Schadsoftware per SMS: Polizei warnt vor „Smishing“

Mittelbaden (BT) –Schadsoftware per SMS. Getarnt als Link zur Sendungsverfolgung eines Pakets. Wie es scheint, sind Betrüger auf die coronabedingt vielen Paketbestellungen aufgesprungen.

Das Polizeipräsidium Offenburg warnt vor einer Betrugsmasche per SMS. Symbolfoto: Michael Kappeler/dpa/Archiv

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Das Polizeipräsidium Offenburg warnt vor einer Betrugsmasche per SMS. Symbolfoto: Michael Kappeler/dpa/Archiv

Das Handy vibriert. Eine neue SMS. Eigentlich eine etwas aus der Mode gekommene Form der Kommunikation. Sie wurde längst von diversen Messengerdiensten abgelöst. Doch beim Onlinebanking, der Zwei-Faktor-Autentifizierung oder Paket-Sendungungsverfolgung erlebt die SMS gerade eine Art Renaissance.

Betrüger haben darin eine Chance erkannt, ähnlich wie beim Phishing, das vor allem per E-Mail über Links oder Anhänge Schadsoftware auf den Geräten der Nutzer installiert, werden beim „Smishing“, betrügerische Nachrichten per SMS verschickt. Die Polizei warnt nun vor einer Masche, die sich laut Mitteilung des Präsidiums in Offenburg deutschlandweit „in Windeseile“ auszubreiten scheint. In der letzten Januarwoche seien bereits Anzeigen bei der Polizei eingegangen. In den aktuellen „Smishing“-Fällen erhalten zufällige Personen eine SMS. In dieser wird darüber informiert, dass ein Paket für sie verschickt wurde. Zusätzlich ist ein Link enthalten, mit dem die angebliche Paketsendung verfolgt werden kann.

Android-Smartphones betroffen

Diesem Link sollte man auf keinen Fall folgen, vor allem nicht, wenn man überhaupt kein Paket bestellt hat. Klickt man auf diesen, wird versucht, eine Schadsoftware – laut Mitteilung der Polizei häufig als Google Chrome Update getarnt – auf dem Handy zu installieren. Es ist ratsam, in den Smartphone-Einstellungen automatische Downloads zu deaktivieren. Denn ist die Schadsoftware schließlich auf dem Gerät, könnten die dahinter stehenden Drahtzieher die Daten ausspähen und weitere solcher Kurznachrichten an die Kontakte versenden. In manchen Fällen sind mehr als tausend Kurznachrichten verschickt worden, was je nach Handyvertrag hohe Kosten verursachen kann.

Laut Polizeiangaben funktioniert die Installation der Schadsoftware aktuell nur bei Android-Smartphones. Besitzer von iPhones können ebenfalls entsprechende SMS erhalten, sie werden laut aktuellem Ermittlungsstand der Polizei aber nicht Schadsoftware infiziert. Betroffene, die eine solche Kurznachricht bekommen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

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Erstellt:
5. Februar 2021, 16:37 Uhr
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