Schlossfestspiele Ettlingen starten mit Musicalrevue

Ettlingen (cl) – Die Ettlinger Schlossfestspiele starten am 22. Juli mit einer Musicalrevue. Dank sinkender Infektionszahlen könne man nun realistisch planen, so Festspielleiterin Solvejg Bauer.

„Wir spielen den vollen Festspielreigen – in etwas kleinerer Version, aber alle Genres werden aufgeführt werden“, freut sich die Ettlinger Festspielleiterin Solvejg Bauer.  Foto: Schlossfestspiele

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„Wir spielen den vollen Festspielreigen – in etwas kleinerer Version, aber alle Genres werden aufgeführt werden“, freut sich die Ettlinger Festspielleiterin Solvejg Bauer. Foto: Schlossfestspiele

Trotz der Einschränkungen im zweiten Corona-Sommer wollen die Ettlinger Schlossfestspiele Ende Juli zwei große musikalische Premieren, die Musicalrevue „A Grand Night for Singing“ und die Johann-Strauß-Operette „Die Fledermaus“, in ihrem etwas verkleinerten Spielplan aufführen.

„Dank der sinkenden Inzidenzen in Ettlingen haben wir jetzt einen Euphorieschub und konnten die neue Sommerspielzeit sehr realistisch planen“, sagte die Festspielleiterin Solvejg Bauer im Ettlinger Schloss. Heuer ist die Spielzeit weiter in den September hinein verschoben – und es wird nur outdoor gespielt. Die Schlossgartenhalle, wo sonst das Schauspiel seine Premiere hat, ist momentan Testzentrum.

Für ihre dritte Spielzeit – die zweite fiel letztes Jahr mehr oder weniger Corona zum Opfer – hat Solvejg Bauer ein passendes Schauspiel eingeplant, das die Situation der Menschen in der Pandemiezeit spiegelt: Jean Paul Sartres Paradestück des Existenzialismus „Geschlossene Gesellschaft“ über den Menschen, allein auf sich selbst gestellt inmitten einer seine innerste Existenz bedrohenden Welt. Schon von der Besetzung her sei das Stück ideal: Drei Schauspieler, in Distanz zueinander auftretend, befinden sich in einem Raum miteinander eingeschlossen und mit ihren Unzulänglichkeiten konfrontiert; uraufgeführt wurde das Stück 1944 inmitten des Zweiten Weltkriegs in Paris. Sartres berühmtestes Zitat: „Die Hölle, das sind die anderen“ zeige die Qual, aus dieser Situation nicht ausbrechen zu können.

Probenstart in Ettlingen mit getesteten Darstellern

Als Familienstück wird es „Aschenputtel“ geben, auch die Rockshow „Killer Queen“ ist in Kooperation mit der Popakademie Baden-Württemberg bei Schlossfestspielen vom 22. Juli bis 11. September geplant.

„Wir spielen den vollen Festspielreigen – in etwas kleinerer Version, aber alle Genres werden aufgeführt werden“, versprach Festspielleiterin Bauer. Auf groß besetzte, dynamische Stücke musste wegen der Hygieneregeln verzichtet werden, deswegen konnte die schon 2020 geplante Komödie „Sein oder nicht sein“ nicht in den Sommer 2021 hinübergerettet werden, so Solvejg Bauer. Dafür sollen die musikalischen Stücke, wie die „Fledermaus“ mit einem neunköpfigen Orchester und auch das Eröffnungsstück, die Broadway-Revue von Rodgers & Hammerstein mit Lichtprojektionen auf der Schlossfassade, auch in kleinerer Besetzung und neuen Arrangements adäquat auf die Schlosshof-Bühne kommen.

Am gestrigen Montag war Probenstart für die Schlossfestspiele, alle Darsteller würden täglich getestet.

Für die Zuschauer wollen die Ettlinger eine große Tribüne aufbauen, auf der normalerweise 750 Besucher Platz finden, aber nur 350 Plätze sollen besetzt werden. Wenn „ausverkauft“ wäre, hätten die Festspiele 40 Prozent Auslastung. mit Einnahmeausfällen von 60 Prozent wird momentan gerechnet. Ab heute können die Karten online gebucht werden auf der Homepage der Schlossfestspiele. Sollte sich die Hygieneverordnung weiter verbessern – die Zuschauer wieder enger sitzen dürfen – würde, so Bauer, auch das Kartenkontingent erweitert werden; sprich: mehr Plätze würden auf der Tribüne zur Verfügung stehen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
7. Juni 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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