Schaurige Geschichten beim Theater im Kurpark

Gernsbach (vgk) – Auf eine poetische Reise in den dunklen Märchenwald können sich die Fans des Gernsbacher Freilichttheaters im Kurpark (tik) vom 16. bis 18. Juli freuen.

Birgit Geißer und Bernhard Seiler gehören zum tik-Ensemble, das die „grimmigen Märchen“ im Kurpark Gernsbach präsentiert. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Birgit Geißer und Bernhard Seiler gehören zum tik-Ensemble, das die „grimmigen Märchen“ im Kurpark Gernsbach präsentiert. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Mord aus niederen Beweggründen, Kindesentführung, Selbstverstümmelung: Bei dieser Aufzählung handelt es sich keineswegs um Auszüge aus einem spektakulären Strafprozess, sondern Märchen entnommenen Handlungen. Mit „Grimmige Märchen – eine poetische Reise in den dunklen Märchenwald“ taucht das Gernsbacher Theater im Kurpark (tik) am kommenden Freitag ab in eine Welt voller schauriger Geschichten, die beileibe nichts für schwache Nerven sind.

Es ist Leidenschaft für das Theaterspielen, die aus der Stoffwahl spricht. Noch im Januar plante das Theater die Aufführung des Stücks „Der Geizige“ von Molière (1622- 1673). Mit den Proben wurde via Internet begonnen. Der anschließende Probenstopp aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie traf die tik-Schauspieler hart. Als jedoch ersichtlich wurde, dass Lockerungen in Aussicht stehen, setzte sich beim Ensemble die Spielfreude durch.

Spielvorlage ermöglicht schnelle Umsetzung

„Mit ,Grimmige Märchen‘ haben wir eine Spielvorlage gefunden, die ein schnelles Umsetzen ermöglicht“, führt Regisseur Martin Rheinschmidt im BT-Gespräch aus. Von der Thematik her gesehen können Märchen extrem spannend, gruselig, blutrünstig und angsteinflößend sein, aber auch schräg daherkommen. Zudem wurzeln Märchenerzählungen nicht selten in der schauerlichen Mythenwelt der nordischen Sagen. Um an diese Wurzeln zu erinnern, nahm das Theater „Die Seherin“ und eine Geschichte von der germanischen Gottheit Thor, der Donnerer, mit in das Programm auf. Das Publikum darf sich auf „einen Abend für furchtlose Erwachsene“ einstellen, so Rheinschmidt.

Magische Zahl Sieben als roter Faden

Der rote Faden, die magische Zahl Sieben, ist nicht nur in der Bibel zu finden, sondern auch Teil der Mythologie. Sieben Akteure präsentieren sieben Geschichten vor sieben Stationen. Letztere sind symbolbelastet. So werden als Kulisse unter anderem Steintor und Fenster gewählt, gleichsam als Symbole für den Übergang und den Blick in andere verborgene Welten. Der Thron ist Statussymbol der Königinnen und Könige sowie deren Hofstaat. Der Hochsitz und der daran anlehnende Eichenzweig symbolisiert die nordische Mythenwelt.

„Wir haben uns ausschließlich unbekannte Märchen ausgesucht“, verrät der Regisseur weiter. Für die Darbietung wählte das kostümierte Ensemble die szenische Lesung, angereichert mit spielerischen Elementen. Es lesen: Janina Bender, Birgit Geißer, Bettina Kohler, Corinna Rheinschmidt, Frank Fleischmann, Peter Holl, Martin Rheinschmidt und Bernhard Seiler. Die 82 Besucherstühle sind im Rund vor der Konzertmuschel aufgebaut. Zur Spielfläche wird die ansteigende Wiesenfläche. Die Spieldauer ist auf 90 Minuten ohne Pause angelegt.

Das tik weist zudem darauf hin, dass die Vorstellungen nicht für Kinder geeignet sind. Premiere ist am 16. Juli, die schon ausverkauft ist. Für die Spieltage Samstag, 17. Juli, und Sonntag, 18. Juli, sind noch Karten erhältlich. Spielort ist der Kurpark. Beginn der Vorstellungen ist jeweils um 21 Uhr. Der Ticketverkauf wird coronabedingt über die Homepage des Theaters oder unter (0 72 24) 4 07 21 von Lidwina Catania organisiert.

Weitere Infos unter www.theater-im-kurpark.de


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