Schlaglichter auf kommunalpolitische Dauerbrenner

Baden-Baden (sre) – Sieben der acht OB-Bewerber haben sich und ihre Ideen am Dienstag beim Presseclub vorgestellt. Ein BT/BNN-Forum findet am Freitag statt.

Gruppenbild: Sieben der acht Kandidaten sind der Einladung des Presseclubs gefolgt. Foto: Sarah Reith

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Gruppenbild: Sieben der acht Kandidaten sind der Einladung des Presseclubs gefolgt. Foto: Sarah Reith

Mehr als 100 Prozent gibt es nicht. Oder? Wenn es nach der Selbsteinschätzung einiger OB-Kandidaten in Baden-Baden geht, vielleicht doch: Addiert man die von nur sieben der acht Bewerber um das Oberbürgermeisteramt erwarteten eigenen Wahlergebnisse, kommt man auf stolze 245 Prozent. Dies war nur eine der vielen Erkenntnisse bei der vom Presseclub ausgerichteten Podiumsdiskussion am Dienstagabend.

An der von Detlev Gawron und Jan-Michael Meinecke moderierten Runde nahmen siben Kandidaten teil. Der achte Kandidat, Peter Görtzel, war der Einladung des Presseclubs nicht gefolgt, berichteten die Moderatoren. Und gleich drei der anwesenden Kandidaten erwarten mehr als 50 Prozent für sich selbst im ersten Wahlgang: Diese Angabe machten Amtsinhaberin Margret Mergen (CDU), Roland Kaiser (Grüne) und Bettina Morlok (FBB), während Dietmar Späth (parteilos), Rolf Pilarski (FDP), Peter Hank (Die Basis) und Stefan Bäuerle (parteilos) etwas bescheidenere Erwartungen an ihr eigenes Abschneiden zu Protokoll gaben.

Weitere Angebote online abrufbar

Die Veranstaltung im Löwensaal in Lichtental war gut besucht: „Wir hätten einen doppelt so großen Saal leicht füllen können“, sagte Moderator Meinecke. Er verwies vor diesem Hintergrund auf die am Freitag geplante Veranstaltung von BT und BNN sowie die offizielle Kandidatenrunde im Kurhaus in der kommenden Woche. Beide Angebote werden für alle Interessierten im Internet übertragen und stehen so auch all denjenigen als Informationsmöglichkeit offen, die am Dienstag keinen Platz im Löwensaal ergattert haben. Das am Freitag, 4. März, um 17 Uhr geplante BNN/BT-Forum zur OB-Wahl wird live auf badisches-tagblatt.de übertragen. Für das Wahlforum der beiden Tageszeitungen hat sich die Redaktion im Interesse der Zuschauer auf eine Begrenzung der Teilnehmerzahl verständigt.

Da es unmöglich ist, innerhalb von eineinhalb Stunden acht Kandidaten zu allen wichtigen Themen der Bäderstadt umfassend zu befragen, wurde der Kreis auf jene fünf Bewerber beschränkt, die mit ausführlichen Wahlprogrammen und mit Vorschlägen zur Entwicklung der gesamten Stadt in den zurückliegenden Wochen aus eigenem Antrieb an die Öffentlichkeit gegangen sind: Margret Mergen, Roland Kaiser, Rolf Pilarski, Dietmar Späth und Bettina Morlok.

Das Zeitmanagement stellte auch den Presseclub am Dienstag vor Herausforderungen: Die Moderatoren stellten zu den wichtigen Themen der Kommunalpolitik jeweils nur eine Frage, die sie an nur einen der sieben Teilnehmer richteten, sodass jeder Bewerber nach der kurzen Vorstellung wenigstens drei Mal zu Wort kam, bevor auch noch Fragen aus dem Publikum gestellt werden konnten. So gelang es dem Moderatorenduo, zumindest Schlaglichter auf verschiedene kommunalpolitische Dauerbrenner zu werfen.

Kandidaten verweisen auf ihre Kompetenzen

Dabei verwiesen mehrere Kandidaten auf ihre Kompetenz im finanziellen Bereich: Späth berichtete, wie er als Bürgermeister Muggensturm aus der Verschuldung geführt habe. Auch Morlok betonte: „Ich kann mit Geld umgehen“ und erinnerte an ihre Karriere als Geschäftsführerin bei verschiedenen Firmen. Pilarski betonte, der öffentliche Dienst sei „überrepräsentiert“ in der Stadt und kündigte Änderungen an.

Kaiser nannte als wichtiges Ziel, die Gräben zwischen Teilen des Gemeinderats, der Verwaltung und der Bevölkerung zu überbrücken. Als Erstes müsse ein städtischer Haushalt gemeinsam erarbeitet werden. Mergen dagegen betonte, der Gemeinderat befinde sich aufgrund des Wahlkampfs im Ausnahmezustand: Nach der Wahl werde auch das Arbeiten wieder möglich sein. Bäuerle störte sich besonders am Zustand der Straßen, den er gern verbessern würde. Und Hank erläuterte, dass er mit Bürgerversammlungen die Menschen stärker in Entscheidungsfindungen einbinden wolle.

Auch die aktuelle Situation in der Ukraine blieb an dem Abend nicht unbeachtet. „Die neue Welt, in der wir aufgewacht sind, macht uns Angst“, brachte es Moderator Meinecke bereits zu Beginn der Veranstaltung auf den Punkt, bevor sich alle Anwesenden für eine Minute des schweigenden Gedenkens an die Opfer des Krieges erhoben. In dem vom Presseclub aufgestellten Spendenschweinchen für die Ukrainehilfe landeten im Lauf des Abends immerhin 620 Euro.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
2. März 2022, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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