Schranke soll Wohnmobilisten am Rhein bremsen

Au am Rhein/Rheinstetten (HH) – Der Uferbereich soll eigentlich umgestaltet, das Parken – mit Stellplätzen für Wohnmobile – sortiert werden: Doch die Neuordnung am Rheinufer gestaltet sich schwierig.

Armada am Rhein: Bei gutem Wetter parken Wohnmobile in langer Reihe am rechtsrheinischen Ufer bei Au am Rhein und Rheinstetten. Foto: Helmut Heck

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Armada am Rhein: Bei gutem Wetter parken Wohnmobile in langer Reihe am rechtsrheinischen Ufer bei Au am Rhein und Rheinstetten. Foto: Helmut Heck

Je kräftiger die Sonne scheint, je höher die Temperaturen steigen, desto schneller wächst am Rheinufer bei Neuburgweier auch die Zahl von Wohnmobilen in zweistellige Höhen. Dann wird wieder ein Problem sichtbar, das seiner Lösung harrt: Der Uferbereich soll eigentlich umgestaltet, das Parken geordnet werden. Für Wohnmobile sollen Stellplätze ausgewiesen werden.

Die Stadt Rheinstetten mit ihrem Ortsteil Neuburgweier und die Gemeinde Au am Rhein, zu deren Gemarkung ein großer Teil des Ufergeländes gehört, sind wegen des Vorhabens seit Jahren in Kontakt. Ein von Rheinstetten ursprünglich vorgeschlagener Geländetausch, um die Uferflächen weitgehend in städtische Verantwortung nehmen zu können, wird von Au am Rhein allerdings abgelehnt. Die Gemeinde ist auch Eigentümerin der Gaststätte Zollhaus. Der dahinter befindliche kleine Hafen gehört ebenso zu ihrem Gebiet wie große Teile des umliegenden Waldes.

Platz am Rhein soll frei bleiben

In jüngster Zeit gab es Meldungen, denen zufolge wieder über einen Geländetausch am Flussufer gesprochen werde. Dem wurde im Gemeinderat von Au am Rhein widersprochen. Die FWG-Fraktion, die sich von den Gerüchten direkt angesprochen fühlte, reagierte mit einer Pressemitteilung. „Gelände soll in Auer Besitz bleiben“, lautete die Überschrift der Stellungnahme.

Ein Flächentausch werde weiterhin abgelehnt, bekräftigt die FWG darin, deren Fraktion mit sechs Sitzen stärkste Kraft im Gemeinderat ist. Man erkenne aber an, dass der Uferbereich verbessert werden müsse. Der Auer Gemeinderat sei „nicht glücklich“ über den Zustand. Wohnmobile und Personenwagen parkten mitunter so nah am Ufer, dass es kaum noch ein Durchkommen für Fußgänger oder Radfahrer gebe.

Schranke mit Höhenbegrenzung

In Au am Rhein habe man sich in den vergangenen Monaten mehrfach mit der Thematik beschäftigt, Bürgermeisterin Veronika Laukart habe Gespräche mit verschiedenen Behörden geführt. Als pragmatischste und am schnellsten realisierbare Möglichkeit zur Verbesserung sei daraufhin vom Auer Gemeinderat eine Schranke mit Höhenbegrenzung beschlossen worden. Man wolle Wohnmobile aber keineswegs vertreiben, sondern die Nutzung ordnen, schreibt die FWG. Der Platz solle Besuchern zugänglich bleiben, man sehe sich diesbezüglich auch gegenüber dem Pächter der Gaststätte Zollhaus in der Pflicht. Der nördlich gelegene Rheinkiosk auf Rheinstettener Gebiet könne ebenso profitieren. „Gäste aus nah und fern sind herzlich willkommen“, unterstreicht die FWG.

Als „Gesamtfazit“ des bisherigen Meinungsaustausches mit Rheinstetten stellt die FWG fest, dass „durch alle Auer Gemeinderatsfraktionen“ die Bereitschaft bestehe, an einer „besseren und schöneren Gestaltung der Rheinpromenade“ mitzuwirken. Der Vorschlag, bei weiteren Treffen in gemeinsamen Gremien nach Lösungen zu suchen, sei in erforderlichem Maße bislang leider nicht realisiert worden, bedauert die FWG.

Keine Mehrheit für Geländetausch

Bürgermeisterin Veronika Laukart sieht in ihrem Gemeinderat keine Mehrheit für einen Geländetausch. Es gebe aktuell keinen Gesprächsbedarf zu dem Thema, hatte sie in der letzten Gemeinderatssitzung vor Ostern dem FWG-Fraktionsvorsitzenden Hans Weßbecher zugestimmt.

Spätestens im Zusammenhang mit dem in Planung befindlichen Polder Bellenkopf/Rappenwörth werde man sich wieder über die Gestaltung des Uferbereichs unterhalten müssen, fügte Laukart an. Mit Blick auf die zunehmende Zahl von Wohnmobilen wiederholte sie dieser Tage auf Anfrage des BT das Ziel, ein Nutzungskonzept zu finden, das auch diesen Besuchern gerecht werde. Dafür müsste die Kommune aber einiges Geld in die Hand nehmen, was dieses Jahr leider nicht möglich sei, verwies Laukart auf die angespannte Haushaltslage.

Als Zwischenlösung soll die Zufahrt zum Parkplatz auf Fahrzeuge bis zu einer Höhe von zwei Metern beschränkt werden. Die Verkehrsbehörde habe dem Antrag stattgegeben. Die Hochschranke sei bestellt, könnte im Mai geliefert werden. Parkmöglichkeiten für Wohnmobile gebe es wie für andere Fahrzeuge weiterhin gleich daneben an der Straße.

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Erstellt:
15. April 2021, 17:06 Uhr
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