Säcke um Baden-Badens Bäume sorgen für Erfrischung

Baden-Baden (nof) – Das Gartenamt der Kurstadt setzt auf Bewässerungssysteme. Neu gepflanzte Bäume werden gut umsorgt.

Bewässerungssäcke sollen der alten Linde beim Dschungelspielplatz über den Sommer helfen. Fotos: S. Fricke/Holzmann

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Bewässerungssäcke sollen der alten Linde beim Dschungelspielplatz über den Sommer helfen. Fotos: S. Fricke/Holzmann

Heiße Sommer mit langen Dürreperioden machen auch den Bäumen zu schaffen. Gartenamtsleiter Markus Brunsing kann davon ein trauriges Lied singen. Bei der Frage, „wie wir die Stadt durchgrünt halten können“, haben die Experten zwei Bewässerungssysteme im Einsatz, um vor allem jungen Bäumen ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.

„Wir testen seit geraumer Zeit sogenannte Bewässerungssäcke und Bewässerungsringe“, erklärt Brunsing auf BT-Nachfrage. Aufgefallen war nämlich eine ganze Ansammlung von grünen Säcken rund um einen Baum am Dschungelspielplatz in der Lichtentaler Allee. „Ich habe schon auf eine Anfrage gewartet“, sagt Brunsing schmunzelnd.

Die Bewässerungssäcke gebe es noch nicht so lange, hätten sich aber recht schnell in Deutschland etabliert. „Auch wir haben diese zunächst an zwölf Bäumen getestet und für gut befunden.“

Mittlerweile seien an 50 Bäumen im ganzen Stadtgebiet solche Säcke angebracht. Damit soll vor allem neu gepflanzten Bäumen eine Starthilfe gegeben werden, erklärt der Gartenamtsleiter. 100 Liter Wasser fasse ein solcher Sack, der die Flüssigkeit nach und nach über mehrere Stunden hinweg gleichmäßig abgebe. „Das hilft dem Baum mehr als eine einmalige Wässerung.“ Der Ballen werde besser durchfeuchtet, „die Wurzeln können sich besser ausbreiten“.

„Das ist ein erstmaliger Versuch“

Ältere Bäume würden in der Regel nicht mehr bewässert. Die Linde am Dschungelspielplatz sei aber „ein Sonderfall. Sie ist sehr groß und sehr alt und hat einen riesigen Wurzelbereich, der schwer zu wässern ist. Dort haben wir sieben Wassersäcke kombiniert, um ihr ausreichend Feuchtigkeit zu spenden“, sagt Brunsing: „Das ist ein erstmaliger Versuch. Wir wollen nun beobachten, ob wir ihr so über den Sommer helfen können.“

Immer heißere Frühlings- und Sommermonate mit immer länger andauernden Dürreperioden bedeuten „Stress für Bäume, die sowohl unter der Trockenheit, aber auch unter der UV-Strahlung leiden“, weiß der Fachmann. Die Wassersäcke werden aber wohl keine generelle Lösung bieten. „Großflächig müssen wir wohl weiter die Rasensprenger in der Allee einsetzen, um die Parkanlage zu wässern.“

Bei Einzelbäumen kommen aber neben den Bewässerungssäcken auch Bewässerungsringe zum Einsatz, die ebenfalls ein Fassungsvermögen von rund 100 Litern haben und zum Beispiel bei den neu gepflanzten Bäumen in der Schwarzwaldstraße oder in der „Allee der Nachhaltigkeit“ (Oos-West) zum Einsatz kommen. „Diese müssen natürlich bei Bedarf mit dem Gießwagen befüllt werden. Regen allein hilft da nicht weiter.“ Mit Blick auf einen möglicherweise erneut bevorstehenden Dürresommer dankt Gartenamtsleiter Brunsing schon jetzt den Bürgern, die den Bäumen vor ihren Häusern oder Wohnungen ab und zu eine Gießkanne Wasser spendieren: „Wir freuen uns, wenn uns die Bürger dabei unterstützen.“ Und er schiebt hinterher: „Es darf ruhig ein bisschen mehr sein.“ Denn pro Kanne kommen nur zehn Liter Wasser zusammen. Ein richtiger Gießvorgang für einen Baum benötige aber mindestens 60 Liter.

 Bewässerungsringe werden bei neu gepflanzten Bäumen zur Unterstützung eingesetzt.

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Bewässerungsringe werden bei neu gepflanzten Bäumen zur Unterstützung eingesetzt.

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Erstellt:
19. Juni 2020, 11:00 Uhr
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