SWR-Reporterin schreibt frechen Sommer-Roman

Baden-Baden (co) – „Stadt, Land, Mann“: Die Radio-Frau Kristina Hortenbach ist unter die Autorinnen gegangen. Ein Nachfolge-Band ist bereits in Arbeit.

SWR-Reporterin Kristina Hortenbach ist unter die Buchautoren gegangen. „Stadt, Land, Mann“ heißt ihr erstes Werk. Ein Nachfolgeband ist in Arbeit. Foto: Conny Hecker-Stock

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SWR-Reporterin Kristina Hortenbach ist unter die Buchautoren gegangen. „Stadt, Land, Mann“ heißt ihr erstes Werk. Ein Nachfolgeband ist in Arbeit. Foto: Conny Hecker-Stock

Kristina Hortenbach kann mündlich genauso witzig erzählen wie sie ihre Szenen zu Papier bringt. Die Promi-Reporterin des SWR hat gerade ihren ersten Roman „Stadt, Land, Mann“ veröffentlicht – unter dem Pseudonym Nina Bach.

Die 1969 geborene Rheinländerin wuchs in der Nähe von Bonn auf. Als „die Zeit der Apfelernte durch war“ suchte sie nach einer neuen Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzustocken und schrieb nebenbei für ein Anzeigenblatt „vom Kaninchenzüchterverein bis zum Karneval“. Und sie lernte dabei fürs Leben, wie bierernst doch die Narren sein können und wie wenig Kritik an ihren einfallslosen Umzugswagen sie damals vertragen konnten. Über das katholische Bildungswerk Bonn belegte sie einen „Radiokurs“ und lernte im Schnellverfahren alles über das Entstehen einer Sendung für den Bürgerfunk, von der Recherche über das Interview bis zur Moderation. Da sie weiterhin am Journalismus Gefallen fand, leistete sie während ihres Studiums der Geschichte, Germanistik und Politik diverse Praktika. So berichtete sie unter anderem für das Blatt mit den vier großen Buchstaben über einen Banküberfall, bei ZDF Frontal beschied man sie dagegen: „Komm wieder, wenn du einen Skandal hast.“

„Ich kenne Sie nicht, aber ich möchte hier arbeiten“

Ein Stipendium führte sie für drei Monate zu Radio France nach Paris, wo sie zwar beruflich dazulernte, der Sprachkurs trug dagegen nicht so wirklich Früchte. Der erste richtige Promi, den sie für RTL interviewen durfte, war Roger Moore als Unicef-Botschafter, in den 90er Jahre durchaus noch ein Schnittchen. Ganz kess und etwas naiv bewarb sich Kristina Hortenbach beim SDR: „Ich kenne Sie nicht, aber ich möchte hier arbeiten“ – und sie gefiel offensichtlich mit ihrer offenen Art. Nur 18 Monate nach ihrem Volontariat fusionierte der Sender mit dem SWF und wurde zu ihrem heutigen Arbeitgeber SWR. Als „Wald- und Wiesen-Reporterin“ zieht sie seither für den Kultradiosender SWR 3 durch die Lande, brauchte allerdings anfangs Übersetzungshilfe für das seltsame Schwäbisch. Rasch wurde daraus ein sehr beliebtes Kursangebot „Deutsch lernen mit Fräulein von Hortenbach“, wobei sie als strenge Lehrerin die Begriffe zwar falsch aussprach, aber richtig erklärte. Als ihr die fehlende Promireportersparte im Hörfunk auffiel, übernahm sie nur zu gerne diese Rolle. Sie besuchte unter anderem die Berlinale, die Filmfestspiele in Cannes oder die Bambi-Verleihungen, um zu schauen, wie die Stars und Sternchen „so zicken und ticken“. Etwa Veronica Ferres, die sie dreimal abblitzen ließ, aber fürs Fernsehen sofort gesprächig wurde.

High Heels und Gummistiefel

Schon immer wollte Kristina Hortenbach ihre Erlebnisse mal zu Papier bringen, während eines Kreativurlaubs auf Borkum wurde der Grundstein gelegt. „Stadt, Land, Mann“ ist ein frecher Roman über zwei Freundinnen, High Heels und Gummistiefel, einen sexy Barkeeper, Berliner Großstadtleben und Schwarzwaldidylle, gespickt mit Szenen des Jet Sets. Nach einem erfolgreichen Exkurs in das Krimi-Genre ist gerade der Folgeband „Stadt, Land, Herz“ in Arbeit. Die Autorin recherchiert akribisch, hakt nicht nur beim Kölner Zoo und bei einem Altenstift im Bergischen Land nach, auch den Verfassungsschutz beglückt sie bei Bedarf mit ihren Mails. Es verspricht also ein weiterer vergnüglicher Band für laue Sommerabende zu werden, den Kristina Hortenbach zwischen der Arbeit und ihren Hobbies Golfen, Reisen und Fotografieren bis August abliefern wird.

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Erstellt:
7. Juni 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 40sec

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