Sanierungen am Kirchturm in Muggensturm nötig

Muggensturm (fuv) – Enorme Schäden zeigen sich an den Maßwerken der Fenster und den eisernen Verbindungen der Kirche Maria Königin der Engel. Die Sanierung wird Millionen kosten.

Architekt Andreas Fritz zeigt Schäden am Turm und dessen Balustrade. Hier eine Fiale, die mit der Hand hin und her bewegt werden kann. Foto: Frank Vetter

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Architekt Andreas Fritz zeigt Schäden am Turm und dessen Balustrade. Hier eine Fiale, die mit der Hand hin und her bewegt werden kann. Foto: Frank Vetter

Was mit Ausbesserungsarbeiten am Kirchturm begann, hat sich als größeres, vermutlich mehrere Jahre andauerndes Sanierungsprojekt entpuppt. Die derzeit gesperrte Maria Königin der Engel soll den Gläubigen dennoch so schnell wie möglich wieder zugänglich gemacht werden.
Bei einer Begehung erläuterte Architekt Andreas Fritz die bisher entdeckten, nicht unerheblichen Schäden an dem Gotteshaus. Nach einem Sturm im November erklommen Zimmerleute per Hubsteiger das Turmdach der katholischen Kirche, um beschädigte Schindeln auszutauschen. Dabei entdeckten die Handwerker Schäden am Turmgemäuer selbst. Bei einer gemeinsamen Begutachtung im März mit dem Steinmetz stellten die Kirchensanierungsexperten fest, dass Gefahr in Verzug sei. Das heißt, dass sich Teile des aus Sandstein gemauerten Kirchenturms ablösen und zur Erde fallen könnten. Sofortmaßnahmen mussten eingeleitet werden.

Daher auch das seit März installierte Spezialbaugerüst, das den gesamten Turm umgibt. Üblicherweise würden solche Gerüste erst nach der Schadensaufnahme und der Planung der Arbeiten errichtet, erläuteret Architekt Fritz; aber es sei eben Gefahr in Verzug gewesen.

Verschiedene Schäden festgestellt

Die auffälligsten Schäden sind an den sogenannten Maßwerken der Fenster und der Turmbalustrade zu erkennen. Die Sandsteinelemente sind zum Teil mit Eisenbolzen verbunden. Wenn das Metall verrotte, wie in Muggensturm der Fall, dann sprengten sie den Sandstein. An den Maßwerken fehlen ganze Stücke. Dies gelte auch für die spitz zulaufenden Türmchen, die den eigentlichen Kirchturm verzieren. An diesen Fialen brechen Stücke ab, und auch die eisernen Verbindungen seien teilweise marode.

Nun werden zunächst lose Teile entfernt und der Sandstein gereinigt. Dann könne man den Zustand des Turms richtig beurteilen. Mitunter werden ganze Fiale-Segmente demontiert und gelagert. Beim Turm werden nun nicht nur der Sandstein, sondern die gesamte Konstruktion in Augenschein genommen, so Architekt Fritz, der betont, dass die gesamte Dachentwässerung optimiert werden müsse.

Auch der Innenraum wird begutachtet

Mittlerweile sei Maria Königin der Engel auch gescannt und es können 3-D-Darstellungen gefertigt werden. Schließlich soll auch der Innenraum der Kirchen untersucht werden. Danach hoffen Architekt und die Kichengemeinde-Verantwortlichen, dass Gottesdienste wieder möglich sind.

Zu den Ursachen der Schäden an der von 1904 bis 1908 erbauten Kirche stellte Andreas Fritz fest, dass es sich hierbei um „bauzeittypische Schadensbilder“ handle. Zur Dauer und zu den Kosten der Sanierung konnte der Architekt noch keine Angaben machen.

In ein bis eineinhalb Jahren könne er erst etwas zur Dauer der Baumaßnahme sagen. Ebenso zu den Kosten, die auf jeden Fall im Millionenbereich lägen.


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