Sabine Steimel ist neue Schulleiterin in Kartung

Sinzheim (nie) – Sabine Steimel ist neue Schulleiterin in Kartung. Sie hat Isolde Graf nach 17 Jahren abgelöst. Steimel ist eng mit Kartung verbunden, ging sie doch selbst dort zur Schule.

Sabine Steimel fühlt sich an ihrer neuen Wirkungsstätte wohl, sie schätzt dort den tollen Rundumblick, die Strukturen und das Engagement der Elternschaft. Foto: Nina Ernst

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Sabine Steimel fühlt sich an ihrer neuen Wirkungsstätte wohl, sie schätzt dort den tollen Rundumblick, die Strukturen und das Engagement der Elternschaft. Foto: Nina Ernst

Sabine Steimel nimmt das Wort „begeistern“ nicht nur oft in den Mund, sie strahlt es ebenso mit ihrer ganzen Art aus: Seit 1. August ist sie neue Leiterin an der Grundschule Kartung. Und mit vielen Stunden für das Kollegium, ihre 123 Schüler, die Elternschaft und das Schulleben an sich. Ihr Arbeitspensum momentan? „Das wollen Sie gar nicht wissen“, winkt sie schmunzelnd ab.

Schließlich hat Steimel in Kartung wirklich Neuland betreten, als sie im Sommer von der Hügelsheimer Nikolaus-Kopernikus Grund- und Werkrealschule gewechselt hat: Dort war sie seit 2015 als Lehrerin im Grundschulbereich tätig, auch mit dem Schwerpunkt als Praxisbegleiterin für geistig behinderte Kinder, hat sich im Kollegium „superwohl gefühlt“ und wollte „eigentlich gar nicht weg“. In der Führungsposition im Seeräuberdorf muss sie sich also erst einmal einarbeiten – auch mit den obligatorischen Fortbildungen für Führungskräfte, die sie mal so neben dem ganz normalen Schulalltag und dem Meistern der Corona-Vorschriften zu stemmen hat. Steimel strahlt aber eine echte Energie – neben der Begeisterung – aus, wenn sie sagt: „Es ist bewältigbar. Ich wusste ja, was auf mich zukommt.“

Doch das wusste sie noch gar nicht so lange: Erst als das Rastatter Schulamt in diesem Frühjahr zum dritten Mal bei ihr anklopfte, ob sie sich denn nicht für die Schulleiterstelle in Kartung bewerben wolle, sagte sie dann doch Ja.

Traumberuf erst im zweiten Anlauf

Ausschlaggeben sei vor allem ein Gespräch mit Isolde Graf gewesen, die 22 Jahre lang an der Grundschule Kartung wirkte und davon 17 als Rektorin. Dabei habe sie gesehen, dass die Kartunger Schule bestens organisiert sei, die Strukturen stimmten und man mit dem vorhandenen Material viel anfangen könne. Den Titel „Rektorin“ wird Steimel übrigens nie bekommen – sie bleibt Schulleiterin. Rektorin werde man, wenn man verbeamtet ist; verbeamtet werden könne man nur bis zum Lebensalter von 42 Jahren, erläutert Steimel. Als die 54-Jährige 2013 ihr Lehramtsstudium abgeschlossen hat, war sie also schon zu alt. Aber eben nicht zu alt, um endlich ihren Traumberuf zu erlernen. 20 Jahre lang hat sie als Bankkauffrau gearbeitet, ab 2009 dann die Bank an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe gedrückt und Mathe, Deutsch und Haushalt/Textil studiert. Neben der Erziehung zweier Töchter und neben 65-prozentiger Tätigkeit bei der Bank. Der Umbruch und die Anstrengung hätten sich allemal gelohnt, sagt Sabine Steimel mit Überzeugung – und man spürt, dass sie für ihre Arbeit brennt.

In Kartung möchte sie nun „Bewährtes bewahren“ und andere Dinge vorantreiben: So möchte sie die Lernplattform „Moodle“ etablieren, damit Fernlernen gut funktionieren könne, und das Förderprogramm des Landes „Lernen mit Rückenwind“ umsetzen, bei dem mithilfe pädagogischer Assistenten förderbedürftigen Kindern unter die Arme gegriffen wird. Und zwar nicht nur in den Schulfächern an sich, sondern auch im sozial-emotionalen Bereich – der durch die Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen merklich gelitten habe.

Selbst in Kartung zur Schule gegangen

Corona hänge wie eine Glocke über allem. Die damit einhergehenden Aufgaben, und vor allem deren Bewältigung, würden Steimel aber gerade zeigen, dass die Schulgemeinschaft funktioniere: Viele Eltern helfen beispielsweise bei den allmorgendlichen Corona-Testungen mit. „Das ist sehr entlastend“, freut sich Steimel.

Aus Greffern kommt die 54-Jährige nun jeden Morgen zu ihrem neuen Wirkungsort gefahren, den sie nur zu gut kennt: Aufgewachsen in der Litzlung hat sie in Kartung von 1974 bis 1978 das Einmaleins erlernt, und ihren Traumberuf kennengelernt.

„Hier hat Frau Ernst verbrochen, dass ich Lehrerin werden wollte“, denkt die starke Frau an ihre eigene Grundschullehrerin zurück. „Stark genug, um Schulleiterin zu sein, verrückt genug, es auch zu tun“, wie ihre Hügelsheimer Ex-Kollegen es ihr auf den Weg mitgegeben haben.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
17. November 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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