Schülertickets: Kommt erneut die Rückerstattung?

Karlsruhe (ab) – Durch coronabedingt nicht genutzte Schüler-Fahrkarten entstehen Eltern unnötige Kosten – in der Landesregierung wird über eine Erstattungslösung nachgedacht.

Derzeit sind die Schulen für regulären Präsenz-Unterricht geschlossen; Schülerbeförderung wird daher nicht benötigt. Symbolbild: Stefan Sauer/dpa

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Derzeit sind die Schulen für regulären Präsenz-Unterricht geschlossen; Schülerbeförderung wird daher nicht benötigt. Symbolbild: Stefan Sauer/dpa

Der Corona-Lockdown hat auch die Schulen mit voller Wucht getroffen. Und während der Präsenzunterricht derzeit noch ruht, laufen die Kosten für Schüler-Abos im ÖPNV – sofern nicht gekündigt – weiter. Dagegen regt sich Unmut unter Eltern. „Es wäre wünschenswert und angebracht, wenn auch die Verkehrsbetriebe in Absprache mit den zuständigen politischen Institutionen und Behörden zu einem Entgegenkommen bereit wären und die Monatsbeiträge für die Zeit des Lockdowns 2021 erstatten würden“, schreibt beispielsweise eine Familie aus Kuppenheim an den KVV – und führt an, dass in Corona-Zeiten die Belastung durch Homeschooling und der finanzielle Druck „bereits Herausforderung genug“ seien.

Beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) verweist man darauf, dass es sich bei solchen Erstattungen um eine politische Entscheidung handle, da die entsprechenden Beförderungsangebote vom Land und den Kommunen beauftragt würden. „Wir sind darauf angewiesen, dass das Land uns die Mittel zur Verfügung stellt, die wir den Leuten auszahlen“, erläutert KVV-Sprecherin Sarah Fricke. „Es gibt im Moment kein entsprechendes Signal des Landes an uns.“

Teilweise Zuschüsse für die Scoolcard

57.000 Scoolcard-Abonnenten verzeichnet der KVV aktuell. Das Ticket wird für ein ganzes Jahr gekauft, kann aber in monatlichen Beträgen bezahlt werden. Je nach Bezuschussung durch den jeweiligen Stadt- oder Landkreis zahlen die Eltern den vollen Preis für die Scoolcard oder eben nur einen Eigenanteil.

Der Karlsruher Verkehrsverbund bietet derzeit aufgrund der Corona-Situation deutlich vereinfachte Möglichkeiten an, die Scoolcard zu kündigen, wie Fricke weiter informiert. „Man kann jederzeit kündigen, bis zum 20. des Monats, und auch jederzeit wieder einsteigen und das Abo in Anspruch nehmen“, erklärt die KVV-Sprecherin. Diese Flexibilität bedeute für den Verkehrsverbund einen erheblichen Mehraufwand.

Land wurde im vergangenen Jahr bereits aktiv

Apropos Mehraufwand: Im vergangenen Jahr hatte das Land knapp 37 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt, um in ganz Baden-Württemberg für zwei Monate im Frühsommer die Kosten für Schülertickets zu übernehmen – genauer gesagt, für die entsprechenden Eigenanteile. Auf das KVV-Gebiet entfielen dabei rund fünf Millionen Euro, also etwa 2,5 Millionen Euro pro Monat, so Fricke.

Möglicherweise könnte es nun zu einer Neuauflage dieses Engagements kommen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich vor wenigen Tagen in einem Interview dafür ausgesprochen, dass es einen Ausgleich geben solle, wenn Schülertickets coronabedingt nicht genutzt werden können. Und auf BT-Anfrage erklärte gestern das Ministerium für Verkehr, es setze sich „dafür ein, dass es zu einer Rückerstattungs-Lösung für die Eigenanteile der Schülermonatskarten im Januar kommt.“ Ein Gespräch mit den Verantwortlichen vor Ort werde es dazu nach jetziger Planung in der kommenden Woche geben. „Am Ende wird die Rückerstattung eine Entscheidung der Landesregierung sein, der wir jetzt nicht vorgreifen können.“

Ihr Autor

Armin Broß

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Erstellt:
23. Januar 2021, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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