Schnelltestzentrum am Augustaplatz in Betrieb

Baden-Baden (sga) – Am Montag hat das Schnelltestzentrum in der Lichtentaler Straße am Augustaplatz seinen Betrieb aufgenommen. Es kann täglich von 8 bis 17 Uhr besucht werden.

Vor Ort kommt das Stäbchen in eine Flüssigkeit, die nach zwei Minuten auf den Teststreifen getropft wird. Foto: Sarah Gallenberger

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Vor Ort kommt das Stäbchen in eine Flüssigkeit, die nach zwei Minuten auf den Teststreifen getropft wird. Foto: Sarah Gallenberger

Jens Dobokay gehört zu den ersten Personen, die in dem neu eingerichteten Schnelltestzentrum am Augustaplatz auf ein hoffentlich negatives Ergebnis warten. Dort kann sich jeder Bürger seit gestern täglich on 8 bis 17 Uhr darüber informieren, ob er das Coronavirus in sich trägt – und falls ja, direkt einen PCR-Test nachlegen.

Das alles gibt es einmal die Woche kostenlos – so, wie es die Erweiterung der Teststrategie des Bundes vorsieht. „Denn keiner kann uns sagen, wie der weitere Verlauf der Pandemie aussieht. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch in Baden-Baden die Möglichkeiten haben, uns rechtzeitig über eine mögliche Infektion zu informieren“, ist sich Oberbürgermeisterin Margret Mergen sicher. Mit dem Standort am Parkhaus Apcoa (frühere Fina-Garage) in der Lichtentaler Straße 37 bis 41 sei die Wahl auf das Stadtzentrum gefallen – „ideal für Bürger, die beispielsweise aus Oberbeuern kommen“.

15 Minuten bis zum Ergebnis

Egal ob mit dem Auto oder zu Fuß, „der erste Schritt ist das Kontaktformular“, klärt Kimo Böhler auf BT-Nachfrage auf. Der Geschäftsstellenleiter des Schnelltestzentrums in Baden-Baden spricht von nur wenigen Sekunden, in denen von medizinischem Fachpersonal ein Nasenabstrich durchgeführt wird. „Das Stäbchen wird anschließend für zwei Minuten in eine Lösung getaucht und diese auf einen Teststreifen getropft.“ Wie bei einem Schwangerschaftstest zeige dann ein Streifen, ob die Probe positiv ist.

Das Ergebnis gibt es anschließend über E-Mail oder SMS und innerhalb von 15 Minuten. Für Bürger wie Jens Dobokay ist das schnelle Prozedere nur vorteilhaft, will er doch fix über seinen Gesundheitszustand Bescheid bekommen: „Natürlich trage ich meine FFP-2-Maske und halte Abstand. Aber zu wissen, dass ich auch sicher niemanden anstecken könnte, beruhigt mich dann doch sehr.“ Dobokay arbeitet in der Fußgängerzone, es ist also kein großer Umweg für ihn, einmal in der Woche in dem Schnelltestzentrum am Augustaplatz vorbeizuschauen. „Selbst wenn – das ist es mir wert. Meine Eltern wohnen bei mir im Haus, da will ich einfach auf Nummer sicher gehen. Sowohl privat als auch beruflich.“

Fühlt sich mit einem negativen Testergebnis einfach sicherer: Jens Dobokay lässt den Nasenabstrich freiwillig machen. Foto: Sarah Gallenberger

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Fühlt sich mit einem negativen Testergebnis einfach sicherer: Jens Dobokay lässt den Nasenabstrich freiwillig machen. Foto: Sarah Gallenberger

Und Sicherheit scheint in der aktuellen Situation das oberste Gebot zu sein. Deshalb, so Mergen, sei es auch so wichtig, dass nunmehr zwei kommunale Schnelltestzentren in Betrieb sind. Gemeinsam mit dem bestehenden Angebot in den Apotheken und dem ab dem

6. April bei den Acura-Kliniken geplanten Schnelltestprogramm sei die Kurstadt gut aufgestellt. Das komme auch bei den Bürgern sehr gut an: „Wir merken immer wieder, wie die Bereitschaft, sich einem Corona-Test zu unterziehen, steigt“, so Mergen. Und auch Robin Uhlenbrock hat als Geschäftsführer von UO Covid Schnelltest durchweg positive Rückmeldungen bekommen. Das Karlsruher Unternehmen ist ab sofort für das Schnelltestzentrum am Augustaplatz zuständig und betreibt bereits seit Anfang Januar eine Teststation in der Fächerstadt. „Dort konnten wir bereits einige Erfahrungen sammeln, die wir auch hier in Baden-Baden umsetzen möchten“, so Uhlenbrock.

