Schöck-Familie: Sprachpreis nach Baden-Baden

Baden-Baden (cl) – Nach dem Tod des Preisstifters Eberhard Schöck holt die Familie den Deutschen Sprachpreis nun nach Baden-Baden. Der Chef der Schöck-Stiftung, Peter Möller, spricht über die Gründe.

Mit dem Baden-Badener Unternehmer Eberhard Schöck ist einer der wichtigsten deutschen Sprachpreise verbunden. Der Preisstifter starb im Januar, die Schöck-Stiftung vergibt die 21. Auszeichnung am 8. Oktober im Kurhaus Baden-Baden.  Foto: Schöck AG

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Mit dem Baden-Badener Unternehmer Eberhard Schöck ist einer der wichtigsten deutschen Sprachpreise verbunden. Der Preisstifter starb im Januar, die Schöck-Stiftung vergibt die 21. Auszeichnung am 8. Oktober im Kurhaus Baden-Baden. Foto: Schöck AG

Ein Sprachpurist sei er nicht, hatte Eberhard Schöck, der im Januar gestorbene Initiator des Deutschen Sprachpreises, einst gesagt. Aber dass die an Schönheit und Ausdrucksfähigkeit so reiche deutsche Sprache immer weiter zurückgedrängt werde, das wollte der Baden-Badener Bauunternehmer nicht hinnehmen – und hat im Jahr 2000 gemeinsam mit dem Verein Deutsche Sprache in Dortmund den Preis ins Leben gerufen. Der „Kulturpreis Deutsche Sprache“ ist dem berühmten Sprachförderer der Romantik, Jacob Grimm, gewidmet; die 20. Auszeichnung wurde im vergangenen Oktober an die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller in der Grimm-Stadt Kassel vergeben. Die nächste Auszeichnung in diesem Herbst soll in Baden-Baden verliehen werden.

„Es war der Wunsch der Familie Schöck, den Sprachpreis nach Baden-Baden zu holen“, sagte Peter Möller, der Geschäftsführer der Schöck-Stiftung Baden-Baden, die Entscheidung sei schon 2021 gefallen. „Der Preis wird weiterhin Jacob-Grimm-Preis heißen, weil die Gebrüder Grimm in der Sprachförderung sehr aktiv waren, das war seinerzeit auch einer der Gründe nach Kassel zu gehen, aber für den Preis besteht diese Verbindung zur Stadt Kassel nicht mehr“, so Möller. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Deutsche Sprache sei im gegenseitigen Einvernehmen ausgelaufen.

Trennung vom Verein Deutsche Sprache Dortmund

„Wir vergeben den Preis alleine“, so Möller. „Der Grund ist die unterschiedliche Ausrichtung unserer Stiftung und des Vereins Deutsche Sprache, er ist sehr stark sprachpolitisch aktiv und diese sprachpolitischen Aktivitäten haben sich in den letzten Jahren noch verstärkt“, erklärte Stiftungschef Möller. „Wir als Stiftung fühlen uns in diesem Bereich nicht berufen, Stellung zu beziehen, wir vergeben lediglich den Preis für besondere Verdienste um die deutsche Sprache – und wollen nicht die negativen Entwicklungen in der deutschen Sprache anprangern.“ Die unterschiedliche Ausrichtung habe zu einem Spannungsfeld geführt.

„Wir wollen das Positive in der Sprachentwicklung und das Innovative herausstellen, das war auch damals der Impuls von Herrn Schöck selbst.“ Der mit 30.000 Euro dotierte Jacob-Grimm-Preis, der Initiativpreis (5.000 Euro) und der Institutionenpreis sollen nun am 8. Oktober im Weinbrennersaal des Kurhauses Baden-Baden vergeben werden.

Die Eberhard-Schöck-Stiftung widmet sich seit 1993 in ihrem Kernbereich der Handwerksförderung für Mittel- und Osteuropa und vergibt auch den Bau-Innovationspreis für Ingenieure.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
20. Februar 2022, 10:00 Uhr
Lesedauer:
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