Schnurr verlässt Gemeinderat

Baden-Baden (hol) – Zwölfeinhalb Jahre lang hat Hansjürgen Schnurr (CDU) im Gemeinderat mitgearbeitet. Am Montag wurde er verabschiedet – auf eigenen Wunsch.

Warme Worte und ein Weinkühler zum Abschied: Oberbürgermeisterin Margret Mergen überreicht Hansjürgen Schnurr ein Erinnerungsstück von der Majolika. Foto: Harald Holzmann/dpa

Warme Worte und ein Weinkühler zum Abschied: Oberbürgermeisterin Margret Mergen überreicht Hansjürgen Schnurr ein Erinnerungsstück von der Majolika. Foto: Harald Holzmann/dpa

. Er wolle künftig mehr Zeit für sich und seine Familie haben, sagte der 63-Jährige. Sein Nachfolger wird Alfons Seiterle (64).

Es habe Spaß gemacht, Dinge zu bewegen. „Dafür sind wir gewählt, nicht, um Dinge abzulehnen“, schrieb er den Stadträten bei seinen Abschiedsworten ins Stammbuch. „Die Bevölkerung hat einen Anspruch darauf, dass wir Dinge lösen.“ Er wünsche dem Gremium, den Willen, sich wieder zusammenzufinden im Interesse der Bevölkerung.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat sei ein „verdammt cooler Haufen“, meinte er rückblickend. Jetzt aber wolle er mehr Zeit für seine Familie. Seit August sei er Rentner, und nun wolle er zusammen mit seiner Frau und dem Hund viel Zeit im Wohnmobil verbringen und Deutschland und Europa bereisen „zu einer Zeit, in der es mir noch gesundheitlich möglich ist“.

Viel Expertise durch beruflichen Werdegang

Einen Weinkühler der Karlsruher Manufaktur Majolika und viele warme Worte hatten Oberbürgermeisterin Margret Mergen und der CDU-Fraktionschef Ansgar Gernsbeck zu seiner Verabschiedung parat. Für Schnurr stünden stets die Menschen und deren Vor- und Fürsorge im Vordergrund, sagte die OB und spielte dabei auch auf die letzte berufliche Tätigkeit Schnurrs als kaufmännischer Leiter der Pflegeeinrichtungen des Klinikums Mittelbaden an. Zuvor war Schnurr Mitarbeiter der Stadtverwaltung Baden-Baden gewesen – beim Ordnungsamt, beim Rechtsamt und zuletzt dann beim Hauptamt. Deshalb sei ihm auch die Sichtweise der Verwaltung geläufig, meinte Mergen, was die Zusammenarbeit mit ihm als Stadtrat erleichtert habe.

„Da geht Qualität verloren“, sagte Gernsbeck, der anmerkte, dass Schnurr der Fraktion viele gute Ratschläge gegeben habe. Legendär seien Schnurrs Fähigkeiten, Protokolle der Fraktionssitzungen quasi in Echtzeit zu fertigen, was die politische Arbeit immens gefördert habe.

Schnurr ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und ist seit 16. September 2009 Stadtrat. Er wohnt in der Vincentistraße und ist ehrenamtlich im gemeinnützigen Verein Lichtental, beim Musikverein Lichtental und in der Selbstverwaltung der Krankenkasse engagiert. Sein Nachfolger wird CDU-Mann Alfons Seiterle, der dem Gemeinderat bereits von 2009 bis 2019 angehört hat.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
26. April 2022, 11:30 Uhr
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