogelwild und in der Offensive konnten weder der blasse Gregor Dörflinger noch der emsige Nico Westermann Akzente setzen. Zu allem Überfluss musste der SVB früh den Torwart wechseln. Für Gudera rückte Niklas Cholewa zwischen die Pfosten. Sinnbildlich für die Schlafmützigkeit war die Gästeführung: Einen eigenen Einwurf brachte SVB-Mittelfeldmotor Jonathan Steinmann nicht unter Kontrolle, Innenverteidiger Moritz Keller verlor den anschließenden Zweikampf, erst rettete Cholewa zwar noch gegen Jones-Yannick Bonsu, gegen den Nachschuss von Dennis Metz war er jedoch machtlos (25.).

Erst nach dem Schock setzte der SVB offensive Ausrufezeichen: Jonas Knobelspies zielte nach feiner Einzelleistung zunächst knapp am Gehäuse vorbei (27.), wenig später klatschte sein satter Schuss an den Pfosten (39.). Steinmann und Philip Keller scheiterten mit einer Doppelchance (35.) am bärenstarken FCT-Torwart Niklas Krause, der sein ganz persönliches Meisterstück in Minute 44 ablieferte: Nach einem herrlichen Knobelspies-Dropkick aus wenigen Metern riss Krause den Arm reaktionsschnell nach oben und lenkte den Ball noch über die Latte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff sollte es freilich noch schlimmer für Bühlertal kommen. Unnötiger Ballverlust im Mittelfeld, schnelles Teninger Umschaltspiel, starker Abschluss von Metzger aus 18 Metern – 0:2. Wie begossene Pudel schlichen die SVB-Mannen zur Halbzeitansprache – die offenbar aber fruchtete.

Bühlertäler Sturmlauf wird nicht belohnt

Mit der Einwechslung von Sturmkante Isuf Avdimetaj für den angeschlagenen Knobelspies war mehr Bewegung, mehr Leben im und um den Teninger Strafraum – allein der Ball wollte nicht über die Linie kullern. Weder bei einem abgefälschten Dörflinger-Schuss (48.) noch bei Steinmann, der aus wenigen Metern über das Tor zielte (49.), oder bei Avdimetaj, dessen vermeintlichem Ausgleich ein Handspiel voran ging (54.). Der SVB startete einen Sturmlauf, der mit dem 1:2 durch einen Westermann-Kopfball belohnt wurde (61.). Teninger Entlastungsangriffe hatten nun Seltenheitswert, doch zehn Minuten vor Schluss brachte Bonsu das Kunststück fertig, nachdem sich Cholewa verschätzt hatte, das leere Tor zu verfehlen.

Nun warf die Hurle-Elf alles nach vorne, erspielte sich hochkarätigste Chancen im Minutentakt, doch ging äußerst fahrlässig mit ihnen um – und brachten Johannes Hurle schier zum verzweifeln.

SV Bühlertal: Gudera (21. Cholewa) - Heller, Mo. Keller, S. Keller - Metzinger (82. Kaiser), P. Keller, Steinmann, J. Knobelspies (52. Avdimetaj), Max. Keller (46. N. Scharer) - Dörflinger, Westermann.

FC Teningen: Krause - Hüglin, Giedemann, Huber, Kreutner - Hodel, Vetter - Bonsu (90. Fiorentino), Metzger (82. daoudi), Bub (71. M. Hodel) - Stübbe.

Schiedsrichter: Timo Bugglin (Weil am Rhein) – Zuschauer: 250 – Tore: 0:1, 0:2 Metzger (25., 45.+1), 1:2 Westermann (61.) – Gelbe Karten: Mo. Keller, Westermann – Beste Spieler: Knobelspies - Metzger, Giedemann.

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Erstellt:
24. August 2020, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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