Schneemann bauen: Wasser als Klebstoff

Baden-Baden (red) – Pulverschnee verfliegt schnell in behandschuhten Kinderhänden. Ist die weiße Pracht dagegen nass und schwer, läss sie sich leicht zu einer Kugel formen. Warum ist das so?

Damit der Schneemann lange lebt, sollte es frieren. Foto: Thomas Riedinger

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Damit der Schneemann lange lebt, sollte es frieren. Foto: Thomas Riedinger

Kaum ist der erste Schnee gefallen, wird er draußen fleißig zu Kugeln gerollt und ein Schneemann gebaut. Die meist freundlich dreinschauenden Gesellen gehören zum Schneespaß einfach dazu. Aber warum sind solche Gebilde überhaupt möglich? Das erklärt Björn Goldhausen von Wetter-Online in einer Pressemitteilung.

Um einen Schneemann zu bauen, bedarf es neben einer ausreichenden Schneedecke auch Wasser. Jeder, der einmal einen Schneemann gebaut hat, weiß, wie die Schneekugel beim Rollen über eine Wiese immer größer wird. Manchmal hinterlässt die Kugel auch eine grüne Spur, weil einfach der gesamte Schnee an der Kugel haften bleibt.

Rollen und Drücken verdrängt Luft

Die idealen Bedingungen für diese Haftung sind Temperaturen um den Gefrierpunkt und feuchte Luft. „Frisch gefallene Schneekristalle sind zunächst locker miteinander verbunden. Durch Wasser, wie es zum Beispiel bei Temperaturen um 0 Grad noch vorhanden ist, wird die Luft aus den Hohlräumen zwischen dem Kristallgeäst verdrängt und die Kristalle werden enger miteinander verbunden“, erklärt der Meteorologe. „Das Wasser klebt sozusagen die Schnee- beziehungsweise Eiskristalle aneinander. Durch das Rollen und Drücken des Schnees wird die Luft immer weiter verdrängt. Die Wassermoleküle können sich immer fester binden, da sie immer mehr Kontakt zu der Eisfläche bekommen. Eine feste Kugel kann entstehen.“

Für ein langes und standhaftes Leben des Schneemanns ist es günstig, wenn es nach dem Bau ordentlich friert. So wird die Schneekunst regelrecht einzementiert.

Skulpturen aus Schnee gibt es schon lange. In einem Kinderliederbuch von Christian Felix Weiße taucht laut der Mitteilung 1770 der Begriff „Schneemann“ zum ersten Mal belegt auf. Mit einer veränderten Einstellung zum Winter, der nun nicht mehr vor allem entbehrungsreich war, wird auch die Abbildung von Wintermotiven in der Kunst immer freundlicher und heiterer. In Darstellungen des 19. Jahrhunderts kannst du neben Schlittenfahrten und fröhlichen Schlittschuhläufern auch den freundlich blickenden Schneemann sehen – so wie wir ihn bis heute kennen.

Fastnacht feiern schon diese drei schönen Schneemänner. Foto: BT-Leserin Erika Hager

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Fastnacht feiern schon diese drei schönen Schneemänner. Foto: BT-Leserin Erika Hager

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Erstellt:
23. Januar 2021, 13:30 Uhr
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