Sankt Martin bei den Kindern in Sulzbach

Gaggenau (ncm/tom) – Der Tross hatte sich noch nicht recht in Bewegung gesetzt, da klangen schon die ersten glockenhellen Stimmchen von einem Balkon: Sehnsüchtig wurde St. Martin in Sulzbach erwartet.

„Da kommt er!“ – Felix (2) und Tim (5) sind schon ganz aufgeregt. Foto: Thomas Senger

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„Da kommt er!“ – Felix (2) und Tim (5) sind schon ganz aufgeregt. Foto: Thomas Senger

Und natürlich wurden auch die insgesamt 180 Brezeln erwartet, die es für alle kleinen Sänger zur Belohnung gab.

Corona hin oder her, wenn es keinen Laternenumzug geben kann, dann kommen Sankt Martin und der Bettler eben zu den Kindern – mit dem nötigen Abstand natürlich. Und die Belohnungsbrezeln für extra gemalte Bilder und erleuchtete Fenster werden kontaktfrei überreicht. Eine einfache Idee, aber eben doch mit Planung verbunden, bevor sich Oliver Maier und André Weber sowie die „Legionellen“ Pia Maier-Theisen und Karina Weber auf den Weg durchs Dorf machen konnten. Die Jugendkapelle spielte von Haustüren und Balkonen aus Martinslieder.

Sankt Martin (André Weber) ist unterwegs mit den „Legionären“ Pia Maier-Theisen (links) und Karina Weber und mit dem „Bettler“ Oliver Maier. Foto: Thomas Senger

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Sankt Martin (André Weber) ist unterwegs mit den „Legionären“ Pia Maier-Theisen (links) und Karina Weber und mit dem „Bettler“ Oliver Maier. Foto: Thomas Senger

„Eine schöne Aktion. Da ist man stolz und freut sich, in so einem Dorf zu wohnen“, sagten Norbert und Beatrix Weber als Vertreter der „Großelterngeneration“, und auch die kleine Frieda war begeistert: „Ich freu‘ mich am meisten aufs Pferd!“

Für die Akteure hatte Daniela Bucher ein kleines Dankeschön gedichtet – und für Hengst „Trude“, gab es ein paar Möhren. „Dieses Sich Zeit nehmen, durch Sulzbach reiten finde ich herzerwärmend und selbstlos. So was erlebt man wirklich nur in einem Dorf, wo die Leute sich kennen und füreinander da sind. Und nicht zu vergessen das Engagement vom Brezels, das die Martinsbrezeln sponsert.“

Die Kinder von Nadja und Peter Huck hatten ebenfalls ein Dankeschön vorbereitet. „Sankt Martin ist dank der beiden tollen Aktionen wie jedes Jahr ein Erlebnis und geht nicht einfach wegen Corona unter. Es ist sehr schön, dass die Tradition, wenn auch anders, gerade dieses Jahr gelebt wird“, sagte Nadja Huck.

„Eine supertolle Idee“

So sehen es auch Diana und Matthias Herm: „Wir haben unseren Kindern schon ein paar Tage zuvor von dieser Aktion erzählt und nun fragen sie jeden Abend, wie viel Mal sie noch schlafen müssen, bis Sankt Martin kommt.“ Diese Aktion habe auch etwas vom wirklichen St. Martin: „Er gibt ab, er teilt – in diesem Fall ist es Zeit –, und scheut den Aufwand nicht, um den Menschen, ein kleines Lächeln zu zaubern.“

Auch Janine Botic´ stand mit ihrer Familie warm angezogen auf dem Balkon: „Meine Söhne Edin (14) und Nermin (5) halten die Aktion für eine supertolle Idee, wie auch der Rest der Familie. Nermin freut sich schon riesig und hat heute früh schon gefragt, ob Martin jetzt dann kommt.“

Colin Teuber (8) spielt Tenorhorn in der Jugendkapelle: „Die Aktion ist klasse.“ Denn die jungen Leute hatten ja wochenlang für den Umzug geübt – bis zur Absage. Sie wollten sich dann als Kleingruppe im Dorf treffen „und zumindest so ein bisschen spielen“. Das ging dann aber auch nicht mehr. So kamen sie auf das Haustür- und Balkonmusizieren.

Und Simon Weber (8) wurde eingeladen, als Gastmusiker vor seiner Haustür einfach mitzuspielen: Eine schöne Idee, fand seine Mutter Katja Weber: „Das wird was ganz Besonderes. Dafür sind wir von Herzen dankbar, dass sich Leute gefunden haben, die das so toll umsetzen.“

Mit Laternen und Martinsliedern hatte der Kindergarten St. Anna den Tag begonnen. Der Spaziergang ohne Eltern führte am frühen Morgen durch das Neubaugebiet. Dort sangen Kinder und Erzieherinnen ein Ständchen für Spielkameraden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten. Zurück im Kindergarten wurde das gerechte Teilen sofort an einer feinen Martinsbrezel erprobt.


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