Schock am Montagabend: „Das ist ein Überfall, das ist kein Scherz“

Gaggenau (uj) – Ein unbekannter Täter hat am Montag kurz vor 18 Uhr den Friseursalon Thiele in der Hildastraße überfallen und rund 300 Euro Bargeld mitgehen lassen. Eine Mitarbeiterin bedrohte er mit der Pistole.

Der Friseursalon Thiele in der Hildastraße wird am Montag kurz vor Feierabend von einem bislang unbekannten Täter überfallen. Foto: Jahn

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Der Friseursalon Thiele in der Hildastraße wird am Montag kurz vor Feierabend von einem bislang unbekannten Täter überfallen. Foto: Jahn

Nach einem Raubüberfall auf das Friseurgeschäft Thiele in der Hildastraße 31c hat die Kriminalpolizei Rastatt die Ermittlungen aufgenommen. Zu dem Vorkommnis werden Zeugen gesucht.

Montag, 17.50 Uhr. Im Friseursalon Thiele in der Hildastraße öffnet sich die Tür. Es kommt aber kein Kunde, sondern „so ein schwarz gekleideter Typ steht da vorne“, berichtet die Mitarbeiterin, die im hinteren Bereich des Salons gerade eine Kundin bedient. Der Mann trägt eine Kopfmaske, „ich habe nur die Augen gesehen“.

Und freundlich ist der Besucher nicht. „Das ist ein Überfall, das ist kein Scherz“, sagt der Dieb. Die 48-jährige Angestellte bleibt zunächst im hinteren Bereich, der ungebetene Gast kommt mit vorgehaltener Pistole auf sie zu. Rund einen Meter entfernt steht er vor ihr, sie blickt in den Lauf der Pistole. Die Kundin meint noch: „Mach die Kasse auf.“ Die 48-Jährige hebt die Hände hoch, geht an die Kasse und öffnet diese.

Dieb flieht in Richtung Marktplatz

Der Dieb wirft eine schwarze Mappe auf den Tresen und verlangt, dass sie das Geld dort hinein legt. Dieser Forderung kommt sie nicht nach. „Das Geld habe ich ihm nicht gegeben, das musste er sich schon selbst holen“, berichtet die Angestellte. Er bedient sich, nimmt alle Scheine und verlässt den Laden. Zunächst flüchtet er in Richtung Bahnhof und August-Schneider-Straße und rennt dann auf dieser Straße Richtung Marktplatz.

Trotz der Dramatik herrscht eine besonnene Atmosphäre. „Ich war ruhig, der war ruhig“, blickt die 48-Jährige auf die Geschehnisse am Montag kurz vor Feierabend zurück. Beim Blick in den Pistolenlauf ist sie sprachlos.

Gleich am Abend kommt die Polizei. Auf dem Revier in Gaggenau macht die Angestellte ihre Aussage. Gestern Morgen statten Beamte der Kriminalpolizei dem Friseursalon Thiele einen Besuch ab und untersuchen den Laden auf mögliche Spuren. Trotz des Überfalls einen Tag zuvor geht der Betrieb in dem Salon ohne Einschränkung weiter. Chef Michael Thiele und seine vier Mitarbeiterinnen sind alle im Einsatz und bedienen die Kundinnen und Kunden.

„So was ist mir noch nicht passiert“, sagt die 48-Jährige, die seit 21 Jahren in dem Friseursalon arbeitet. Klar hofft sie, dass sich so etwas nicht wiederholt. „Ich lasse mich nicht unterkriegen“, betont sie selbstbewusst und verschwindet in ihrer „Komfortzone“ im hinteren Bereich des Salons, um die nächste Kundin zu bedienen.

Die Beute ist gering. Rund 300 Euro fallen dem Dieb in die Hände, berichtet Michael Thiele. Viele Kunden würden mit Karte bezahlen. Der Täter wird laut Polizei etwa 185 Zentimeter groß und schlank beschrieben. Er trug eine schwarze Motorradunterziehhaube und war mit einer schwarzen Steppjacke, schwarzer Jogginghose und dunklen Schuhen bekleidet. Er soll deutsch mit leicht slawischem Akzent gesprochen haben. Die Kripo nimmt unter (07 81) 21 28 20 Zeugenhinweise entgegen.

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Erstellt:
3. März 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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