Schritte der Besserung im Haus Benedikt

Rastatt (dm) – Das Landratsamt sieht aktuell im Pflegeheim Haus Benedikt keine groben Verfehlungen mehr, aber weitere Kontrollen als erforderlich an. Es seien durchaus Erfolge bemerkbar.

Die Aufsichtsbehörde sieht in dem Pflegeheim inzwischen keine groben Verfehlungen mehr. Foto: Daniel Melcher

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Die Aufsichtsbehörde sieht in dem Pflegeheim inzwischen keine groben Verfehlungen mehr. Foto: Daniel Melcher

Das Pflegeheim Haus Benedikt im Rastatter Süden soll nach der Teiluntersagung des Betriebs durch die Heimaufsichtsbehörde im Juni künftig wieder in kleinem Maß Bewohner aufnehmen dürfen. Nachdem dort gravierende Mängel festgestellt worden waren, seien nun durchaus Erfolge im Bemühen um Verbesserung sichtbar, so Landratsamts-Pressesprecher Benjamin Wedewart. Gleichwohl bedürfe es weitere engmaschiger Kontrollen.
Zuletzt war die Belegung des auf 90 Plätze ausgelegten Hauses auf 15 Bewohner begrenzt worden. Eine Komplettschließung des Heims, wie sie laut Behörde aufgrund „eines Sammelsuriums an Verfehlungen“ sogar im Raum stand (wir berichteten), ist indes vom Tisch.

Im Landratsamt erkennt man an, dass sich die Einrichtung sowie die Geschäftsführung des Betreibers Römergarten Residenzen „wirklich bemühen“, es bestehe ein enger Austausch mit der Heimaufsicht, in regelmäßigen Abständen finden Heimbegehungen statt.

Mitarbeiter werden betreut

Diesen Montag teilte Andres Kupfer, bei Römergarten für die operative Leitung der Residenzen zuständig, dem BT mit, dass „das Landratsamt sowie auch ein zusätzlich eigens eingesetzter neutraler Gutachter“ dem Haus nun „seit geraumer Zeit“ eine pflegerische Versorgung bescheinigten, bei der nichts mehr beanstandet worden sei. Die Behörde relativierte dies gestern nach einer Kontrolle just an diesem Montag: Es seien keine groben Verfehlungen festgestellt worden, aber immer noch Punkte, die man so nicht durchgehen lassen könne. Bei Medikamentenversorgung, Dokumentation von Pflegemaßnahmen und der Durchführung von Prophylaxe sei nicht alles so gewesen, wie von der Heimaufsicht erhofft. Gleichwohl komme man „in kleineren Schritten“ vorwärts, hieß es gestern.

Wie Römergarten berichtet, habe es in dem Haus inzwischen „die gesamte Zeit über eine hohe Dichte an Betreuung durch unser zentrales Qualitätsmanagements“ gegeben. Die Mitarbeiter seien bei all ihren Tätigkeiten betreut und geschult worden, so Kupfer. Zudem habe auch die Position der Hygienebeauftragten erfolgreich besetzt werden können. In weiteren Gesprächen mit dem Landratsamt sollen weitere Fortschritte thematisiert werden.

Wie viele Bewohner das Haus ab September wieder aufnehmen kann, dazu wollte das Amt keine Angaben machen. Die Betreiber sprechen von zunächst zweien im Monat. Bevorzugt kämen damit zunächst sukzessive die Bewohner zurück, die das Pflegeheim „bedauerlicherweise verlassen mussten“.

Noch keine weiteren Erkenntnisse gibt es bezüglich der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die diese wegen eines Todesfalls Anfang Juni im Haus einleitete. Eine Obduktion wurde angeordnet, ein Ergebnis ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern noch an, man könne derzeit keine Auskünfte erteilen, so die Behörde.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
17. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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