„Schon nächste Woche kann es losgehen“

Baden-Baden/Rastatt (fh) – Volle Salzlager und intakter Fuhrpark: Land- und Stadtkreis sehen sich gut auf den Winter vorbereitet. Erste Einsätze hatten die Winterdienste in Mittelbaden bereits.

Zu den schwierigen Strecken für die Räumfahrzeuge in Mittelbaden zählt die Schwarzwaldhochstraße. Foto: Stadt Baden-Baden

© BT

Zu den schwierigen Strecken für die Räumfahrzeuge in Mittelbaden zählt die Schwarzwaldhochstraße. Foto: Stadt Baden-Baden

Leise rieselt der Schnee. Was für den einen nach romantischem Winterzauber klingt, ist für so manchen Autofahrer der glatte Horror. Doch in Mittelbaden ist man auf die weiße Pracht samt rutschiger Straßen längst vorbereitet.

Nach dem Winter ist vor dem Winter, gilt beim Landkreis Rastatt, wo die Vorbereitungen für den aktuellen Dienst bereits nach der vergangenen Saison begonnen haben. Die Streugeräte werden gewartet, instandgesetzt und kalibriert, die Salzlager aufgefüllt, informiert Pressesprecher Benjamin Wedewart. Circa 3.000 Tonnen Salz und 120 Kubikmeter Natriumchloridsole sind – verteilt auf die Standorte Gernsbach, Niederbühl, Herrenwies und Bühl – eingelagert.

Auch die Salzhalle der Stadt Baden-Baden ist mit 2.000 Tonnen Streugut gefüllt, insgesamt 23 Fahrzeuge stehen bereit, und die rund 100 Mitarbeiter von den Fachgebieten Tiefbau und Baubetrieb, Park und Garten sowie Forst und Natur warten auf ihren Einsatz, sagt Daniel Wöhrle, Abteilungsleiter beim städtischen Baubetriebshof.

Der Landkreis hält selbst sechs Unimog und zwei Lkw-Dreiachser für die Räumarbeiten bereit und arbeitet zusätzlich mit drei Fremdunternehmern zusammen. Die ersten Einsätze sind bereits absolviert – bisher ohne technische Probleme, so Wedewart.

„Wann es richtig los geht, ist jetzt also wetterabhängig“, sagt Wöhrle. Er und sein Team haben die Schnee- und Glätteprognosen im Blick, um im Ernstfall rechtzeitig zu reagieren. Bei einem Wintereinbruch werden sie um 4 Uhr am Morgen alarmiert, damit rechtzeitig zum Berufsverkehr die Straßen sauber sind. Geräumt werden sie nach Priorität.

Streuen auch für Fußgänger

„Nachdem es seit dem heftigen Winter 2010 einige Jahre eher mild zuging, waren wir in der vergangenen Saison wieder häufiger im Einsatz“, erinnert sich Wöhrle. Den ersten Wintereinbruch in den Höhengebieten Anfang November haben er und seine Mitarbeiter gut gemeistert: „Auf der Schwarzwaldhochstraße kennen wir uns gut aus.“ Zu den schwierigen Strecken zählten außerdem die Schlossbergtangente, die Rotenbachtalstraße und die Klosterschänke sowie enge Gassen im Stadtzentrum.

Damit nicht nur Autos, Busse und Lkw, sondern auch Fußgänger sicher unterwegs sind, streuen zusätzlich 19 sogenannte Handstreutouren mit drei bis vier Mann Brücken, Bushaltestellen und schmale Gehwege.

Salzsparende Techniken für die Umwelt

Im vergangenen Winter wurden nach Angaben des Verkehrsministeriums landesweit knapp 140.000 Tonnen Salz verbraucht. Für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer könne laut Landratsamt Reutlingen gar nicht genug gestreut werden, aus Sicht des Umweltschutzes ist aber weniger mehr, denn Streusalz belastet Grundwasser und Pflanzen am Straßenrand, wie auch andere Kommunen im Land bestätigten.

Vielerorts setzen die Winterdienste deshalb auf salzsparende Techniken. Neben Salz kommt Sole, ein Salz-Wasser-Gemisch, zum Einsatz. „Das ist eine vollflüssige 22-prozentige Salzlösung, die auf die Straße gesprüht wird und dort eine Fläche bildet“, erklärt Wöhrle. Damit ließen sich Straßen gut vorbereiten und etwa Überfrieren verhindern. Auch Feuchtsalz kommt sowohl im Land- als auch im Stadtkreis zum Einsatz.

„Dies bedeutet, es werden 70 Prozent Trockenstoff (Salz) mit 30 Prozent Natriumchloridsole bei der Ausbringung angefeuchtet“, erklärt Landkreissprecher Wedewart. So erreiche man deutlich weniger Wehverluste bei Wind und eine längere Verweildauer des Streustoffes auf der Fahrbahn. „Hierdurch können bis zu 30 Prozent des Streumaterials eingespart werden“, so Wedewart weiter.

Die Winterdienstmitarbeiter beobachten die Wetterlage derzeit genau. „Diese Woche ist es noch mild. Aber schon nächste Woche kann es losgehen“, sagt Wöhrle.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Fiona Herdrich

Zum Artikel

Erstellt:
17. November 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.