PCR-Test soll diese Woche folgen

Konkret bedeutet das unter anderem, dass in dem Standort in der Lichtentaler Straße künftig nicht nur der „einfache“ Nasenabstrich möglich sein wird. „Sollte bei einem der Bürger ein positives Ergebnis rauskommen, wird im Anschluss an das reguläre Prozedere bald auch ein PCR-Test möglich sein“, geht der Geschäftsführer auf das Verfahren ein, das allerdings erst in Laufe dieser Woche verfügbar sein wird. Ein PCR-Test prüft im Fall eines vorherigen positiven Testergebnisses noch einmal nach, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt.

Wie bereits berichtet, gibt es nun insgesamt zwei kommunale Schnelltestzentren in Baden-Baden. Das erste befindet sich auf dem Park&Ride-Parkplatz Oos-Süd in der Güterbahnhofstraße und wird von der Marien-Apotheke in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz betrieben. Getestet wird dort zu Fuß oder im Auto, in jedem Fall ist jedoch eine vorherige Terminvereinbarung im Internet unter www.apo-schnelltest.de/marien-apotheke-bb notwendig.

Wer in keines der Zentren gehen möchte, kann sich auch in folgenden Apotheken kostenlos testen lassen: Kreuz-Apotheke, Augusta-Apotheke, Cäcilien-Apotheke, Marien-Apotheke, Meister-Erwin-Apotheke und Dr.-Rösslers Hof-Apotheke. Die Löwen-Apotheke bietet Tests für Selbstzahler an. In der Kreuz-Apotheke und der Augusta-Apotheke ist eine telefonische Terminvereinbarung notwendig, bei der Marien-Apotheke, Dr. Rösslers Hof-Apotheke und der Löwen-Apotheke läuft die Terminvergabe online über die jeweiligen Webseiten. Die Cäcilien-Apotheke und die Meister-Erwin-Apotheke testen ohne Voranmeldung während der normalen Öffnungszeiten.

Besser spät als nie

Kommentar

Von Sarah Gallenberger

Besser spät als nie
Auch wenn der Aufbau des Impfzentrums im Kurhaus sehr schnell vonstatten ging – mit dem Einrichten der Schnelltestzentren hat Baden-Baden lange auf sich warten lassen. Und das, wo doch gerade hier die Ungeduld der Bürger oft groß scheint – und an anderen Orten die Zentren wie Pilze aus dem Boden geschossen kamen. Gut Ding will in der Kurstadt also wieder Weile haben, und dafür gibt es ja jetzt auch gleich zwei kommunale Schnelltestzentren, die besucht werden können. Bei der Standortwahl hat sich die Verwaltung laut Oberbürgermeisterin Margret Mergen so einiges gedacht – damit auch wirklich jeder Bürger, egal wo er wohnt, auf kurzem Weg zum hoffentlich negativen Testergebnis gelangt.

Der Park&Ride-Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs scheint dafür wie gemacht zu sein, Platz gibt es dort ja reichlich. Und auch die Entscheidung für den Augustaplatz macht durchaus Sinn – kurz nach dem Tunnel, direkt zu Beginn der Innenstadt und durch die Bushaltestellen für jeden gut erreichbar. Nur an der Umsetzung scheint es noch etwas zu hapern. Denn wer ab sofort seinen Wagen im Parkhaus in der Lichtentaler Straße abstellen will, muss gleich zwei Mal schauen, wie er in dieses hineinfährt. Das Schnelltestzentrum liegt nämlich direkt daneben – und somit auch die Fahrspur, auf der für den Nasenabstrich geparkt werden soll. Zwar sorgt eine Absperrung für die optische Trennung, es steht auch ein Schild auf dem Bürgersteig, man hat also mitgedacht. Bis der „Umbau“ nicht mehr für Verwirrung sorgt, könnte es allerdings noch eine Weile dauern.

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Erstellt:
30. März 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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