Pläne für Rastatter Franz-Areal präsentiert

Rastatt (ema) – Die Investoren auf dem Franz-Areal haben ihre aktuellen Pläne präsentiert. Eckpunkte: Hotel-Neubau, Brauerei-Erweiterung und 148 Wohnungen.

Das neue Franz-Quartier mit Hotel-Neubau, Erweiterung der Brauerei sowie sieben Neubauten mit insgesamt 148 Wohnungen.Franz

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Das neue Franz-Quartier mit Hotel-Neubau, Erweiterung der Brauerei sowie sieben Neubauten mit insgesamt 148 Wohnungen.Franz

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Hotel-Pläne der Brauerei Franz. Das Vier-Sterne-Haus mit rund 100 Zimmern wird jetzt etwas breiter, damit in die Zimmer auch Küchenzeilen eingebaut werden können, um sie als Boardingzimmer für ein „Zuhause auf Zeit“ nutzen zu können.
„Ich hoffe, dass wir das niemals brauchen werden“, sagte Franz-Geschäftsführer Lionel Berger im technischen Ausschuss des Gemeinderats, als er die aktuellen Pläne präsentierte. Man wolle aber mit einem Plan B gerüstet sein.

An den Grundzügen hat sich demnach im Zuge der Anhörungen von Behörden und Bürgern nicht viel geändert. Neu ist, dass die Tagungsräume nicht im Hotel-Neubau, sondern in der angrenzenden denkmalgeschützten „Burg“ untergebracht werden. Im Gegenzug könne man im Hotel mehr Zimmer schaffen.

Bestandteil der Herberge wird auch ein kleiner Spa-Bereich sein. Das Hotel wird in die historische Bastion eingebettet und an Pagodenburg- und Murgpark angebunden. Dadurch werde der jetzige Gehweg vom Murgdamm zum Wasserturm wegfallen, kündigte Stadtplaner Markus Reck-Kehl an. Als Ersatz werde man auf dem Brauereigelände einen neuen Weg anlegen, um einen barrierefreien Zugang bis zur Pagodenburg zu ermöglichen.

Gleichzeitig bekräftigte Reck-Kehl den Willen, den Murgdamm so zu ertüchtigen, dass ihn auch Radfahrer wieder nutzen dürfen. Ziel sei es, den Tour-de-Murg-Weg über den Murgpark bis zum Schloss fortzuführen.

Das an der Rückseite des Schlossgalerie-Parkhauses geplante Boarding-Haus für Langzeitaufenthalte stellt Franz zunächst zurück. „Wir müssen erst sehen, ob es dafür einen Markt gibt“, sagte Berger den Stadträten.

Allerdings werde man die Tiefgarage des Boarding-Hauses mit rund 80 Plätzen vorziehen. Ob diese Zahl ausreicht, wurde am Ratstisch bezweifelt. Die endgültige Zahl müsse die Baurechtsbehörde festlegen, hieß es von Verwaltungsseite. Die Investoren wollen ergänzend Parkplätze im angrenzenden Parkhaus der Schloss-Galerie für Stoßzeiten buchen.

Jahresproduktion von 45.000 Hektolitern möglich

Bevor es überhaupt mit dem Hotel losgeht, will Franz zunächst die Brauerei neu aufstellen. In einem Erweiterungsbau längs der denkmalgeschützten „Burg“ entstehen ein Lager- und Gärkeller sowie das Sudhaus.

Berger zufolge plant man zwei Bauabschnitte, um eine Betriebsunterbrechung zu vermeiden. Die Altanlage soll so lange am Leben erhalten bleiben, bis man sicher ist, dass die neue Technik funktioniert.

Der Franz-Geschäftsführer kündigte an, dass man bei der Architektur den „Stil der Burg“ aufnehmen wolle. Touristen sollen den Eindruck gewinnen, dass der Anbau „schon immer“ da gewesen sei, erklärte der Brauerei-Manager. Allerdings haben die Planer offenbar für diesen historisierenden Ansatz den Denkmalschutz noch nicht auf ihrer Seite, wie Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch andeutete. Dies sei aber für eine Baugenehmigung notwendig.

Die neue Brauerei soll auf eine Produktion von 45.000 Hektolitern pro Jahr ausgelegt werden, sagte Berger. Zum Vergleich: Als die Scheidtweiler-Gruppe Franz übernahm, schaffte die Brauerei gerade mal maximal 7.000 Hektoliter.

Das alte Brauhaus soll denkmalgerecht renoviert werden und ein Restaurant mit Biergarten an der Murg erhalten. Zur neuen „Franz-Welt“ (Berger) wird auch ein Brauereimuseum im alten Malzlager gehören.

Gefestigt hat sich auch das zweite Großprojekt bei der Neuordnung des Franz-Areals. Das Unternehmen Reatis plant im östlichen Teil Richtung Hilberthof sieben Neubauten mit insgesamt 148 Wohnungen. In zwei Tiefgaragen werden 184 Pkw-Parkplätze untergebracht; hinzukommen insgesamt 296 Fahrrad-Stellplätze. Einen Durchgangsverkehr zwischen Kapellenbuckel und Rauentaler Straße wird es nicht geben. Markanter Hingucker wird ein „Kopfbau“ am Fuß der Franz-Brücke sein. Die angekündigte Fassadenbegrünung mit Efeu, Rebsorten und Rosen wird allerdings nur auf der „Schauseite“ zur Straße hin angelegt, erklärte ein Planer.


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