Sandweier begeistert mit Tempohandball

Baden-Baden (moe) – Die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden haben ihr drittes Spiel in nur sieben Tagen gewonnen und beim Sieg gegen Heiningen ein besonderes Werkzeug aus dem Koffer geholt.

Immer wieder auf und davon: Sandweiers Linksaußen Max Mitzel ist nach zahlreichen Tempogegenstößen erfolgreich. Foto: Frank Seiter

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Immer wieder auf und davon: Sandweiers Linksaußen Max Mitzel ist nach zahlreichen Tempogegenstößen erfolgreich. Foto: Frank Seiter

Wenn der Linksaußen und der Rechtsaußen besonders auftrumpfen, dann spricht man nicht nur im Handball gern von einer „Flügelzange“. Auf Nationalmannschaftsebene fallen einem da freilich Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki ein. Oder weiland Stefan Kretzschmar und Florian Kehrmann. Auf Oberliga-Niveau braucht sich auch der TVS Baden-Baden mit Christian Fritz und Max Mitzel beileibe nicht zu verstecken, wobei Letzterer beim 34:26-Sieg gegen den TSV Heiningen am Samstag Teil eines anderen Werkzeugs war.

In Analogie zur deutlich gebräuchlicheren Zange fungierte Linksaußen Mitzel zusammen mit seinem bärenstarken Torwart Matthias Meßmer sozusagen als Seitenschneider. Ein ums andere Mal pflückte sich Meßmer Heininger Bälle aus der Luft oder parierte sie – und warf sie ans andere Ende des Spielfelds, wo Kollege Mitzel nach dem Hase-und-Igel-Prinzip schon wartete, um das Spielgerät einzunetzen.

Catak: „Nahe am Optimum“

„Das zermürbt den Gegner“, bestätigte Mitzel und freute sich, „dass das heute so gut geklappt hat“. Basis für die Seitenwechsel im Hochgeschwindigkeitstempo sei allerdings die „überragende Abwehrarbeit unseres Innenblocks“ gewesen, so Mitzel, der sich auf diesem Weg bei seinen rackernden Kollegen Franz Henke, Jascha Lehnkering und Sebastian Wichmann bedankte, die für Meßmer fangbare Bälle erst möglich gemacht hätten.

Wenig überraschend war auch Sandro Catak nach dem dritten Sieg in nur sieben Tagen „zufrieden“, vor allem in Hälfte eins: „Das war schon nahe am Optimum, was Tempo und Abwehrleistung angeht“, betonte der TVS-Trainer. Dabei hatten die teilweise bemitleidenswerten Gäste – anders als sonst beim TSV üblich – versucht, die Sandweierer mit einer 6-0-Deckung zu überraschen, was angesichts der Rückraum-Wucht von Jonas Schuster und Markus Koch nach hinten losging. Zusammen mit etlichen erfolgreichen Gegenstößen lag der TVS, der längere Zeit auf Johannes Henke (Schulterverletzung) wird verzichten müssen, nach zehn Minuten mit 9:3 vorn. Weitere sieben Zeigerumdrehungen später war der Vorsprung bereits zweistellig (14:4/18.). Kurz vor der Pause konnte Heiningen nochmals weitgehend unbedeutend auf 17:10 (26.) verkürzen, doch wie überlegen die Grün-Weißen vor rund 250 Zuschauern, die sich nach 2G-plus-Regeln in der Rheintalhalle versammelt hatten, war, verdeutlicht die Tatsache, dass Heiningen erst in Minute 53 wieder näher als zehn Treffer herankam (31:22).

„Kleiner Bruch“ nach etlichen Wechseln

TVS-Coach Catak hatte munter durchgewechselt, was zu einem „kleinen Bruch“ geführt hatte. In Gefahr geriet der Heimsieg freilich nie. Deutlich unsicherer ist da schon die (handballerische) Großwetterlage. Max Mitzel gab diesbezüglich einen kleinen Einblick in die Kabine: Angesichts der Corona-Zahlen habe sich die Mannschaft gesagt: „Wir wissen nicht, wie viele Spiele wir in diesem Jahr in der Rheintalhalle noch austragen können. Das war nochmal eine extra Schippe Motivation.“ Offenbar auch ein ganz gutes Werkzeug.

Aufstellung und Tore

TVS Baden-Baden: Meßmer, Horn – Schuster, Mitzel je 5, Fritz 5/2, Lehnkering, Koch je 4, Vollmer 3, Seebacher, Völker, Schlager, Strüwing je 2, F. Henke, Wichmann, Seiter.

TSV Heiningen: Y. Braun, Wittlinger – N. Kohnle 4, F. Kohnle 4/2, Dürner, Gross, Kosak je 3, Heim, Neudeck, Weißer je 2, Krempl, Hartl, Schaaf je 1, Gerasia.

Schiedsrichter: Y. Krauss/M. Schwing (HSG Hanauerland) – Zuschauer: 250 – Zeitstrafen: 5/3.


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