Scheck-In kommt nach Oberndorf

Kuppenheim (sawe) – Das Familienunternehmen Scheck-In investiert in den Standort Oberndorf: Beim EKZ soll ein neuer Lebensmittelmarkt gebaut werden, der hochwertig und energieeffizient ist.

EKZ im Wandel: Der Edeka-Markt (in der rot umrandeten Fläche) soll abgerissen und ein moderner Scheck-In-Markt gebaut werden. Der Haupteingang wird verlegt, der Parkplatz vorne komplett umgestaltet. Foto: Willi Walter

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EKZ im Wandel: Der Edeka-Markt (in der rot umrandeten Fläche) soll abgerissen und ein moderner Scheck-In-Markt gebaut werden. Der Haupteingang wird verlegt, der Parkplatz vorne komplett umgestaltet. Foto: Willi Walter

Am Einkaufsstandort in Oberndorf, einem der ältesten in der Region, stehen große Veränderungen an: Die Lebensmitteleinzelhandelskette Scheck-In mit Sitz in Achern hat den Edeka-Standort beim EKZ übernommen und will dort einen modernen, hochwertigen und energieeffizienten Lebensmittelmarkt errichten und betreiben. Der Technische Ausschuss in Kuppenheim stimmte am Dienstag dem Bauantrag auf Abriss und Neubau eines Lebensmittelmarkts in der August-Scherer-Straße 1 zu.

Das Familienunternehmen werde Eigentümer, Bauherr und Betreiber des Edeka-Scheck-In sein, erläuterte Stefan Herre, Prokurist und Leiter Immobilien bei Scheck-In, am Sitzungsabend. Das Unternehmen, das seit 75 Jahren besteht, und derzeit 2.000 Mitarbeiter und 160 Auszubildende beschäftigt, gehe mit eigenem Investment und großem Engagement an das Projekt und wolle so früh wie möglich loslegen. Es werde „kein 0815-Ladenbau“ werden, man „habe Erhebliches vor und werde in die Vollen gehen“, hieß es bei der Präsentation in der Veranstaltungshalle. 16 Scheck-In-Märkte bestehen derzeit im Südwesten, Oberndorf soll der 17. werden. Hauptlieferant von Scheck-In ist Edeka Südwest.

Lärmquellen reduziert

Das in die Jahre gekommene alte Marktgebäude soll abgerissen und ein neues, zweigeschossiges mit Laden, modernen Personalräumen und Aufzug erstellt werden. Das Marktgebäude wird 8,30 Meter hoch, die Anlieferung etwa sechs Meter, erläuterte Architekt Jürgen Müller. Geplant ist ein Gebäude der Energieeffizienzstufe 40, das gegenüber der aktuellen gesetzlichen Anforderung nur die Hälfte der Energie verbraucht und etwa gleichwertig mit einem Passivhaus sei. Zur Stromerzeugung für den Eigenbedarf kommt eine Fotovoltaikanlage auf das Dach. Der Anlieferverkehr, der bisher über die August-Scherer-Straße lief, wird künftig über den Kreisverkehr ausschließlich auf dem Marktgelände abgewickelt. Die Anlieferung mit den Rampen wird komplett eingehaust. Und die Dach-Aggregate der Kälteanlage werden abseits der Wohnbebauung platziert. Dadurch reduzieren sich die Lärmquellen deutlich für die Anwohner, hin zur August-Scherer-Straße soll es nur noch eine Tür zum Technikraum geben. Insgesamt werden es im Vergleich zum Ist-Zustand elf Dezibel weniger sein, hat das Unternehmen von einem Ingenieurbüro eine schalltechnische Einschätzung eingeholt.

Der Parkplatz wird komplett neu gestaltet, die Stellplätze werden von 2,50 auf 2,70 Meter verbreitert, es werden E-Ladesäulen für Pkw und 48 Fahrrad-Stellplätze geschaffen. Und es wird einiges entsiegelt. Die Pkw-Plätze werden mit Sickerpflaster ausgeführt, das Hauptdach des Markts komplett begrünt. Die Sickerflächen erhöhen sich gegenüber dem Bestand etwa um das Vierfache, so der Planer weiter.

Ziel: Nahversorgung sichern

Um das Projekt verwirklichen können, hat der Ausschuss einige Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans erteilt, um den jahrelang gerungen worden war. Sie wurden in dem beantragten Umfang als vertretbar eingestuft, da sie die wesentlichen Grundzüge der Planung nicht berührten. Konkret ging es um eine Überschreitung des Baufensters um insgesamt 77 Quadratmeter, der Grundflächenzahl (0,88 geplant, 0,8 festgesetzt) und eine Reduzierung der Fahrradabstellplätze: 60 müssten es rechnerisch sein, 48, die allesamt komfortabel überdacht werden sollen, hält die Bauherrin aufgrund von Erfahrungswerten bei Märkten ähnlicher Größenordnung für ausreichend. Sollte sich indes zeigen, dass der Bedarf doch größer ist, werde man schon aus eigenem Interesse nachrüsten, sicherte Susanne Scheck-Reitz zu.

Die Diskussion im Ausschuss drehte sich vor allem um die Fahrradstellplätze und die Lkw-Anlieferung. Bürgermeister Karsten Mußler sprach von einer deutlichen Verbesserung für die Anwohner und optischen Aufwertung und lobte die Planung als „sehr gut umgesetzt“. Alle Knackpunkte seien berücksichtigt worden. Für ihn sei es wichtig, dass die Nahversorgung in Oberndorf auch in den nächsten Jahrzehnten gesichert werde. Er sehe hierfür eine gute Zukunft, sollte das Vorhaben von der Baurechtsbehörde genehmigt werden.

Während der mit knapp einem Jahr kalkulierten Bauzeit soll als Interimslösung der seit Jahren leer stehende Baumarkt angemietet werden, um die Versorgung mit Lebensmitteln und die Mitarbeiterplätze zu sichern, teilte Olaf Rabener, Regionalleiter Mitte von Edeka-Südwest, mit. In dem Baumarkt sind Lebensmittel eigentlich ausgeschlossen, erläuterte Mußler. Es gehe nun darum, ob eine befristete Ausnahme gewährt wird. Regionalverband und Regierungspräsidium wollten allerdings erst den Bauantrag für den neuen Markt auf dem Tisch haben, um das Vorhaben ganzheitlich bewerten zu können.

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Erstellt:
22. September 2021, 17:30 Uhr
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