Schnellladepark für E-Autos in Karlsruhe

Karlsruhe (win) – Die EnBW hat den ersten Schnellladepark in Karlsruhe in Betrieb genommen. Auf dem Gelände des Einkaufszentrums Durlach Center an der Autobahn stehen zwölf Ladepunkte zur Verfügung.

Sechs Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten liefern an dieser EnBW-Station in Karlsruhe eine Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Foto: Uli Deck/dpa

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Sechs Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten liefern an dieser EnBW-Station in Karlsruhe eine Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Foto: Uli Deck/dpa

Die Ladepunkte ermöglichen es, dass Elektroautos binnen fünf Minuten Strom für rund 100 Kilometer Reichweite „tanken“ können.

Bei einem Tesla 3 bedeutet dies je nach Tarif Kosten in Höhe von knapp sechs bis etwas über sieben Euro pro 100 Kilometer. Mit einer Ladezeit von nur 15 Minuten – die entsprechende Fahrzeugtechnik vorausgesetzt – könne man anschließend sogar bis nach München fahren.

Insgesamt sollen in Baden-Württemberg mit Unterstützung des Landes 16 solcher urbanen Schnellladeparks in den 15 größten Städten des Landes entstehen. Die Gesamtkosten liegen bei rund zehn Millionen Euro, wovon das Land bis zu drei Millionen Euro als Fördermittel zuschießt.

„Mit urbanen Schnellladeparks wird die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität weiter gesichert und verlässliche Ladestandorte für ein schnelles Nachladen auch für Nutzende ohne private Lademöglichkeit geschaffen“, kommentiert Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) das neue Angebot.

Für die EnBW seien Schnellladeparks nur ein, wenn auch wichtiger, Teil der Gesamtstrategie: „Wir wollen das Ladenetz so verdichten und ausbauen, dass für Kunden das Gefühl entsteht, jederzeit sicher von A nach B kommen zu können“, beschreibt EnBW-Chef Frank Mastiaux die Motivation des Energieversorgers, der schon jetzt ein Netz von über 100.000 Ladepunkten in Deutschland und fünf anderen Ländern in Europa betreibt. Allein in Deutschland habe die EnBW derzeit über 450 Hochgeschwindigkeitsstandorte installiert, bis zum Jahresende sollen es 1.000 sein.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität

Für Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) ist die Inbetriebnahme des neuen Schnellladeparks ein wichtiges Signal für die Stadt auf ihrem Weg zur Klimaneutralität, bis zum Jahr 2050 wolle man dieses Ziel erreichen. „Das darf gern auch schneller gehen, doch ohne Unterstützung und Begleitung der Wirtschaft werden wir es nicht schaffen.“

Die Zusammenarbeit mit der EnBW habe Vorbildcharakter. Mit dem Schnellladepark mache man die E-Mobilität deutlich attraktiver. „Während des Einkaufs bequem und ultraschnell zu laden, das hat etwas“, so Mentrup.

Die E-Mobilität sei inzwischen neben der Energiewende einer der Megatrends, verweist Mastiaux auf die Zulassungszahlen bei Elektroautos, die im vergangenen Jahr enorm zugelegt hatten und im Dezember einen Marktanteil von 14 Prozent bei den Neuzulassungen erreichten. Wichtig sei deshalb, dass das Aufladen der Fahrzeuge noch selbstverständlicher und einfacher zu machen.

Dank der EnBW-App könnten bereits über 100.000 Ladepunkte in ganz Europa gefunden werden, darunter auch solche von anderen Unternehmen. An jeder dieser Station könne dann zum EnBW-Tarif „getankt“ werden. Wichtig sei dabei auch, dass – so wie jetzt in Karlsruhe – mehrere Ladepunkte zur Verfügung stehen. So müsse man nicht fürchten, dass der jeweilige Ladepunkt von anderen Verkehrsteilnehmern belegt ist und deshalb lange Wartezeiten entstehen.

Ihr Autor

Winfried Heck

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Erstellt:
27. Januar 2021, 22:30 Uhr
Lesedauer:
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