SV Sinzheim gastiert bei punktlosem SV Mörsch

Sinzheim (mi) – Der SV Mörsch empfängt am Sonntag mit einer hauchdünnen Personalausstattung den runderneuerten SV Sinzheim. Der war mit zwei Siegen souverän in die Saison der Landesliga gestartet ist.

Hat sich als Neuzugang schnell zur Führungskraft entwickelt: Sinzheims Markus Frietsch (rechts). Foto: Frank Seiter

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Hat sich als Neuzugang schnell zur Führungskraft entwickelt: Sinzheims Markus Frietsch (rechts). Foto: Frank Seiter

Christian Hofmeier ist Sorgen gewohnt. Egal ob früher bei seiner langjährigen Tätigkeit als Übungsleiter von Phönix Durmersheim oder seit seinem Comeback beim Herzensverein 1. SV Mörsch: Stets begleiten mehr Niederlagen als Siege und Abstiegsängste anstelle von Aufstiegseuphorie seine Arbeit.

Selbst die vermeintliche Job-„Beförderung“ vor eineinhalb Jahren bei Rot-Weiß Elchesheim endete als Missverständnis, bevor die Arbeit überhaupt richtig begann. Heavy-Metal-Fan Hofmeier könnte also durchaus Rammsteins „Herzeleid“ als Evergreen täglich rauf und runter spielen. Um im Bild der Ostberliner Pyro-Brachialrocker zu bleiben: Die „Sonne“ hat der Trainer und der 1. SV Mörsch schon länger nicht mehr gesehen. Die vergangene Abbruch-Saison verhinderte womöglich sogar den zweiten Abstieg in Folge. Wobei der Ausstieg aus der Verbandsliga bekanntlich auf freiwilliger Basis selbst bestimmt erfolgte, weil die jahrelange Chancen- und Perspektivlosigkeit nur zu offensichtlich war und nichts mehr als Verdruss bereitete.

Null-Punkte-Fehlstart beim SV Mörsch

Ob der SVM, der vor zehn Jahren mit Dietmar Blicker noch ganz andere Zeiten erlebte, die neue Landesliga-Spielzeit mehr genießen kann, ist fraglich. Wobei der Null-Punkte-Fehlstart rein zahlenmäßig begründbar ist: Vier Langzeitverletzte, mehrere Urlauber und ein dünner Kader: „Wir haben eine unterirdisch schlechte Personalsituation“, bilanziert Hofmeier, der auch deshalb „nicht wirklich hoffnungsvoll“ klingt. Dass Spielausschuss Pascal Huber mit ran musste, unterstreicht die extrem dünne Personaldecke.

Von daher hat sich die Resterampe rein spielerisch gar nicht schlecht präsentiert, doch Hofmeier hat schnell die Problemstellen erkannt: „Wir haben reichlich Lehrgeld gezahlt. Unglaublich, welche Chancen wir im ersten Heimspiel vergaben. Und wir müssen natürlich unsere Fehler minimieren. Die haben uns schon teuer Punkte gekostet.“ So lag man zuletzt bei einer der heimstärksten Mannschaften in Oberwolfach zur Pause nach einer überzeugenden Vorstellung 2:1 in Führung – um danach innerhalb von 23 Minuten drei Gegentore beim 2:4 zu kassieren.

Hofmeier: „Sinzheim ist eine Klasse besser als in den Vorjahren“

Und jetzt empfängt man den runderneuerten SV Sinzheim, der zweimal ziemlich souverän gewonnen hat. Hofmeier weiß, was da auf seine Jungs zukommt: „Sinzheim ist eine Klasse besser als in den Vorjahren. Der neue Trainer hat ein richtiges Feuer entfacht. Es wird schwer, aber wir müssen ihnen die Lust nehmen.“

Michael Santoro wird früh dafür belohnt, die Zügel gleich zum Saisonstart angezogen zu haben. Fünf Trainingseinheiten pro Woche hinterlassen Spuren in Form von sechs Punkten. Zudem haben die Neuzugänge allesamt positiv eingeschlagen. Bestes Beispiel ist Markus Frietsch, der sich in kürzester Zeit zur Führungskraft entwickelte und zuletzt auch beim Heimsieg gegen Würmersheim einen Elfmeter verwandelte.

Allerdings war noch längst nicht alles Gold, was zwischenzeitlich glänzte. Santoro: „Die ersten 20 Minuten waren überragend mit starkem Kurzpass-Spiel, doch später haben wir uns von unserem roten Faden abbringen lassen. Man hat gesehen, dass wir noch nicht konstant genug sind. Von daher fahren wir auch mit Respekt nach Mörsch. Die haben nach meiner eigenen Beobachtung zweimal unglücklich verloren.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Michael Ihringer

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Erstellt:
20. August 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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