Sandweierer Handballer kassieren knappe Niederlage

Baden-Baden (moe) – Das hatten sich die Fans des TVS Baden-Baden anders vorgestellt: Bei der Heimpremiere unterlagen die Oberliga-Handballer dem TSB Schwäbisch Gmünd mit einem Tor.

Sporadischer Ausflug in die Offensive: Sandweiers Abwehrrecke Sebastian Wichmann. Foto: Frank Vetter

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Sporadischer Ausflug in die Offensive: Sandweiers Abwehrrecke Sebastian Wichmann. Foto: Frank Vetter

So richtig schmecken wollte der Zwiebelkuchen nicht. Das lag freilich keineswegs am Gebäck an sich, das schon kurz nach Spielende am Samstagabend – optisch ansprechend auf drei Blechen drapiert – auf der Tribüne direkt hinter der Auswechselbank bereit lag. Vielmehr hatten die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden an der schwer verdaulichen 25:26-Niederlage gegen Schwäbisch Gmünd zu kauen.

„Ich bin ziemlich leer“, sagte TVS-Trainer Sandro Catak nach der Partie, die voll von Emotionen war. Während die Gäste aus dem Remstal freudetrunken durch die Halle im Baden-Badener Schulzentrum West hopsten, wirkten die Hausherren, als hätte man ihnen sämtliche Energie ausgesaugt. Das lag freilich an einer, genauer gesagt der letzten Szene dieser Partie: TSB-Rückraumschütze Nicola Rascher warf den Ball im Anschluss an einen Freiwurf sowie vier Sekunden vor der Sirene über die Sandweierer Mauer, die Kugel quetschte sich zwischen TVS-Keeper Matthias Meßmer und den Pfosten ins lange Eck – 25:26, Sieg für Schwäbisch Gmünd.

Catak: „Das war im Angriff zu wenig“

„Das war symbolisch“, fand Catak, „es war irgendwie klar, dass der reingeht.“ In den Worten des TVS-Coaches schwang nicht nur deshalb ein Stück weit Ernüchterung mit, weil die Hausherren trotz einer ganz schwachen Angriffsleistung durch einen Treffer des überragenden Jonas Schuster eine Minute vor dem Ende zumindest mit einem Zähler schmusten, sondern in erster Linie, weil der Sieg der Gäste als durchaus leistungsgerecht zu bezeichnen ist. „Wir haben verdient verloren“, machte Catak unmissverständlich klar: „Das war im Angriff einfach zu wenig, das hat jeder gesehen.“

Schuster ausgenommen, der mit zehn Treffern eine starke Quote vorzuweisen hatte, war die Sandweierer Abschlussschwäche gleichsam eklatant wie spielprägend.

Dabei war der TVS vor rund 300 anfeuerungswilligen Zuschauern gut in das „Auswärtsspiel“ im Schulzentrum gestartet: Die Abwehr um die stets rackernden Franz Henke und Sebastian Wichmann war sofort präsent, am anderen Ende des Felds stand nach zwei Minuten eine 2:0-Führung zu Buche. Doch schon in dieser Phase knarzte es in der Offensive, Julian Schlager und Han Völker auf den Halbpositionen agierten im besten Fall glücklos. Am Ende der ersten Halbzeit standen zwölf Fehlwürfe des TVS in der Statistik, ein Drittel davon sogar neben das Tor. „Das ist das Problem“, konstatierte Catak: „Wir kriegen drei, vier Konter, die sind im Aufwind und machen es dann gut.“ In der Tat: Der TSB agierte schnörkellos und mit sehr viel Tempo, sowohl im Umschaltspiel als auch in der Ballzirkulation. Eine klare 10:5-Gästeführung nach 20 Minuten war die logische Konsequenz.

Schuster belebt die Offensive

Die Einwechslung von Schuster belebte den Angriff des TVS merklich, und auch die Rote Karte für Gästeakteur Philipp Schwenk, der Markus Koch beim Torwurf rüde aus der Luft pflückte, hätte den Gastgebern in die Karten spielen können, ergebnistechnisch war all dies bis zur Pause (11:15) jedoch noch kein Faktor. In Hälfte zwei brachte der Wechsel auf der Mitte-Position von Jeremias Seebacher zu Maximilian Vollmer mehr Struktur in die Offensive, die Abwehr stand ohnehin ordentlich. Und weil Schuster quasi aus allen Lagen traf, war der TVS beim 17:18 (40.) wieder im Spiel. „Wir haben es aber einfach nicht geschafft, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen“, stellte Catak klar.

Der TVS-Trainer tat dies im Wissen, dass nicht wenige Zuschauer gerade in dieser Phase den Unparteiischen die Riechorgane liebend gern lang gezogen hätten. „Wenn es für jedes Foul zwangsläufig zwei Minuten gibt, dann ist es auch irgendwie schwierig“, sagte Franz Henke. Es war dies die euphemistische Umschreibung der Entscheidungen von Magnus Enßle und Holger Krieg, die in einigen Situation nicht nur Zweifel an ihrer Oberligatauglichkeit, sondern auch an der nötigen Objektivität aufkommen ließen. Fakt ist, die drei Zeitstrafen zwischen Minute 45 und 50 waren mit ausschlaggebend, dass dem TVS im entscheidenden Moment der Punch gefehlt hat.

Torschützen und Statistik

TVS Baden-Baden: Meßmer, Horn – Schuster 10, Koch 4, Fritz 4/3, J. Henke 3, Völker, Mitzel, Strüwing, Vollmer je 1, F. Henke, Seebacher, Wichmann, Seiter, Schlager, Lehnkering.

TSB Schwäbisch Gmünd: Mühleisen, Immer – N. Rascher 9/2, Bächle, Zimmermann, Waldenmaier je 4, Petersen, M. Rascher je 2, Pleißner 1, Watzl, Schwenk, Pick, Fröhlich.

Schiedsrichter: Magnus Enßle/Holger Krieg (JSG Rosenstein) – Zuschauer: 300 – Zeitstrafen: 7/4 – Rote Karte: Philipp Schwenk (24./TSB).


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