Schlager schnuppert an der Sensation

Hügelsheim (rap) – Bundesliga-Schiedsrichter Daniel Schlager hat am dritten Spieltag der „Bundesliga Home Challenge“ die Sensation verpasst, gegen Darmstadts e-Sport-Profi Luca Bernhard aber eine ansprechende Leistung gezeigt.

Referee Daniel Schlager (oben rechts) verbarrikadiert sich mit dem DFB-Team (grüne Trikots) am eigenen Strafraum. Foto: Rapp

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Referee Daniel Schlager (oben rechts) verbarrikadiert sich mit dem DFB-Team (grüne Trikots) am eigenen Strafraum. Foto: Rapp

Daniel Schlager wehrte sich nach Kräften. Der Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter aus Hügelsheim pflügte mit Joshua Kimmich den virtuellen Rasen um, ging mit Timo Werner in unzählige Sprintduelle und köpfte mit Jonathan Tah einige Eckbälle aus der Gefahrenzone. Während sein Gegenüber, e-Sport-Profi Luca Bernhard, am Sonntagabend mit jeder Minute nervöser wirkte und zur Beruhigung gar einen Schluck aus der Wasserflasche nehmen musste, zockte der 30-Jährige, der für seinen Heimatverein FC Rastatt 04 pfeift, beinahe stoisch an der Konsole, verbarrikadierte sich mit der deutschen Nationalmannschaft am eigenen Strafraum und lauerte auf Kontergelegenheiten. Dennoch unterlag Schlager am dritten Spieltag der „Bundesliga Home Challenge“ dem haushohen Favoriten letztlich mit 1:5.

Dabei schnupperte der DFB-Schiedsrichter lange an der Sensation. Schlager hielt in dem virtuellen Kräftemessen, in dem eine Halbzeit sechs Minuten dauert, bis zur 66. Minute ein 1:1-Unentschieden, erst dann fand Bernhard, der für den Zweitligisten SV Darmstadt 98 zockt, eine Lücke in der dicht gestaffelten Schlager-Defensive und traf zur erneuten Führung. Danach wirkte Bernhard befreit, zeigte herrliche Kombinationen und schraubte das Ergebnis in Windeseile noch in die Höhe.

Dennoch durfte Schlager stolz auf die gezeigte Leistung sein, wie auch Kommentator Peter Schwab meinte, der das Duell im Livestream auf sport1.de begleitete: „Daniel Schlager hat sich lange klasse verkauft und Luca Bernhard das Leben sehr schwer gemacht.“ Der Kommentator sah während der Partie gar einen „verzweifelten“ e-Sport-Profi, während Schlager „völlig cool und regungslos“ gewesen sei. Vor allem der Ausgleichstreffer des 30-Jährigen mit Timo Werner (22. Minute) bekam ein Extralob. „Überragend gespielt von Schlager“, meinte Schwab. Auch Deniz Aytekin, mit dem Schlager gemeinsam für die Schiedsrichter-Gilde am Start ist, hatte das Nachsehen. Während Aytekin am zweiten Spieltag gegen Gladbachs Profi Jonas Hofmann noch mit einem 2:1-Sieg zu überraschen wusste, blieb der 41 Jahre alte FIFA-Referee beim 0:5 gegen Darmstadts Zweitliga-Stürmer Felix Platte chancenlos.

Insgesamt sind 29 der 36 Profivereine aus der 1. und 2. Bundesliga bei der Home Challenge vertreten, das Schiedsrichter-Duo Aytekin/Schlager komplettiert das Teilnehmerfeld. Üblicherweise ist pro Team mindestens ein Lizenzspieler und eine Person aus dem entsprechenden Klub oder dessen Umfeld, wie etwa ein eSportler, am Start.


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