Sandweg leistungsfähig genug?

Gernsbach (stj) – Trotz teils großer Bedenken hat der Gemeinderat am Montag mehrheitlich den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Loffenauer Straße 11 gebilligt.

Soll abgerissen werden und der Innenverdichtung weichen: Das Gebäude Loffenauer Straße 11. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Soll abgerissen werden und der Innenverdichtung weichen: Das Gebäude Loffenauer Straße 11. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Das Projekt der Innenentwicklung, das zwei Mehrfamilienhäuser mit 16 Wohneinheiten vorsieht, bleibt aber umstritten. Einhellig zufrieden zeigte sich keine der drei Fraktionen, überall gab es Änderungsvorschläge. Am deutlichsten fiel die Kritik bei der CDU aus, die das Vorhaben geschlossen ablehnte. „Die Zufahrtssituation ist nach wie vor weitgehend unklar, Dachform und Kubatur laufen vollkommen aus dem Rahmen“, monierte Stefan Freundel. Und Volker Arntz (SPD) fragte: „Können wir nicht mal über Fassaden sprechen?“ Die „weiße Schachtelbauweise“, die in wenigen Jahren grau und hässlich aussehe, störe ihn mehr als die Größe der Baukörper. Man müsse sich in Gernsbach die Frage stellen: „Wie viel davon wollen wir in unserer Stadt?“

Den Wunsch nach etwas mehr Individualität konnte Bürgermeister Julian Christ nachvollziehen, gleichwohl stimmte er den Ausführungen von Albert Betting zu, der als zuständiger Mitarbeiter für Baurechtsfragen angesichts der drei Vollgeschosse mit zurückversetztem Satteldach von einem „sehr gelungenen Entwurf“ sprach. Er verwies zudem auf das Verkehrsgutachten des Büros Fichtner (Freiburg), das trotz der zu erwartenden Zunahme an Pkw-Verkehr und der arg beengten Verhältnisse im Sandweg selbigem attestiert, leistungsfähig genug zu sein, um dies bewältigen zu können.

Nicht mehr genug Platz für den Rettungsdienst?

Das dürften neben Stefan Freundel die Anwohner äußerst kritisch sehen: Schließlich sollen 16 Stellplätze der neuen Wohneinheiten über den Sandweg angefahren werden. Und die Bewohner kriegen ja vielleicht auch mal Besuch. Da lässt folgende Einschätzung des Büros Fichtner aufhorchen: „Die Fahrbahnbreite von rund fünf Metern im Sandweg kann dazu führen, dass in Abhängigkeit von Breite und Aufstellung eines parkenden Fahrzeugs die erforderliche Restfahrbahnbreite nicht mehr gegeben ist und für Rettungsfahrzeuge im Zweifelsfall kein Durchkommen mehr wäre.“

Abseits dieser Problematik nannte es Dr. Irene Schneid-Horn (SPD) positiv, dass die Bebauung einen Gehweg von der Loffenauer Straße zum Sandweg ermögliche. Bedauerlich fand sie hingegen das Fehlen eines Aufzugs in den Plänen für die zwei neuen Mehrfamilienhäuser. Stefan Krieg (Grüne) schlug vor, die Installation von E-Ladesäulen und mindestens KfW-Standard 55 vorzuschreiben. Letzteres sei laut Betting vom Bauherren aus Baden-Baden zugesagt. Krieg machte zudem den Vorschlag, die Stellplätze von 1,5 pro Wohneinheit auf einen zu reduzieren, um so die Verkehrsproblematik etwas zu entschärfen. Diesem wurde in der abschließenden Abstimmung aber nicht Rechnung getragen. 17 Gemeinderäte votierten für den präsentierten Bebauungsplanentwurf, sieben (CDU sowie von den Freien Bürgern Gabi Kienzle und Dr. Alexander Hoff) dagegen.


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