„Schalom-Bus“ soll in Baden-Baden Zeichen setzen

Baden-Baden (hez) – Ein Stadtwerke-Bus auf der Tallinie trägt jetzt die jüdische Grußformel „Schalom“ als Aufschrift. Die Aktion ist als Signal gegen Antisemitismus gedacht.

Vertreter der Stadt, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Israelitischen Kultusgemeinde stellen den Baden-Badener „Schalom-Bus“ vor. Foto: Henning Zorn

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Vertreter der Stadt, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Israelitischen Kultusgemeinde stellen den Baden-Badener „Schalom-Bus“ vor. Foto: Henning Zorn

Die Stadtverwaltung sieht es als ein „klares Statement, dass jüdisches Leben im Alltag zu Baden-Baden gehört“. Auf der Tallinie 201 verkehrt jetzt für ein halbes Jahr ein großer Gelenkbus mit der Aufschrift „Schalom Baden-Baden“. Gestern wurde er erstmals öffentlich vorgestellt.

Man wolle mit dieser Aktion ein Zeichen setzen für die Verbundenheit der Stadt mit den jüdischen Mitbürgern, betonte Bürgermeister Alexander Uhlig bei diesem Anlass. Er hoffe auf eine tiefgehende Wirkung.

Ins Leben gerufen wurde der Baden-Badener „Schalom-Bus“ vor dem Hintergrund von zwei Jubiläen: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und 130 Jahre Israelitische Kultusgemeinde in Baden-Baden. In einer Pressemitteilung macht die Stadtverwaltung deutlich, dass das Zusammentreffen erster Informationen über die Aktion mit der Eskalation in Nahost zufällig gewesen sei. Man habe dies schon länger vorbereitet als ein Signal gegen Antisemitismus und „für ein respektvolles, friedliches Miteinander in unserer Stadt“.

„Das ist der richtige Zeitpunkt für eine solche Aktion“

Ähnliche Initiativen gibt es auch in anderen Städten, in Köln zum Beispiel fährt eine Straßenbahn mit der Aufschrift „Schalömchen Köln“. Barbara Hoffs, Ehrenpräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Baden-Baden, griff diese Idee auf und schlug den hiesigen Stadtwerken vor, einen Bus mit der jüdischen Grußformel „Schalom“ („Frieden“) als Aufschrift auszustatten. Die Umsetzung erfolgte dann unter der Federführung des städtischen Kulturbüros.

Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Oehler meinte gestern: „Das ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine solche Aktion.“

Barbara Hoffs bezeichnete den „Schalom-Bus“ als ein „fahrendes Zeichen“ der Verbundenheit mit allen jüdischen Menschen. Sie bat Oehler darum, die Reaktionen zu sammeln, die dieser Bus auslöst. Dies könne sich, so Hoffs, von Zustimmung bis zu Aggressionen erstrecken.

Mit einem Grußwort hat Rabbiner Daniel Surovtsev die Baden-Badener Initiative bedacht. Er schreibt: „Ich wünsche mir, dass unser ‚Schalom-Bus’ nicht nur eine Erinnerung an die 1.700-jährige Geschichte der Juden in Deutschland, sondern auch eine Quelle des Friedens und des Wohlbefindens für alle ist.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
2. Juni 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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