Schnelltests in Sinzheim: Großes Interesse bei den Bürgern

Sinzheim (nie) – Am Freitag, 26. März, öffnet das Sinzheimer Schnelltestzentrum in der Fremersberghalle. Die Schulen sollen ab Montag, 29. März, an der Reihe sein.

Auf Nummer sicher: Annemarie Huck, stellvertretende Hauptamtsleiterin, beim Test am Mittwochabend. Foto: Huck

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Auf Nummer sicher: Annemarie Huck, stellvertretende Hauptamtsleiterin, beim Test am Mittwochabend. Foto: Huck

Es finden mal wieder Veranstaltungen in der Fremersberghalle statt – wenn auch anders als üblich. Kein Auftritt von Musikern oder Sängern, kein Sport: Denn heute öffnet das örtliche Testzentrum, zweimal pro Woche hat es in der Regel geöffnet. Alle Termine der ersten beiden Tage waren schnell ausgebucht. Außerdem startet die Gemeinde am Montag ein Projekt mit Schnelltests an den örtlichen Schulen.

Schnelltestzemtrum: In der Nacht zum Mittwoch, 0 Uhr, war die Anmeldung für die Termine freigeschaltet worden – nur rund zwei Stunden später seien für den heutigen Freitag alle 120 Termine vergeben gewesen, berichtete Bürgermeister Erik Ernst am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderats. Und auch der Gründonnerstag, 1. April, ist bereits ausgebucht. Das zeige, dass das „Interesse bei den Bürgern groß ist“. Bürgermeister Ernst sehe das Testangebot als „Beitrag, dass wir wieder zurück zur Normalität kommen“. Vier Wochen lang soll der Testlauf vorläufig dauern. Folgende Termine stehen zur Verfügung, jeweils von 16 bis 20 Uhr: 26. März und 1. April (bereits ausgebucht), Dienstag, 6. April, Freitag, 9. April, Dienstag, 13. April, und Freitag 16. April. Symptomfreie Sinzheimer können sich dort einmal pro Woche kostenlos testen lassen, der Zugang ist barrierefrei, Anmeldung ist notwendig und der Personalausweis ist mitzubringen.

Großes Engagement

Vom Land habe jede Kommune kostenlose Schnelltest zur Verfügung gestellt bekommen – befristet bis zum 31. März und von der Menge her prozentual auf die Anwohnerzahl heruntergerechnet, führte Ernst aus. Ob beziehungsweise wie viel die Kommune dann ab dem 1. April für Tests ausgeben muss, das stehe noch nicht fest. Johannes Hurst von der GfS meinte dazu, dass sicherlich etwas an der Gemeinde hängen bleibe, man aber hoffe, dass das Land viel übernimmt.

Der Bürgermeister jedenfalls zeigte sich bestrebt, das weitere Vorgehen interkommunal abzusprechen – in Anbetracht der Dringlichkeit aber, sei es jetzt notwendig gewesen mit den eigenen Ressourcen und der eigenen Mannstärke kurzfristig ein Testzentrum ans Laufen zu bringen. Sein Dank galt dabei dem Engagement der Allgemeinärzte Rita Matschke und Volker Graf, der Zahnärzte Wolfgang Breuer, Corinna Wendeburg, Rosi Schneider und Titus Hesselhaus, der örtlichen Apotheken, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sinzheim/Hügelsheim, der Freiwilligen Feuerwehr, der Sozialstation St. Primin, des Seniorenzentrums Sinzheim. Vor Ort sind Jugendsozialarbeiter Dominik Springmann und FSJlerin Lea Stucke für das Verwaltungstechnische zuständig. Apothekerin und DRK-Vorsitzende Nicole Vogler hat die Schulung der Tester durchgeführt. Zudem werden vor jeder Gemeinderatssitzung nun die Räte und Verwaltungsmitarbeiter vom Ambulanten Pflegedienst Seiert getestet.

Unternehmen werden unterstützt

Durch die Bank weg gab es von den Fraktionen Lob für die schnelle Einrichtung des Testzentrums. Klaus Seiert (CDU) fand jedoch die „Logistik, die jetzt gefahren wird, unglaublich“, warum nehme man nicht einfach die Impfzentren als Testzentren? Eine bessere Strategie wäre es, mehr Impfungen zu beschaffen, dann „müssten wir nicht so viel testen“. Bürgermeister Ernst versicherte auf die Frage von Anton Jany (FW) hin, dass es gewährleistet sei, dass die helfenden Ehrenamtlichen im Fall der Fälle versichert seien. Des Weiteren bot der Bürgermeister an, dass sich Sinzheimer Unternehmen bei Bedarf an Testungen an die Verwaltung wenden können, und man dann schaue, was man anbieten könne. Kurt Rohner (FDP) wollte wissen, ob eine Art „Tübinger Modell“ auch für die Stabsgemeinde denkbar sei. Erik Ernst sagte, er sehe das „perspektivisch sinnvoll“, aber das Land habe wohl zunächst größere Städte für solche Pilotprojekte im Blick.

Terminbuchungen können unter www.sinzheim.de, über die Bürger-App oder unter (07221)8060 stattfinden.

Tests an Schulen: Für Testungen für Schüler habe die Gemeinde vorerst 1.000 Tests bestellt, erläuterte der Bürgermeister, dabei handle es sich um nasale Antigen-Schnelltests, die nicht so weit in die Nase eingeführt werden müssen. Personal, darunter auch Eltern, seien für die Testungen vom DRK geschult worden. Am Montag beginnt die Testphase: In den Grundschulen Leiberstung und Sinzheim und der Realschule Sinzheim (voraussichtlich Selbsttests) wird laut Verwaltung vor Ort getestet, in Kartung sollen Eltern ihre Kinder zuhause testen. Das wiederum gefiel Gabriel Schlindwein (CDU) „ganz und gar nicht“, es könne nicht sein, dass das in Kartung nicht vor Ort funktioniere. Erik Ernst verwies darauf, dass dies Wunsch der Schule sei und man nach den Erfahrungen der Testphase ausloten werde, welche Strategie die bessere sei.

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Erstellt:
26. März 2021, 14:00 Uhr
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