Schattendasein für Baden-Badener Denkmal

Baden-Baden (hez) – Ein verborgener Bildstock ist in Baden-Baden wieder aufgetaucht – vorübergehend. Meist ist er von Gestrüpp überwuchert.

Bei der Beseitigung beziehungsweise dem Rückschnitt von Sträuchern und Gehölzen neben der Rotenbachtalstraße wird der Bildstock sichtbar. Foto: Henning Zorn

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Bei der Beseitigung beziehungsweise dem Rückschnitt von Sträuchern und Gehölzen neben der Rotenbachtalstraße wird der Bildstock sichtbar. Foto: Henning Zorn

Kennen Sie, liebe Leser, in Baden-Baden einen Verkehrsknoten, der Platz der badischen Revolution heißt? Haben Sie schon einmal das dort befindliche Kleindenkmal gesehen? Viele werden diese Fragen wahrscheinlich mit Nein beantworten.

Dabei ist an dieser Stelle eigentlich einiges los, denn hier mündet die Zähringer Straße vom Schlossbergtunnel in die Rotenbachtalstraße, die zur Wolfsschlucht beziehungsweise in die Innenstadt führt. Früher nannten die Einheimischen diesen Bereich den Steighausplatz, weil hier einmal ein Übungsturm der Feuerwehr stand. Die Verwaltung spricht hier in Anlehnung an den Namen der benachbarten Grünfläche vom Platz der badischen Revolution, doch dies hat sich eigentlich nie durchgesetzt.

Diese Bezeichnung fristet ebenso ein Schattendasein wie der etwa zwei Meter große Bildstock aus rotem Sandstein aus dem Jahr 1785, der sich hier befindet. Auf einem hohen Sockel steht ein schlichtes Bildkästchen, in dessen Vertiefung ein Gipsrelief (Maria mit dem Kind) eingelassen worden ist. Es gibt keine Inschrift, über mögliche Stifter ist nichts bekannt.

Das Gipsrelief des Kleindenkmals zeigt Maria mit dem Kind. Foto: Henning Zorn

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Das Gipsrelief des Kleindenkmals zeigt Maria mit dem Kind. Foto: Henning Zorn

Auch sonst dürfte dies wohl eines der unbekanntesten Kleindenkmale in der Kurstadt sein, denn an seinem Platz neben der Rotenbachtalstraße verschwindet es meist hinter allerlei wucherndem Gestrüpp. Zurzeit ist der Bildstock aber wieder einmal besser zu sehen, da der städtische Bauhof gerade den regelmäßig erforderlichen Rückschnitt der Sträucher und Gehölze vornehmen lässt. Doch eine nähere Betrachtung ist trotzdem kaum möglich.

Zu Fuß kaum zu erreichen

Allenfalls vom Auto aus sieht man den Bildstock kurz, da er zu Fuß kaum zu erreichen ist. Daher sollte man sich bei der Stadt überlegen, ob sich für das Kleindenkmal nicht ein besserer Standort findet – vielleicht an einem beliebten Spazierweg.

Das heute traurige Dasein des Bildstocks ist auch ein Spiegelbild des Wandels der Zeiten. Früher stand er nicht abseits im Gestrüpp. Der Steighausplatz war auch kein Verkehrsknoten, sondern lag an der Gernsbacher Straße, die einst vom Stadtzentrum direkt zur Wolfsschlucht führte. Er war ein offener Platz, auf dem Kinder spielten, kleinere Märkte stattfanden und sich vor allem jüngere Menschen gerne trafen. Wie die Zeit vergeht!

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
8. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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