Schabernack, Klamauk und Streiche am laufenden Band

Ötigheim (manu) – Einige der Hauptdarsteller im aktuellen Familienstück „Max und Moritz“ schnupperten schon als Babys bei den Volksschauspielen Ötigheim Theaterluft auf Mamas Arm.

Selbstbewusst: Rufina, Maxima, Jonas und Antonius (von links) mit Regisseur Torsten Krug in der Ötigheimer „Max-und-Moritz“-Kulisse. Foto: Manuela Behrendt

© manu

Selbstbewusst: Rufina, Maxima, Jonas und Antonius (von links) mit Regisseur Torsten Krug in der Ötigheimer „Max-und-Moritz“-Kulisse. Foto: Manuela Behrendt

„Cool!“, ereifern sich die vier Hauptdarsteller des Familienstücks „Max und Moritz“ unisono und laut auf die Frage, wie es sich anfühlt, auf Deutschlands größter Freilichtbühne die berühmten Lausbuben zu spielen, dabei Schabernack, Klamauk und Streichen freien Lauf zu lassen. War man im BT-Interview bis zu diesem Punkt noch aufgeräumt und zurückhaltend, so werden Rufina Beckert, Maxima Befurt (Moritz) sowie Antonius Scholz und Jonas Woll (Max) beim Gedanken an ihre Figuren mit breitem Grinsen kribbelig, die Augen glitzern. Neulinge bei den Volksschauspielen Ötigheim (VSÖ) sind die Kids nicht. Die zehnjährige Maxima stieg im Jahr 2016 über den Kinderchor ein. Rufina und Jonas (beide zwölf Jahre) sind am längsten dabei; sie spielten als Babys im Arm ihrer Mamas schon mit. Der gleichaltrige Antonius gehört seit seinem siebten Lebensjahr dazu. Ziemlich abgebrüht lässt er durchblicken, dass Max zwar auf dem Tellplatz seine erste Hauptrolle sei, er aber bei Schulaufführungen in tragenden Parts zu sehen war. Jonas, Maxima und Rufina blicken ihren Aufgaben gelassen entgegen. Für die Mädchen gibt es einen speziellen Reiz. Sie finden es super, einen Jungen darzustellen. Druck gegenüber der Tatsache, die Titelfiguren zu verkörpern, verspüren die aufgeweckten Kids nicht. Hauptrolle hin oder her: Hauptsache, man hat einen Riesenspaß beim Auftritt und unterhält dabei die Familien im Publikum. Damit das reibungslos klappt, steht Regisseur Torsten Krug am Ruder. Erst seit Ende April laufen die Proben, dafür täglich außer sonntags. Dazwischen gab es zwei Wochen Pause, in denen Krug nicht in Ötigheim war. In dieser Zeit übernahm Sebastian Kreutz ein Coaching für die Truppe.

Keine Konkurrenz zwischen Akteuren

Auch für „Max und Moritz“ gibt es zwei unabhängige Ensembles. Wegen der Zeitdichte bis zur Doppelpremiere am 16. Juli ist es nicht möglich, dass die Teams getrennt voneinander arbeiten. Das parallele Proben empfindet Krug als „sehr besonders“. Denn: „Da ist nichts zu spüren von Konkurrenz; es läuft alles sehr freundschaftlich und ausgeglichen.“ Den jungen Akteuren begegnet er auf Augenhöhe, geht genauso mit ihnen um, wie mit den Großen. Letztere braucht es ebenfalls. Denn Wilhelm Busch drückt textlich spitzfindig den Konflikt zwischen Erwachsenen und Kindern aus. „Man könnte die Geschichte problemlos auch rappen“, verweist Krug auf die Option einer modernen Inszenierung. Stattdessen kreiert er lieber eine in der Biedermeierepoche angesiedelte „fantasievolle Welt“ mit musikalischer Sprache, überzogenen Gesten sowie „auf die Spitze getriebenen Situationen“. Dass auch die dritte Produktion im Corona-Alternativsommer der Volksschauspiele mit dem Zeitfaktor kämpft und sich alle Beteiligten bis zum Anschlag einbringen, zeigt sich im zur Nähstube umfunktionierten Tellplatz-Casino. Dort surren Anfang Juli die Nähmaschinen noch auf Hochtouren. Eigentlich sollte bereits im Kostüm geprobt werden, aber die Klamotten sind noch nicht fertig. „Unsere Schuhe haben wir schon; die kriegen noch Glitzer“, sagen Jonas und Antonius, präsentieren stolz ihre knallroten Lackboots. Das ist mal ein Anfang. Der Rest ergibt sich. Wer noch Tickets haben will, muss sich sputen. Nur für die Vorstellungen am 17., 23. und 24. Juli sind noch Restkarten verfügbar.

Zum Artikel

Erstellt:
12. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.