Schloss-Galerie Rastatt: Zwei Mieter geben auf

Rastatt (ema) – In der Schloss-Galerie in Rastatt hören Vero Moda und Jack & Jones zum Jahresende auf. Gespräche mit potenziellen Nachmietern laufen.

Seit fünf Jahren besteht die Schloss-Galerie: Etwa ein Viertel der Fläche steht immer noch leer. Foto: Sebastian Linkenheil

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Seit fünf Jahren besteht die Schloss-Galerie: Etwa ein Viertel der Fläche steht immer noch leer. Foto: Sebastian Linkenheil

Mitten in der Corona-Krise dreht sich das Mieterkarussell in der Schloss-Galerie. Das Einkaufszentrum verliert zum Jahresende die Textilanbieter Vero Moda und Jack & Jones; Gespräche mit potenziellen Neumietern laufen. Informationen in Maklerkreisen, wonach die erst vor zwei Jahren eingestiegene Eigentümerin, die FCR Immobilien AG (München), sich von der Schloss-Galerie schon wieder trennen will, weist das Unternehmen zurück.
Es war zuletzt ruhig geworden um die Schloss-Galerie. Dabei hatte die FCR beim Kauf des Einkaufszentrums vor zwei Jahren noch betont, dass man „weiteres Entwicklungspotenzial“ in der Mall sehe. Schließlich waren in dem 2015 eröffneten Einkaufscenter nur rund 77 Prozent der Mietflächen von rund 21.600 Quadratmetern belegt. FCR wolle den Leerstand zügig abbauen, hierfür sei man im Gespräch mit potenziellen Interessenten, verkündete der Vorstandsvorsitzende der Münchner Aktiengesellschaft, Falk Raudies, vor zwei Jahren euphorisch.

Doch getan hat sich nicht viel. Im Gegenteil: Aufhorchen lässt jetzt eine Ausschreibung des Berliner Büros des Immobilienunternehmens Remax, in dem die Schloss-Galerie zu einem Preis von 63 Millionen Euro angeboten wird. Mit der Offerte vom BT konfrontiert, reagierte Vorstandschef Raudies am Montag prompt selbst: Man habe alle Angebote zurückgezogen und werde sich derzeit „sicher nicht“ von der Schloss-Galerie trennen, schrieb Raudies per Mail.

Neue Strategie

Dass überhaupt ein Makler die Schloss-Galerie anbietet, konnte auch FCR-Pressesprecher Ulf Wallisch am Montag nicht erklären. Zwar sei es bisher Geschäftsmodell des Unternehmens gewesen, Immobilien günstig zu erwerben und mit Rendite weiterzuveräußern. Doch der Dienste von Maklern habe man sich dabei nicht bedient.

Ohnehin verweist der FCR-Sprecher darauf, dass das Unternehmen mittlerweile eine andere Strategie verfolge. Man konzentriere sich jetzt verstärkt auf die Entwicklung von Bestandsobjekten; verkaufen werde man nur noch „selektiv“. Die Schloss-Galerie selbst habe man aber nie verkaufen wollen, bekräftigt Wallisch.

Nach den Ankündigungen des FCR-Managements sollen nicht nur die Verluste von Vero Moda und Jack & Jones zügig ersetzt werden, sondern weitere Mieter gewonnen werden. Falk Raudies schreibt sogar von „regem Zulauf“. Pressesprecher Wallisch zufolge führe man „gute Gespräche“, um die beiden Geschäftsflächen von jeweils 200 Quadratmetern neu vermieten zu können – gegebenenfalls als eine Einheit. An anderer Stelle soll in den nächsten Wochen Vollzug gemeldet werden. Nach BT-Informationen soll der englische Outdoor-Sport-Anbieter „Regatta“ einziehen; auch ein Makler-Büro hat offenbar Interesse an Flächen.

Dass mit Vero Moda und Jack & Jones gleich zwei Anbieter zum Jahresende am Kapellenbuckel aufgeben, sieht Wallisch nicht als Zeichen für eine generelle Krise des Einkaufszentrums. Hier würden zwei textilspezifische Probleme durchschlagen: der wachsende Online-Handel im Allgemeinen sowie die Textillastigkeit unter den Mietern der Schloss-Galerie im Besonderen. Vor diesem Hintergrund sei man bestrebt, so der FCR-Sprecher, künftig eher Anbieter aus den Bereichen Full-Service-Discounter (Ge- und Verbrauchsartikel des täglichen Bedarfs), Einrichtungen und Elektro zu gewinnen.

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